Gute Laune und beste Stimmung gab es im gemütlich warmen Zelt auf dem Joggeliplatz in Kaisten anlässlich der Eröffnung der Fasnacht 2019. Traditionell liessen sich die Besucher Sauschwänzli, Saumäuler und eine dampfende Mehlsuppe schmecken. Ausgelassen tobten die Kinder umher. Die nicht mehr ganz taufrischen, dafür umso humorvolleren Herren der «alti Garde» zogen mit reichlich Lärm auf nicht alltäglichen Instrumenten im Gänsemarsch ein.

Pünktlich um 11.11 Uhr eröffnete Fasnachtsvater Marco Zaugg die neue Saison, kurz danach stellte er gemeinsam mit Zeremonienmeister Daniel Winter das mit Spannung erwartete Fasnachtsmotto 2019 sowie die Plakette vor.

Zweifaches Jubiläum

Die Chaischter Fasnacht kann im nächsten Jahr gleich ein doppeltes Jubiläum feiern: Der Verein der «Chaischter Haldejoggeli» feiert seinen 40. Geburtstag, der Joggeliball findet zum 45. Mal statt. So sind Motto und Plakette ganz auf diese Ereignisse ausgerichtet. «Au nach 40 Joor Füür und Flamme» – das finden nicht nur die Mitglieder des Joggelivereins, sondern das ganze Dorf. Auch die Plakette ist ein kleiner Augenschmaus: Symbolisch auf einer angedeuteten 40 treibt der Haldejoggeli sein Unwesen – eben seiner Flasche entstiegen, rührt er wild mit einem Löffel die Suppe im Kessel. Daraus steigt geheimnisvoll der Dampf nach oben.

Am ersten Faissen (14. Februar 2019) geht es dann richtig los. Endlich darf an diesem Tag auch der Geist des Haldejoggeli aus seinem Gefängnis – gemäss eines Paktes mit dem Dorf für drei Wochen. In dieser Zeit wird der Tunichtgut wieder versuchen, Unheil anzurichten. Anschliessend muss er damit wieder ein Jahr warten, denn am Fasnachtsdienstag wird sein Geist wieder in die Flasche bugsiert und in die «Tüüfelschuchi» in den Hardtwald gebracht.

Brauchtum und viel Neues

Der Jubiläumsumzug am 3. März wird wieder bunt und lustvoll sein. Zehn Vereine präsentieren zum Fasnachtsmotto ihre Ideen, auch mit ihren sehr individuellen Darbietungen. Und da in dieser Zeit Schulferien sind, werden auch Schule sowie Kindergarten mitmachen.

Mit der Fasnachtseröffnung beginnt wie immer die heisse Phase der Vorbereitungen für alle teilnehmenden Vereine, besonders für die Chaischter Haldejoggeli, die eng verbunden sind mit der langen Tradition der Kaistener Fasnacht. Diese geht zurück bis ins Mittelalter. Damit wird altes Brauchtum gepflegt, doch ebenso ist im Laufe der Jahrhunderte Neues hinzugekommen. Wie zum Beispiel der Haldejoggeli selbst als Symbolfigur, der verbunden wird mit einer gruseligen Sage um einen wüsten Landvogt.

Doch zur Eröffnung der Fasnacht 2019 gestern Sonntag ging es alles andere als gruselig und wüst zu. Bis zum späten Nachmittag gab es Musik verschiedener Formationen, viel Spass – und eben für alle, die es mochten, die traditionellen Sauschwänzli.