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Nach dem starken Schneefall: Fricktaler Forstbetriebe halten die Bäche frei

Schneeschmelze erhöht Druck auf Gewässer – Überschwemmungen werden nicht erwartet. Mit schwerem Gerät wird Geäst herausgezogen.

Dennis Kalt
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Der Pegelstand des Bruggbachs – hier in Gipf-Oberfrick – ist derzeit leicht erhöht. Wichtig ist es, den Bachlauf an Brücken und Unterführungen frei zu halten.

Der Pegelstand des Bruggbachs – hier in Gipf-Oberfrick – ist derzeit leicht erhöht. Wichtig ist es, den Bachlauf an Brücken und Unterführungen frei zu halten.

Dennis Kalt

Dieser Tage sind Schneemengen gefallen, wie sie das Fricktal schon lange nicht mehr sah. Auch einige Tage später hält sich die weisse Decke zäh auf Dächern, Feldern oder an den Wegesrändern. Doch damit wird es wohl schon bald vorbei sein. Denn das Tauwetter mit Regen, das vorhergesagt ist, wird den Schnee zum Schmelzen bringen.

Gemäss Markus Zumsteg, Sektionsleiter der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons, wirkt sich dies auch in den kommenden Tagen auf die Pegelstände aus, denn: «Die aktuellen Schneemengen von etwa 20 Zentimeter Nassschnee entsprechen einem starken Landregen.» Derzeit seien die Pegelstände etwa von Sissle, Staffeleggbach und Bruggbach leicht erhöht.

«Die Abflüsse werden kleiner sein als letzte Woche»

Gleichzeitig gibt Zumsteg jedoch Entwarnung. So sei aufgrund der langsamen Schneeschmelze und des prognostizierten Niederschlags nur ein mo-derater Anstieg der Pegel zu erwarten. «Die Abflüsse werden kleiner sein als letzte Woche, sodass keine Überschwemmungen zu erwarten sind», sagt er.

Bäume und Äste müssen entfernt werden

In den kommenden Tagen, so Zumsteg, bestehe die grösste Gefahr darin, dass durch die Schneelast abgebrochenen Äste oder umgestürzte Bäume den Bachlauf an Brücken oder Durchlässen verstopfen. So informierte denn auch die Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Anfang Woche die Gemeinden, die Bäche zu kontrollieren. «Baumstämme und Äste, die den Hochwasserabfluss behindern, müssen entfernt werden», sagt Zumsteg. Dies gelte auch für Eigentümer mit Gewässeranstoss, von deren Grundstück herunterhängende Äste oder umgeknickte Bäume das Abflussprofil einengen.

«Die Arbeit ist aufwendig»

Zuständige für die Kontrolle der Bäche sind vielerorts die Forstbetriebe. In Gipf-Oberfrick etwa zieht der Forstbetrieb Thiersteinberg seit Montagnachmittag mit Winde oder Kran Baumkronen oder grobes Geäst aus Brugg- und Mosterbach. «Die Arbeit ist aufwendig. Vor allem, wenn sich Häuser am Bach befinden, ist es problematisch, die grossen Maschinen richtig zu positionieren», sagt Betriebsleiter Philipp Küng, der davon ausgeht, dass er und seine Mitarbeiter noch bis Freitag mit dem Herausfischen des Geästs beschäftigt sein werden.

«Problematisch sind Unterführungen und Engstellen»

Den Möhlinbach von Möhlin bis nach Hellikon abgefahren – da wo zugänglich – ist Urs Steck, Leiter der Forstbetriebs Region Möhlin. Handlungsbedarf bestand hier jedoch keiner. «Es hat lediglich mehrere kleine Äste im Bach gehabt», so Steck.

Anders beim Forstbetrieb Wölflinswil-Herznach-Oberhof-­Ueken. Hier mussten mancherorts Äste, etwa aus den Wölflinswiler Bach, gezogen werden. «Problematisch sind Unterführungen und Engstellen, an denen abgebrochene Äste hängen und dadurch nachkommendes, kleineres Material aufstauen», so Leiter Jeremias Boss.