Rheinfelden/Stein
«Rheinufer kann nun grenzenlos erlebt werden»: So fällt die Bilanz zur Internationalen Bauausstellung aus

Im Zuge der IBA Basel sind über die letzten zehn Jahre im trinationalen Raum diverse Projekte entstanden. Im Fricktal gehören mit dem Rheinuferrundweg extended und der Veloverbindung über die Grenze in Stein zwei dazu. Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia zieht ein positives Fazit – mit einem Wermutstropfen.

Dennis Kalt
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Herzen am Uferweg – hier in Rheinfelden – stehen symbolisch für den Rheinuferrundweg extended.

Herzen am Uferweg – hier in Rheinfelden – stehen symbolisch für den Rheinuferrundweg extended.

Horatio Gollin (27. April 2021)

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Basel stellt derzeit auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein ihre Schlusspräsentation aus. Dort können sich Interessierte die diversen Projekte anschauen, die über die letzten zehn Jahre den trinationalen Raum näher zusammengebracht haben.

Dazu gehören auch zwei aus dem Fricktal, wie etwa der Rheinfelder Rheinuferrundweg extended. «Das Projekt hat während des zehnjährigen IBA-Prozesses eine Wandlung vollzogen, die beachtlich ist», bilanziert IBA-Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia und schiebt nach:

«Was einst als Projekt zweier Nachbarstädte in Deutschland und der Schweiz begann, ist nun ein grenzüberschreitendes und gemeindeübergreifendes Projekt.»

Denn so schlängelt sich ein gemeinsamer Natur- und Erholungsraum nun zwischen Kaiseraugst/Grenzach-Wyhlen und Stein/Bad Säckingen dem Rhein entlang. In Stein etwa ist an der Adlerterrasse eine Badetreppe entstanden. In Rheinfelden auf Schweizer Seite hat die Stadt etwa die Unterführung beim Grand Hôtel des Salines neu gestaltet und einen Weg und eine Aussichtsplattform mit Blick aufs Wasserkraftwerk angelegt.

IBA Basel-Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia bei der Fertigstellung des Rheinuferrundwegs extended.

IBA Basel-Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia bei der Fertigstellung des Rheinuferrundwegs extended.

Horatio Gollin (27. April 2021)

All die involvierten Gemeinden hätten gezeigt, dass ein gemeinsamer Verantwortungsraum trotz unterschiedlicher administrativer Planungsgrundlagen konzertiert gestaltet werden kann, sagt Linder.

«Die Bevölkerung kann einen Naturraum entlang der Rheinufer grenzenlos auf vielfältige Art und Weise erleben und spüren.»

Auch das Bewusstsein für Natur und Umweltschutz sei in diesem Projekt verankert – die zahlreichen Infotafeln verweisen auf die Besonderheiten des Rheinufers, der Flora und der Fauna.

Viele administrative Hürden zu überwinden

Ein zweites Projekt ist jenes der grenzüberschreitenden Veloverbindung zwischen den Bahnhöfen von Stein und Bad Säckingen mit E-Bike-Sharing. Auf der Veloverbindung selbst werden an Einmündungen etwa Velozeichen in gelber Farbe angebracht, die den Fahrern als Orientierung dienen. Mit Schildern entlang der Route, die auch auf deutscher Seite in gleicher Optik angebracht werden und das Logo «Velo Love» tragen, wird dem grenzüberschreitenden Charakter des Projekts Rechnung getragen.

Die Projektverantwortlichen präsentierten am Steiner Bahnhof ihre «Bike-Sharing»-Idee im Rahmen des IBA-Projekts.

Die Projektverantwortlichen präsentierten am Steiner Bahnhof ihre «Bike-Sharing»-Idee im Rahmen des IBA-Projekts.

Nadine Böni (23. September 2020)

Ursprünglich wollte die Gemeinde Stein auch die Rheinbrückstrasse, die zur Holzbrücke führt, für die Veloverbindung aufwerten. Dies scheiterte jedoch am massiven Widerstand aus der Bevölkerung. Linder sagt:

«Diese Umstände sind leider sehr bedauerlich.»

In der Gemeinde Stein hatte das Projekt einen schweren Stand, brauchte es doch zwei Anläufe, bis der Souverän grünes Licht für den Kredit über 350'000 Franken gab. Das Projekt zeige, dass der Wille zur Kooperation da sein müsse, um die vielen administrativen Hürden zu überwinden, sagt Linder. Und, dass jegliche gemeinsamen Projekte «einen langen Atem benötigen».