Möhlin

Mühlerad wird nach 30 Jahren ersetzt – Bau und Montage der neuen Konstruktion sind eine Herausforderung

Max Mahrer (l.) und Markus Lützelschwab mit dem neuen Wasserrad.

Max Mahrer (l.) und Markus Lützelschwab mit dem neuen Wasserrad.

Max Mahrer hat ein breites Lächeln im Gesicht, wie er den massiven Holzbau genauer studiert. Er steht in der Halle des Holzbauunternehmens Lützelschwab in Möhlin. Dort also, wo seit einigen Wochen das neue Möhliner Mühlerad gebaut wird. Seine Freude sei «riesengross» darüber, dass das Rad nun bald fertig sein soll, sagt Mahrer. Das Projekt wurde von Mahrer und seinen beiden Mitstreitern in der Arbeitsgruppe Möhliner Mühlerad, René Braccini und Clemens Meyer, gestartet. Die Idee: Das fast 30-jährige Wasserrad beim Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach – einst ebenfalls auf Initiative der Arbeitsgruppe gebaut – zu sanieren.

Inzwischen ist der Bau des neuen Wasserrads fortgeschritten, wobei tatsächlich von einem neuen Rad gesprochen werden muss. Einige eiserne Bauteile, etwa die Rosette, können restauriert werden. Nicht aber das hölzerne Rad. Die 27 Betriebsjahre hatten dem Eichenholz zu stark zugesetzt. «Besonders die Zeit, in der das Rad wegen der Umbauarbeiten beim Wohnzentrum stillstehen musste», so Mahrer.

Für Markus Lützelschwab und das Team der Lützelschwab AG ergab sich so ein ganz spezieller Auftrag. «Es war das erste Mühlerad, das wir je gebaut haben», sagt er. Entsprechend war der Bau auch eine Herausforderung. Pläne und Bauteile des originalen Wasserrads wurden konsultiert, um sie möglichst genau nachbauen zu können. Rund 1,2 Kubikmeter Eichenholz wurden verbaut. Das neue Wasserrad hat wie sein Vorbild einen Durchmesser von über drei Metern. Entstanden ist allerdings keine genaue Kopie des alten Wasserrads. So verfügt das neue Rad über 24 Wasser­kammern, während es beim Original 21 Kammern waren. «Wir erhoffen uns davon, dass das Rad mit weniger Wasser läuft», sagt Mahrer.

Im Frühling soll das Mühlerad wieder an seinen Platz kommen

Geplant ist, dass das neue Mühlerad im Frühling installiert werden kann – wobei auch das eine Herausforderung wird. «Eine Montage vor Ort beim Mühlehäuschen ist nicht möglich», sagt Lützelschwab. Das Wasserrad werde deshalb in der Halle auf einem eigens dafür erstellten Montagedock «fix fertig zusammengebaut» und an seinen Standort transportiert. Ein Kran soll die über zwei Tonnen schwere Konstruktion dann ins Häuschen hieven.

Die Bau- und Montagekosten für das neue Mühlerad sowie das Mühlehäuschen belaufen sich gemäss aktuellen Schätzungen auf einige zehntausend Franken. Die Arbeitsgruppe hat in den vergangenen Monaten dafür Spenden gesammelt. «Ein ordentlicher Betrag ist bereits zusammengekommen», sagt Mahrer zufrieden. Weitere Spenden seien aber natürlich willkommen.

Das Mühlerad ist als Beitrag zum 1225-Jahr-Jubiläum, das die Gemeinde in diesem Jahr feiern konnte, gedacht. «Mühleräder sind ein Wahrzeichen des Dorfes», erklärt Mahrer. Bis zu sieben Mühlen gab es einst im Dorf. Auch ganz in der Nähe des heutigen Standorts: Die Villa Kym nämlich wurde 1689 erstmals erwähnt – als Sägemühle. Noch heute ist das Gebiet als Flur «In der Mühle» bekannt. Bald nun dreht dort wieder ein Wasserrad seine Runden. «Hoffentlich mindestens für die nächsten 30 Jahre», wie Mahrer mit einem breiten Lächeln sagt.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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