Schulanlage Rheinfelden
Wegen Platzmangel und Schimmelbefall: Stadtrat drückt aufs Gas - Millionenkredit für Schulprovisorium soll bald genehmigt werden

Die Elterninitiative Robersten ist unzufrieden mit dem Zustand und den Platzverhältnissen der über 50 Jahre alten Schulanlage. Nun drückt der Stadtrat aufs Gas. Mit der ersten Etappe eines Provisoriums will er ab Herbst Abhilfe schaffen. Bereits vor der Zustimmung für den Kredit für das Provisorium liegt das Baugesuch auf.

Dennis Kalt
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Das Schulhaus Robersten soll wegen des Platzmangels mit Containern erweitert werden.

Das Schulhaus Robersten soll wegen des Platzmangels mit Containern erweitert werden.

hcw (10. März 2022)

Platzmangel, Schimmelbefall und ein undichtes Dach – der Status quo der über 50 Jahre alten Schulanlage Robersten stösst der Elterninitiative sauer auf. So stellte sie denn auch an der letzten Rheinfelder «Gmeind» den Antrag, ein Provisorium bis zu Beginn des kommenden Schuljahres errichten zu lassen. Der Souverän genehmigte den Überweisungsantrag.

Und der Stadtrat drückt aufs Gas: Bereits an der nächsten Gemeindeversammlung vom 15. Juni traktandiert er einen Kredit über 1'077'000 Franken für den Bau eines entsprechenden Schulraumprovisoriums. Etwas ungewöhnlich: Das Baugesuch für die Container-Module liegt bereits – seit Freitag – öffentlich auf; noch bevor der Souverän grünes Licht für den Kredit gegeben hat.

Betrieb wegen langer Lieferfrist erst im Herbst

Der Grund hierfür ist einfach: Es geht um eine Zeitersparnis, damit nach der Kreditfreigabe das Provisorium möglichst rasch in Betrieb genommen werden kann. Gemäss Stadtrat sei die Errichtung des Provisoriums jedoch aufgrund der langen Lieferfristen erst im September möglich. In der Botschaft zum entsprechenden Kreditantrag heisst es:

«Die zusätzlichen Schulräume würden sodann nach den Herbstferien für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen.»

Mit dem Provisorium, das angrenzend an den Pausenhof zu stehen kommt, soll kurzfristig ein zusätzlicher Raumbedarf gedeckt werden. Ausgelagert in den Provisoriumsbau werden etwa der Mittagstisch sowie die Musik- und Bewegungsräumlichkeiten. Neben den insgesamt vier Gruppenräumen sind in dem über 300 Quadratmeter grossen Provisorium WC-Anlagen, ein Putzraum sowie das Hauswartbüro angedacht.

Geplant ist, die Heizung des Provisoriums an den Fernwärmeanschluss des Schulhauses anzuschliessen. Dies, damit die Energieversorgung möglichst CO2-neutral erfolgen kann.

Von der Innenausstattung her sollen die provisorischen Räume einfach gehalten werden. Vorgesehen für den Boden ist ein PVC-Belag, die Möblierung erfolgt durch Bestandsmobiliar. Für eine ausreichende Belichtung sind grössere Fenster als die in den sonst üblichen Standard-Containern geplant.

Ein Ausbau des Provisoriums ist angedacht

Der Stadtrat plant, das Provisorium mittelfristig auf die doppelte Grösse zu erweitern. So sollen in einer zweiten Etappe vier weitere Klassenzimmer mit einer Grösse von je knapp 70 Quadratmetern angebaut werden. «Mit der Bereitstellung von Klassenräumen in der zweiten Provisoriumsetappe wird ermöglicht, dass der Schulstandort bei laufendem Betrieb saniert und erweitert werden kann», heisst es in der Botschaft.

Während einer Bestandsanalyse an der Schulanlage, so der Stadtrat, habe sich gezeigt, dass umfassende Arbeiten insbesondere am Tragwerk, an der Gebäudeabdichtung und im Hinblick auf eine energetische Ertüchtigung nötig sein werden. Hierzu sagt der Stadtrat:

«Geplant ist, die einzelnen Gebäudetrakte des Bestandsbaus sukzessive zu sanieren.»