Rheinfelden
Fricktaler Museum lässt seine Besucher in graue Vorzeiten eintauchen

Zum Weltgeschichtentag am 20. März wurden alemannische und römische Artefakte gezeigt. Darunter etwa ein schwarzer Anzug und die Schnabelmaske eines Pestarztes. Besucher können Geschichten zu ihren Lieblingsobjekten verfassen und einen Museumspass gewinnen.

Horatio Gollin
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Kunstpädagogin Irene Bush und Künstler Kurt Rosenthaler genossen die Ausstellung zum Weltgeschichtentag.

Kunstpädagogin Irene Bush und Künstler Kurt Rosenthaler genossen die Ausstellung zum Weltgeschichtentag.

Bild: Horatio Gollin / Aargauer Zeitung

An Objekten, welche die Fantasie beflügeln, fehlt es im Fricktaler Museum in Rheinfelden nicht. Mit alemannischen und römischen Artefakten kann der Betrachter in graue Vorzeiten eintauchen.

Gruselig muten der schwarze Anzug und die Schnabelmaske eines Pestarztes an. Modelle des mittelalterlichen Rheinfeldens und der Burg auf dem Stein laden dazu ein, sich in frühere Zeiten zu versetzen. Da liegt es nahe, dass das Fricktaler Museum sich am Weltgeschichtentag beteiligte und für Besucher zwei Stunden lang die Ausstellungsräume öffnete.

Auch zu sehen: der schwarze Anzug und die Maske eines Pestarztes.

Auch zu sehen: der schwarze Anzug und die Maske eines Pestarztes.

Bild: Horatio Gollin / Aargauer Zeitung

Seit 2004 wird am 20. März der Weltgeschichtentag begangen, zu dem auch schweizweit Museen einladen. Die Besucher können Geschichten zu ihrem Lieblingsobjekt verfassen, die online auf der Website von «Musée imaginaire Suisse» veröffentlicht werden. Das Fricktaler Museum präsentierte auf seiner Website auch Objekte, die nicht Teil der aktuellen Ausstellung sind, und gewährte so einen spannenden Blick in seine Sammlung.

Museumspässe für die besten Geschichten

Unter den Verfassern der besten Geschichten werden Schweizer Museumspässe verlost und zusätzlich kann der Autor der schönsten Geschichte zu einem Rheinfelder Objekt einen «Museums-Pass-Musées» gewinnen, der Zugang zu Gärten, Museen und Schlössern in Deutschland, Frankreich und der Schweiz gewährt.

Die Idee, eine Geschichte zu einem Exponat zu verfassen, findet Irene Bush aus Rheinfelden super. Die pensionierte Sozialarbeiterin und Kunstpädagogin, die zusammen mit dem Künstler Kurt Rosenthaler das Museum besuchte, sagte:

«Ich liebe Geschichten. Geschichten sind das Leben für mich.»

Rosenthaler hatte schon zwei Objekte im Blick: die grosse Ratsche, die früher während der Karwoche anstelle des Glockengeläuts die Glaubenden an die Fastenzeit erinnerte; und die Halsgeige, die zur Schaustellung von Verurteilten am Pranger genutzt wurde. Rosenthaler sagte:

«Dazu kann man sich die tollsten Geschichten ausdenken.»

Die Wahl des Objekts will er aber Bush überlassen.

Rheinfelden war für Salmengalgen bekannt

Roland Frank aus Basel suchte das Modell einer Salmenwaage. Diese Vorgänger der Salmengalgen genannten Fischerhütten waren im Mittelalter am Hochrhein verbreitet und Frank arbeitet auch an einem Buch über Geschichte und Entwicklung dieser Fischereivorrichtungen. «Rheinfelden war bekannt dafür», sagt Frank, der auch Vizepräsident der Basler Galgenfischer ist. «Auf dem Inseli steht noch eine aus dem 15. Jahrhundert.» Allerdings hatte er das Modell auf seinem Streifzug durch das Museum noch nicht entdecken können.

Insgesamt blieb das Besucherinteresse am Weltgeschichtentag überschaubar und nur wenige Interessierte kamen in das Museum. Auf der Website von «Musée imaginaire Suisse» waren am Sonntag immerhin schon drei Geschichten zu Rheinfelder Objekten zu lesen.

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