Rheinfelden
2,7 Tonnen Farbe und 3390 neue Ziegel: Die Renovation der Stadtkirche ist auf der Zielgeraden

Pünktlich zu Weihnachten soll die Rheinfelder Stadtkirche in neuem Glanz erstrahlen: Nun feierte die christkatholische Kirchgemeinde Rheinfelden-Kaiseraugst das sogenannte Knopffest, mit dem die letzte Etappe der Renovation eingeläutet wird.

Dennis Kalt
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Über 90 Personen wirken an der Renovierung der Stadtkirche in Rheinfelden mit.

Über 90 Personen wirken an der Renovierung der Stadtkirche in Rheinfelden mit.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Lange ist es nicht mehr hin bis das 114 Tonnen schwere Gerüst, das die Stadtkirche St. Martin in Rheinfelden umhüllt, weicht. Ab Ende Oktober soll mit dem Abbau begonnen werden. Die christkatholische Kirchgemeinde Rheinfelden-Kaiseraugst feierte am Donnerstagabend mit allen am Bau Beteiligten das sogenannte Knopffest, mit dem die letzte Renovationsetappe eingeläutet wurde.

Chris Leemann, Mitglied der Kirchenpflege und Präsident der Baukommission, erklärte am Festanlass, dass man traditionell das Richtfest bei der Renovation einer Kirche feiere, wenn der goldene Knopf – daher Knopffest – wieder auf dem Turm angebracht ist. Dies war am Mittwoch, 16 Uhr, der Fall.

Goldene Kugel als Zeitkapsel

Wie bereits bei der letzen Sanierung 1978 hat die Kirchgemeinde für die Zeit aktuelle Dokumente in Kupferröhren in die goldene Kugel gelegt, bevor diese wieder auf dem Turm angebracht wurde. Dazugehören etwa Publikationen der Stadtkirche von 1980, der Richtspruch vom Knopffest 2021, Fotos der Mitarbeitenden oder Aktennotizen zur Sanierung.

Damit gleiche der goldene Knopf auf dem Turm einer Zeitkapsel, deren Geheimnis kommende Generationen bei der nächsten Renovation in 40 bis 50 Jahren wieder lüften könnten, so Leemann.

Über 65 Handwerkerinnen und Handwerker aus verschiedenen Bereichen haben an der Aussenrestaurierung mitgearbeitet. Zusammen mit den Beraterinnen und Beratern, Behörden und Beauftragten der Denkmalpflege sind es über 90 direkt Beteiligte. Leemann sagte:

«Die Arbeiten an der Aussenrennovation sind ein grosses Gesamtkunstwerk.»

Dies gelte etwa für das Erstellen des Gerüstes, die Reinigung der Fassade, das Abklopfen des Sockelputzes, das Ausbessern der Risse und Schadstellen im Deckputz oder das Restaurieren der Bilder und des Stucks – «alles reine Handarbeit», so Leemann.

Lobende Worte fand Leemann auch für das Tempo der Sanierungsarbeiten. Während die vergangenen Renovationen der Aussenhaut ein Zeit von zwei bis drei Jahren beanspruchten, habe es dieses Mal nur acht Monate gedauert. Imposant sind die Daten zum Sanierungsprojekt: Das Gerüst, das aus 6500 Einzelteilen besteht, wiegt 116 Tonnen. 15'950 Ziegel mussten abgebaut und gereinigt werden. Und die Maler haben 2,7 Tonnen an Farbe verwendet.

Kosten fallen um 150'000 Franken höher aus

Die ursprünglich für die Renovation budgetierten Kosten in Höhe von 850'000 Franken haben sich schlussendlich auf rund eine Million Franken erhöht. Dies durch zusätzliche Arbeiten, die angefallen sind. So kam es während der Bauzeit etwa zu Wasserschäden, die behoben werden mussten.

Gemäss Leemann konnte die wichtige Frage der Finanzierung des Projekts dank einer Erbschaft zu Gunsten des «Erneuerungsfonds Stadtkirche» und dank der Mitwirkung der Versicherungen problemlos erledigt werden. Leemann fügte an:

«Die Subventionen von Bund, Kanton und Stadt flossen erfreulich.»

In einigen Tagen beginnt der schrittweise Abbau des Gerüsts. Die Arbeiten sollen bis im Dezember beendet sein, damit die Stadtkirche pünktlich zu Weihnachten in neuem Glanz erstrahlt.

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