Zuzgen

Paartherapeutinnen verraten die Essenzen zu einer guten Beziehung: Toleranz, Spiritualität und Humor

Cora Burgdorfer sprach über Ehekrisen.

Cora Burgdorfer sprach über Ehekrisen.

Zwei Paartherapeutinnen sprachen in Zuzgen zum Thema «Verliebt, verlobt, verheiratet. Amen?»

Eine stabile Paarbeziehung ist schon wegen deren gesundheitlichen Folgen attraktiv. Denn die Liste positiver Gesundheitsmerkmale aufgrund einer stabilen Paarbeziehung ist lang: Glückliche Paare haben ein geringeres Risiko für akute und chronische Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt, sie erholen sich auch schneller von Operationen, sie fühlen sich generell wohler und sind daher auch weniger suchtgefährdet. Sie leben gesünder und sind leistungsfähiger. Zudem haben sie eine höhere Lebenserwartung.

Darauf machte Margrit Schmidlin im Rahmen eines Vortrags zum Thema «Verliebt, verlobt, verheiratet. Amen?» im reformierten Gemeinde­zentrum in Zuzgen aufmerksam. Schmidlin führt gemeinsam mit Cora Burgdorfer eine ökumenische Beratungsstelle in Rheinfelden und Brugg.

Doch wie hält man diese Beziehung qualitativ aufrecht – oder wie baut man sie neu auf? Dass die Qualität der Beziehung normalerweise nach der Verliebtheitsphase abnimmt und durch mannigfaltige Stress­erfahrungen belastet wird, ist normal. Die Beziehung braucht Pflege, gerade auch, weil sich die Paare im Laufe der Zeit verändern. Oft ist allerdings schon zu viel Geschirr zerschlagen worden, bis die Paare dies selbst feststellen und Beratung suchen, sagten Margrit Schmidlin und Cora Burgdorfer.

Eine Trennung kommt nicht aus dem Nichts

Cora Burgdorfer machte auf die Tatsache aufmerksam, dass sich heute jedes vierte Paar nach 25 Jahren scheiden lässt. Trennungen sind salonfähig geworden. Besonders Frauen suchen nach einem neuen Lebensentwurf nach der Familienzeit. Doch der Trennung geht meistens eine Entwicklung voraus, die Burgdorfer mit den «vier apokalyptischen Reitern» umschrieb: Kritik, Vorwürfe, einander Fertigmachen, Selbstrechtfertigung.

Das Gegenmittel dazu wäre das «Commitment», die Selbstverpflichtung, sich gegenseitig, auch emotional, zu unterstützen. Die Entscheidung, miteinander durch dick und dünn zu gehen. Mit Toleranz, Spiritualität und auch Humor den Weg zusammen zu gehen und immer einen freundlichen Umgang miteinander zu pflegen. «Wieso gelingt das gerade Eheleuten oft nicht?», fragte Burgdorfer und regte die Anwesenden damit zum Nachdenken an.

Zum Anlass eingeladen hatten die Kirchen im Wegenstettertal auf Initiative der römisch-katholischen Kirchenpflege Zuzgen unter der Leitung von Klaus Hollinger. Präsident der Ökumenischen Paarberatung ist der Zuzger Roger Leuenberger.

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