Rheinfelden
Babyboom im Fricktal: 2021 schrammt nur haarscharf an der Rekordmarke vorbei

477 Babys erblickten in der Frauenklinik des Gesundheitszentrums Fricktal vergangenes Jahr das Licht der Welt. Damit lag das Jahr 2021 rund neun Prozent über dem zwölfjährigen Durchschnitt. Nach der Coronaverunsicherung von 2020 kamen auch wieder mehr Frauen aus Deutschland über die Grenze zum Gebären.

Dennis Kalt
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2021 kamen in der GZF-Frauenklinik 241 Mädchen und 236 Jungen zur Welt.

2021 kamen in der GZF-Frauenklinik 241 Mädchen und 236 Jungen zur Welt.

Symbolbild: Keystone

477 Babys ­­– 241 Mädchen und 236 Jungen – erblickten im vergangenen Jahr in der Frauenklinik Rheinfelden des Gesundheitszentrums (GZF) Fricktal das Licht der Welt. Es war dies damit eines der geburtenreichsten Jahre am GZF und wird nur knapp vom Rekordjahr 2015 (486) übertroffen.

Der Blick zurück bis 2010 zeigt: Insgesamt kamen am GZF in den letzten zwölf Jahren 5229 Babys zur Welt. Dies entspricht einem Durchschnitt von gerundet 436 Kindern pro Jahr. Das Jahr 2021 liegt somit 31 Geburten oder umgerechnet rund neun Prozent über dem Durchschnitt. Seit 2015 lagen die Geburtenzahlen in der GZF-Frauenklinik bis auf 2020 (435) über dem jährlichen Durchschnitt.

Ein Fünftel der Gebärenden wohnt in Deutschland

GZF-Sprecherin Sibylle Augsburger Hess erklärt diesen Trendausreisser mit dem Beginn der Covid-19-Pandemie, der sich insbesondere in der tieferen Zahl an Geburten in der ersten Jahreshälfte 2020 niederschlug. Sie sagt:

«Während des Lockdowns im Frühling herrschte eine gewisse Verunsicherung bei Frauen aus Deutschland. Da die Grenzen geschlossen waren, war es zunächst unklar, ob Deutsche zum Gebären noch in die Schweiz kommen konnten.»

2021 stammten 95 der 477 Kinder, die in der GZF-Frauenklinik zur Welt kamen, von in Deutschland lebenden Müttern. Dies entspricht einem Anteil von rund 20 Prozent und bedeutet einen Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem die Einschränkungen bezüglich des Grenzübertritts ­­­­restriktiver waren.

Die Abrechnung über die Krankenkasse bei Frauen aus Deutschland, so Augsburger Hess, stelle kein Problem dar, da es unter diesen viele Grenzgängerinnen gebe, die in der Schweiz versichert seien. «Ansonsten benötigen die Frauen eine Zusatzversicherung für die Schweiz», sagt sie.

Die neue Frauenklinik zieht viele werdende Mütter an

Dass sich die Geburtenzahlen über die letzten Jahre positiv entwickelt haben, liegt insbesondere an der Komplettsanierung und Neueröffnung der Frauenklinik Ende 2015, mit dem die Umsetzung zur «Wohlfühloase für Mutter und Kind» realisiert werden konnte, wie Augsburger Hess erklärt:

«Frauen, die am GZF gebären, schätzen die beinahe Eins-zu-eins-Betreuung während Schwangerschaft und Geburt sowie das sehr umfassende Angebot für Schwangere, Mutter und Kind.»

Die enge Zusammenarbeit mit den ansässigen Gynäkologinnen, Kinderärzten und Hebammen sei eine zusätzliche Stärke der Geburtsabteilung des GZF.

Am Vergleich der durchschnittlichen Geburtenzahl der Jahre von vor der Neueröffnung der Frauenklinik (von 2010 bis und mit 2014) und jener nach der Neueröffnung (von 2016 bis und mit 2021) lässt sich der positive Einfluss der Komplettsanierung veranschaulichen: Kamen in den Jahren vor der Neueröffnung im Durchschnitt gerundet 399 Kinder zu Welt, waren es danach 458 – dies entspricht einer Steigerung um rund 15 Prozent.

Im Gebärsaal hat Covid nur geringe Auswirkungen

Direkt im Gebärsaal, sagt Augsburger Hess, habe Covid nur geringe Auswirkungen. Die Geburten finden wie gewohnt statt und es gäbe nur wenige Einschränkungen. Sie sagt: «Während der Geburt darf eine Begleitperson anwesend sein und es besteht ein Besuchsrecht.»

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