Laufenburg
Museum und Narro-Alt-Fischerzunft 1386 profitieren

Gestern Abend wurde in Laufenburg die Fasnacht verbrannt. Geht es nach der Narro-Alt-Fischerzunft 1386 und dem Museumsverein, sollen die Bräuche rund um die Fasnacht auch das Jahr über grössere Präsenz geniessen.

Marc Fischer
Drucken
Künftig können die Narronen ihre Anlässe nicht nur in Zunftstube, sondern im ganzen «Schiff» abhalten. mf

Künftig können die Narronen ihre Anlässe nicht nur in Zunftstube, sondern im ganzen «Schiff» abhalten. mf

Ab April jedenfalls will die Narro-Altfischer-Zunft die Taverne Schiff, in deren hinterem Teil sich die Zunftstube befindet, pachten.

«Noch ist die Tinte nicht unter dem Vertrag», so Zunftmeister René Leuenberger junior und Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins Laufenburg, unisono. Beide sind sich aber einig, dass nichts mehr schiefgehen sollte. Sowohl das Bott der Narro-Alt-Fischerzunft als auch der Vorstand des Museumsvereins hätten den Vertrag bereits abgesegnet.

Schwierige Pächtersuche

Ende 2010 war der Pachtvertrag zwischen Museumsverein und langjährigem Pächter ausgelaufen und nicht erneuert worden. Seither war das «Schiff» – ausser an der Fasnacht – geschlossen. «Wir wollten eine Neukonzeption für den zukünftigen Restaurationsbetrieb erarbeiten», erklärt Hannes Burger. «Wir konnten jedoch trotz angenehmer Konditionen keinen Pächter finden.» Aufgrund der Grösse des Lokals sei es schwierig, mit dem «Schiff» einen Gewinn zu erwirtschaften. Dennoch ist Burger überzeugt, dass nun eine gute Lösung gefunden ist. Zunftmeister Leuenberger teilt diese Überzeugung. «Die Zunftstube im hinteren Teil des Restaurants Schiff besteht seit 30 Jahren, wir sind stolz, dass wir sie nun auch für die künftige Generation sichern können.»

Am Bott habe es eine richtig «basisdemokratische Diskussion» über Vor- und Nachteile eines Vertrages gegeben, an deren Ende eine «grandiose Mehrheit» für das Pachten des «Schiffs» gestimmt habe. Der Stolz und die Freude der Narronen sind so gross, dass sie auch bereit sind, persönlich dafür in die Tasche zu greifen, um die Kasse der Zunft nicht übermässig zu beanspruchen.Es gelte nun, das Ganze langsam anzugehen, führte Leuenberger weiter aus.

«Das Engagement muss wachsen.» Für geregelte Öffnungszeiten fehlen der Zunft die personellen Ressourcen. Vorerst soll das ganze «Schiff» – Zunftstube und vorderer Gastraum –- für zunfteigene Anlässe genutzt werden. «Das Lokal bietet sich aber auch an für Feiern mit bis zu 50 Personen», sagt Leuenberger, nicht zuletzt mit Blick auf das nahegelegene Regionale Zivilstandsamt. «Das Catering kann zwar nicht von der Zunft übernommen werden, Tipps geben wir aber gerne.»

Bräuche besser präsentieren

Sicher wird der Gastraum an der Fasnacht für die Öffentlichkeit zugänglich sein, in einem Rahmen, wie die Zunft das Lokal bereits in den letzten zwei Jahren genützt hat. Als Idee im Raum steht auch, ab und zu Themenabende zu veranstalten.

In der Zusammenarbeit mit dem Museum sieht Leuenberger Chancen für beide Seiten. «Wir werden sicher versuchen, unser Brauchtum noch besser zu präsentieren – vielleicht gerade im Erdgeschoss beim Eingang zur Gaststube.» Doch auch das Museum könnte profitieren: Besucher können nun bei Führungen auch die attraktive Zunftstube besichtigen. Zudem gebe es sicherlich Möglichkeiten, bei Anlässen des Museums Synergien zu nutzen.

Aktuelle Nachrichten