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Raiffeisenbank Mettauertal: Wegen Corona kommt es für 1’900 Genossen erstmals zur Urnenabstimmung

Stefan à Porta (l.) und Urs Obrist hoffen auf ein Ja in der Urne.

Stefan à Porta (l.) und Urs Obrist hoffen auf ein Ja in der Urne.

Die rund 1’900 Genossen der Raiffeisenbank Mettauertal kommen wegen Corona derzeit in den Genuss einer Premiere. Erstmals in der 20-jährigen Geschichte kommt es zur derzeit laufenden Urabstimmung. Als Top-Traktandum gilt die Fusion mit Frick.

Es ist eine Premiere in der rund 20-jährigen Geschichte der Raiffeisenbank Mettauertal. Erstmals werden die 1862 Genossenschafter nicht in einer Generalversammlung (GV) abstimmen, sondern in einer Urabstimmung. Wichtigstes Traktandum: die Fusion mit der Raiffeisenbank Regio Frick.

Sie hätten eine ordentliche GV vorgezogen, aber zur jetzt angelaufenen Urabstimmung sehen die Verantwortlichen der Raiffeisenbank Mettauertal keine Alternative. «Aufgrund der aktuellen Corona-Infektionslage hatten wir keine Wahl», sagt Verwaltungsratspräsident Stefan à Porta. «Wir haben noch bis Mitte Juni darauf gehofft, die GV abhalten zu können», berichtet er. Diese war ursprünglich für Ende März terminiert gewesen, wurde aufgrund der Pandemie dann auf den 21. August verschoben.

Doch auch dazu kommt es jetzt nicht. Der Raiffeisenbank Regio Frick folgend, haben sich Bankleitung und Verwaltungsrat zu einer Urabstimmung entschlossen. Die 12000 Regio Frick-­Genossenschafter haben diese schon hinter sich: Mehr als 1400 machten mit und sagten mehrheitlich Ja zur Fusion mit Mettauertal.

Zwei Drittel der Mitglieder müssen zustimmen

Wie sich die Mettauertaler bis zum 21. August entscheiden, wird sich zeigen. Auf mindestens zwei Dritteln der abgegebenen und gültigen Unterlagen muss das Ja für die Fusion angekreuzt sein. Andernfalls käme sie nicht zustande. Ein Quorum, also eine Stimmen-Mindestanzahl, die erreicht sein muss, damit die Abstimmung gültig ist, besteht nicht. Bewusst ist der Bank, dass das Abstimmungsverhalten bei der Wahl im stillen Kämmerlein anders sein kann als in einer grossen Halle und öffentlich. Ein Nein falle da mitunter leichter.

Urs Obrist, der Vorsitzende der Bankleitung, und à Porta schätzen die Stimmung vor Ort als «verhalten positiv» ein. Man habe bisher keine «Fundamentalkritik» an dem Projekt vernommen. Was sicher auch daran liegt, dass sich eigentlich nur der Name ändert. Ein Ja voraus­gesetzt, wird die fusionierte ­Genossenschaftsbank Regio Frick-Mettauertal heissen. Die Bankkunden werden in Gansingen neue Gesichter unter den Bankmitarbeitern sehen.

Bekenntnis zum Standort Gansingen

Aber zumindest werden sie vor Ort weiterhin ihre Ansprechpersonen haben: Das Bekenntnis zu der vor fünf Jahren modernisierten Geschäftsstelle Gansingen ist Teil der Vertragsdokumente. «Der durchschnittliche Raiffeisenbank-Kunde erwartet Menschen vor Ort, der will am Schalter bedient werden, der will keine digitale Bank», sagt Obrist.

Eine Garantiezeit, für wie lange dieses Bekenntnis zu Gansingen mindestens gelten soll, ist allerdings nicht festgelegt. Auch der in Etzgen installierte Bancomat wird Obrist und à Porta zufolge nach der Fusion bestehen bleiben. Zudem solle es auch in Zukunft einen Mitgliederanlass im Mettauertal geben.

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