Turbulente Zeiten für das Eiker Pflegewohnheim Föhrengarten: Vor einem Monat machte die «Schweiz am Wochenende» publik, dass das kantonale Departement für Gesundheit und Soziales (DGS) aufgrund eines Personalengpasses einen Aufnahmestopp verfügt hat, «bis die Personaldotation wieder eine Vollbelegung zulässt».

Krankgeschriebene Angestellte hatten dem Heim damals auch vorgeworfen, aufgrund von Personalmangel die Pflegedienstleistungen zu vernachlässigen. Vorwürfe, denen die Heimleiterin, die erst seit Mitte März im Amt ist, widersprach. «Meine Einschätzung der Situation entspricht nicht diesen Vorwürfen», sagte Christine Hunziker damals. Sie habe bislang auch nie von solchen Vorwürfen gehört.

Nun stehen gar noch weitere Vorwürfe gegen den «Föhrengarten» im Raum. «Seit Anfang Jahr werden die Löhne nicht mehr vollständig bezahlt», sagte eine Angestellte, die derzeit krankgeschrieben ist und anonym bleiben will. Eine ebenfalls krankgeschriebene Kollegin ergänzte, dass auch die Lohnfortzahlungen ausblieben und sie keine Krankentaggelder erhalte. Zudem seien gegen die Föhrengarten AG Betreibungen hängig.

Beim DGS hat man laut Auskunft von Anja Kopetz, stellvertretende Leiterin Kommunikation, keine Kenntnis von ausgebliebenen Zahlungen.

Technische Probleme als Grund

Leo Gremper, Verwaltungsrat der Föhrengarten AG und Mitgründer des Pflegewohnheims, räumt auf Anfrage ein, dass es «Anfang Jahr Turbulenzen gegeben» habe. «Es gab Verzögerungen bei den Lohnzahlungen.» Als Gründe fügt Gremper Probleme mit der IT und dem Lohnverwaltungssystem an. Aber er betont: «Jetzt sind alle Löhne bezahlt. Wir müssen auch nicht sparen. Die Bonität des Föhrengartens ist gegeben.» Dass zwei Betreibungen hängig sind, verhehlt Gremper ebenfalls nicht. Aus Sicht der Föhrengarten AG seien die Ansprüche aber nicht gerechtfertigt, sagt er.

Auch zu den bereits bekannten Vorwürfen bezüglich Personalmangel nimmt Leo Gremper Stellung. Es habe von Anfang Jahr bis jetzt Kündigungen gegeben – vom «Föhrengarten», wie auch von Angestellten. Möglicherweise habe sich in der turbulenten Zeit auch die eine oder andere Angestellte kurzzeitig überfordert gefühlt. «Aber die Vorwürfe waren doch übertrieben», so Gremper.

Reger Kontakt mit dem Kanton

Mittlerweile sei jedoch unter der neuen Geschäftsführerin ohnehin «ein neuer Aufbau» im Gang. «Wir konnten bereits neue Leute einstellen und arbeiten zur Überbrückung auch mit Temporärangestellten», so Gremper. «Wir blicken also positiv und zuversichtlich in die Zukunft.»

Um die Zukunft positiv gestalten zu können, stehen die «Föhrengarten»-Verantwortlichen laut Leo Gremper denn auch in engem Kontakt mit dem Kantonalen Departement Gesundheit und Soziales. «Es fand in den letzten Wochen ein regelmässiger telefonischer Austausch zwischen dem DGS und dem Pflegewohnheim Föhrengarten statt», bestätigt Anja Kopetz vom DGS.

Sie bestätigt weiter, dass der «Föhrengarten» wieder mehr Personal angestellt hat. Der Aufnahmestopp sei allerdings noch nicht wieder aufgehoben, so Kopetz.