Rheinfelden
Unten umziehen und duschen, oben feiern: Das neue Klubhaus soll gleich zwei Probleme der Fussballer lösen

Der Fussballclub Rheinfelden hat ein Luxusproblem. Der Run, vor allem im Frauen- und Jugendbereich, ist so gross, dass das Angebot an Garderoben und Duschen nicht mehr mithalten kann. Jetzt richtet der Verein seine ganze Hoffnung auf die Sommergmeind im Juni. Dort ist ein Millionenkredit für ein neues Klubhaus traktandiert – wobei die Fussballer auch Eigenleistung erbringen wollen.

Hans Christof Wagner
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Der FC Rheinfelden plant auf seinem Areal einen Neubau – für Duschen und Garderoben wie auch als Klublokal.

Der FC Rheinfelden plant auf seinem Areal einen Neubau – für Duschen und Garderoben wie auch als Klublokal.

Visualisierung: zvg

«Save the date» steht auf der Website des Fussballclubs Rheinfelden. Das Datum, das vorgemerkt werden soll, ist der 17. Juni. Anlass ist die Einwohnergemeindeversammlung und darin Traktandum 4: Verpflichtungskredit über 1,75 Millionen Franken für ein neues Garderobengebäude und Lokal auf dem Areal Schiffacker.

«Der Fussballclub Rheinfelden erlebte in den vergangenen Jahren ein stetes Wachstum der Mitglieder und die Zahl der spielenden Mannschaften hat kontinuierlich zugenommen», heisst es in der Botschaft zur Sommergmeind. Vereinspräsident Dominik Tanner bestätigt das auf Nachfrage:

«Wir freuen uns seit drei bis vier Jahren über einen regelrechten Boom, vor allem beim Mädchenfussball.»

Mit den bestehenden Garderoben und Duschräumen im ehemaligen Schützenhaus auf dem Schiffacker-Areal sei der Spiel- und Trainingsbetrieb nicht mehr zu gewährleisten. Auch die Gastroräume auf dem Schiffacker-Gelände «sind in die Jahre gekommen», wie Tanner sagt. Als weiteren Nachteil nennt er die vom Platz abgetrennte Lage der Klubbeiz. Ein Neubau soll die Probleme lösen.

Und das sieht der Neubau vor: je vier Garderoben und Duschräume für Schulen und Sportvereine, WC und Spezialräume im Untergeschoss und das Klublokal im Erdgeschoss. Mit grossen Fenstern und einer zum Platz offenen Terrasse versehen, soll die Sicht auf die Spiele von dort aus gut sein.

Stadt stellt «Edelrohbau» hin und vermietet ihn an die Fussballer

Stadt und FC haben sich auf ein spezielles Vorgehen beim Bau der neuen Klubliegenschaft geeinigt: Die Stadt übernimmt die Baukosten. Für das Klublokal stellt sie aber nur einen sogenannten Edelrohbau hin. Dieser ist gegenüber einem Rohbau zwar schon weiter ausgebaut, kann aber nach den Wünschen von Mietern noch individuell gestaltet werden.

Der FC Rheinfelden würde das Klublokal mieten – von der Stadt – für 12'000 Franken jährlich. 250'000 Franken will der FC selbst aufbringen und in den Innenausbau des Lokals investieren.

Das als Hartplatz mit Tartanbelag genutzte Areal des FC Rheinfelden ist als Bauplatz vorgesehen.

Das als Hartplatz mit Tartanbelag genutzte Areal des FC Rheinfelden ist als Bauplatz vorgesehen.

Hans Christof Wagner (19. Mai 2021)

Als Baugrundstück ist das heute noch als Hartplatz mit Tartanbelag genutzte Areal vorgesehen. Dieses würde der FC – das Ja des Souveräns am 17. Juni vorausgesetzt – aufgeben. Auf die zweite Hälfte des heutigen Hartplatzes, neben das geplante Klublokal und Garderobengebäude, käme ein Streetbasketball-Feld. Tanner sagt: «Der Verlust des Hartplatzes wäre verschmerzbar. Er wird ohnehin nur in Ausnahmefällen benutzt.»

Das Klublokal soll künftig Ganzjahresbetrieb sein

Laut Tanner liegt das Hauptaugenmerk bei den Neubauplänen darin, den Klubmitgliedern einen Treff zu verschaffen. Doch der Pächter des Betriebes – im Unterschied zu jetzt wäre es neu ein Ganzjahresbetrieb – müsste auch Gäste über den Verein hinaus gewinnen. Chancen böte der schon länger im angrenzenden Waldareal geplante Seilpark oder die ins Fricktal kommende Mittelschule – sollte sich der Kanton für Rheinfelden als Standort entscheiden.

Die Jahresrechnung 2020

Traktandum 2 der Einwohnergemeindeversammlung am 17. Juni wird die Jahresrechnung 2020 sein. «Die Gemeinde Rheinfelden befindet sich wie in den Vorjahren in einer finanziell komfortablen Situation mit guten Aussichten und Handlungsspielraum für die Zukunft», heisst es in der Botschaft. Bei den Gewinn- und Kapitalsteuern der Unternehmen klafft jedoch zwischen Budget und Rechnung eine 3-Millionen-Franken-Lücke. Grund ist, dass wegen Corona eine spätere Zahlungsmöglichkeit eingeräumt wurde. Inzwischen sind laut Stadtammann Franco Mazzi die Steuern nachbezahlt.

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