Laufenburg

Schüler stürzt aus dem Schulhausfenster und verletzt sich schwer – Strafuntersuchung eröffnet

Das Schulhaus in Laufenburg.

Das Schulhaus in Laufenburg.

Bei einem Unfall in Laufenburg erleidet ein Neunjähriger einen Schädelbruch sowie Hirnblutungen und bricht sich beide Hände. Die Mutter wirft der Schule eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor – die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eingeleitet.

Der tragische Vorfall ereignete sich an einem Montag Mitte September in Laufenburg: Ein neunjähriger Primarschüler befand sich damals nach dem Mittagessen in der Tagesstruktur der Schule – und stürzte dort aus dem ersten Stock des Gebäudes rund sechs Meter in die Tiefe. Das berichtet das Onlineportal von «20 Minuten».

Beim Unfall verletzte sich der Schüler lebensgefährlich. Er erlitt demnach einen Schädelbruch, Hirnblutungen und brach sich beide Hände. Zudem wurden seine Leber, seine Niere und seine Lunge verletzt. «Mein Sohn ist fast gestorben», sagt seine Mutter gegenüber «20 Minuten».

Der Schüler musste nach dem Unfall in ein künstliches Koma versetzt werden. Nachdem er sich etwas erholt hatte, klagte er Ende Oktober aber immer wieder über starke Kopfschmerzen und seine Nase lief. Weitere Untersuchungen zeigten daraufhin, dass seine Hirnhaut gerissen war. Er musste Anfang November am Kopf operiert werden.

Staatsanwaltschaft hat Strafuntersuchung eröffnet

Gegenüber «20 Minuten» äussert die Mutter nun Vorwürfe gegen die Schulleitung und die Tagesstrukturen. Sie wirft ihr eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Eine Betreuerin habe ihr gegenüber sogar zugegeben, für einen kurzen Augenblick abwesend gewesen zu sein.

Auf Anfrage der AZ bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass diesbezüglich eine Untersuchung eröffnet worden sei. «Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-­Laufenburg führt eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf fahrlässige schwere Körperverletzung und eventueller Missachtung der Fürsorgepflicht», sagt Sprecherin Fiona Strebel. «Es gilt die Unschuldsvermutung.»

Stadträtin: «Wir bedauern den Vorfall zutiefst»

Die Schulleitung kommentiert die Vorwürfe der Mutter nicht und verweist auf die Abteilung Tagesstrukturen der Gemeinde. Die dafür zuständige Stadträtin Regina Erhard sagt gegenüber der AZ: «Wir bedauern den Vorfall zutiefst und sind in Gedanken bei der Familie. Wir wünschen dem Jungen möglichst schnelle und gute Genesung.» Aufgrund des laufenden Verfahrens kann sie keine näheren Auskünfte zum Unfallhergang machen. Sie betont allerdings, dass die gesetzlichen Betreuungsschlüssel in der Tagesstruktur stets eingehalten worden seien.

Bis Anfang Dezember ist der Laufenburger Schüler nun noch mindestens krankgeschrieben. Die Mutter ist der Meinung, dass die Schulleitung den Fall herunterspielen würde. Die Ärzte gehen laut «20 Minuten» davon aus, dass er frühestens Anfang 2021 wieder zur Schule gehen kann.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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