Oeschgen

Petition fordert Versammlung zur Klärung der Schulraumfrage – Gemeinderat lehnt ab

Die wachsende Gemeinde Oeschgen braucht mehr Schulraum.

Die wachsende Gemeinde Oeschgen braucht mehr Schulraum.

Eine Petition fordert vom Gemeinderat, bei der Schulraumfrage zu handeln. Dieser hält eine ausserordentliche GV nicht für zweckmässig.

Das Dorf wächst und braucht deshalb mehr Schulraum. Das ist in Oeschgen bereits seit längerem ein Thema. Zu lange, finden Eltern und fordern in einer Petition auf petitio.ch, der Plattform der «Aargauer Zeitung», dass bei der Schulraumplanung nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Konkret fordern die 245 Unterzeichner der Petition, dass bis spätestens Ende September an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung eine Lösung für die Schulraumsituation ab Sommer 2021 vorgelegt wird, denn nur wenn die Kinder weiterhin in Oeschgen zur Schule gehen können, «stellen wir sicher, dass wir auch künftig ein gut funktionierendes Dorf mit hoher Lebensqualität sein werden».

Gleichzeitig fordern die Petitionäre, dass die Schulraumfrage losgelöst von allfälligen Fusionsabklärungen mit Frick – ein entsprechendes Votum gab es an der letzten Gemeindeversammlung – anzugehen sei. Für die Petitionäre stehen die Fusionsfrage und ein vollwertiger Schulstandort nicht im Widerspruch. «Bereits heute und auch zukünftig verfügt Oeschgen über genügend Schüler, was einen eigenen Schulstandort rechtfertigt.»

Entscheidungsgrundlagen liegen nicht vor

Der Gemeinderat hatte bereits während der Sammlung der Petition mit einem Schreiben, das er gemeinsam mit der Schulpflege verfasst hatte, reagiert. Er doppelt nun mit seiner Antwort auf die Petition nach. Laut Schreiben, das von Ammann Christoph Koch und Gemeindeschreiberin Svenja Schmid unterzeichnet ist, hält der Gemeinderat die Ansetzung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung «aktuell als nicht zweckmässig, da die notwendigen Entscheidungsgrundlagen nicht vorliegen».

Er zeigt gleichzeitig auf, wie er das Schulraumproblem angehen will und was bislang bereits geschah. So hat eine paritätisch von Schulpflege und Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe den Auftrag, Lösungsvorschläge für die Schulraumentwicklung zu erarbeiten.

Dabei gelte es in erster Priorität, sicherzustellen, dass ab August 2021 eine Übergangslösung für ein bis zwei Jahre für den Kindergartenraum vorhanden sei. «Dies ist notwendig, weil – Stand heute – eine grössere Anzahl Kinder im Kindergarten unterrichtet werden muss», heisst es in dem Antwortschreiben, das auch auf petitio.ch aufgeschaltet ist.

Falls für die Sicherstellung dieser Übergangslösung Kredite durch die Gemeindeversammlung gesprochen werden müssen, werden diese laut Gemeinderat am 11. September – dann findet die verschobene Juni-Gemeindeversammlung statt – oder spätestens im November beantragt werden.

Die ersten sechs oder vier Schuljahre in Oeschgen?

Dass damit die Probleme nicht gelöst sind, weiss auch der Gemeinderat. Er will deshalb «in zweiter Priorität» auch langfristig genügend Schulräume sicherstellen. «Das dafür notwendige Raumprogramm wurde von der Schulleitung, der Schulpflege und der Arbeitsgruppe nochmals überarbeitet, damit im Herbst ein Studienauftrag ausgeschrieben werden kann», erklärt er das Vorgehen.

Der Satz, der dann folgt, dürfte einige Eltern in Oeschgen hellhörig werden lassen: «Im Rahmen dieser Ausschreibung werden die Varianten 1. bis 6. Klasse in Oeschgen und 1. bis 4. Klasse in Oeschgen geprüft, so dass die Lösungsvorschläge dann auch mit der Bevölkerung diskutiert werden können.»

Mehrmals im Schreiben betont der Gemeinderat, dass ihm die Partizipation der Bevölkerung in der Schulraumplanung wichtig sei. «Deshalb soll, sobald die wichtigen Entscheidungsgrundlagen vorliegen, ein Workshop durchgeführt werden», verspricht er. Fortsetzung folgt.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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