Rheinfelden
Mit Pfeil und Bogen: So macht das Mittelalter Spass

Knapp ein Dutzend Teilnehmer hat sich am Samstagnachmittag auf dem Inseli in Rheinfelden in die Kunst von Armbrust- und Bogenschiessen einweisen lassen.

Hans Christof Wagner
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Mit Pfeil und Bogen: So macht das Mittelalter Spass
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Bis zum Mundwinkel spannen- Fabio Rudolf hat den Bogen raus
Zielübungen auf dem Inseli - die Workshop-Teilnehmer in Aktion (3)
Fabio Rudolf (links) und Romain Bornex (rechts) wiesen die Teilnehmer auf dem Inseli ein
Zielübungen auf dem Inseli - die Workshop-Teilnehmer in Aktion (2)
Fabio Rudolf hatte auch eine ganze Palette an unterschiedlichen Pfeilspitzen mit dabei
Die Workshop-Teilnehmer konnten unter vielen Bogen auswählen
Schuss ins Blaue - zum Abschluss versenkte Fabio Rudolf einen Pfeil im Rhein
Schussbereit - Romain Bornex mit der Armbrust

Mit Pfeil und Bogen: So macht das Mittelalter Spass

Hans Christof Wagner

Gab es zu Zeiten von Wilhelm Tell eigentlich schon Armbrüste? Romain Bornex vom Rheinfelder Schützenverein, auf Facebook nennt er sich Celedethor Celebrilwaeg Thorogdagnir, stellt die Frage an die Runde, wartet ein wenig und nimmt die Antwort vorweg: «Ja, es gab sie. Schon die alten Griechen kannten sie im vierten Jahrhundert vor Christus.»

Freilich sind die Exemplare, die für den Workshop des Fricktaler Museums bereit liegen, neuerer Produktion. Bornex lädt sie mit kleinen Stahlkugeln anstatt mit Pfeilen. Die Teilnehmer müssen die Armbrust auf den Boden stellen, mit dem Fuss fixieren und die Sehne mit beiden Händen spannen. Bornex: «Bis es klick macht.»

Fabio Rudolf, Geschichtsvermittler und Museumspädagoge, hat eine ganze Palette an Bogen und Pfeilen mitgebracht: Nachbauten von Originalen, wie sie im 13. Jahrhundert gebräuchlich waren. Bei ihm sollen die Workshop-Teilnehmer auf eine Wildsau zielen. «Spannt den Bogen mit zwei Fingern bis zum Mundwinkel», sagt er, «den linken Arm ganz ausgestreckt.» Zielen und loslassen – hier nicht so einfach wie bei den Armbrüsten, die, wenn auch sicher nicht Original-Mittelalter, mit einer Zielvorrichtung versehen sind. Die Teilnehmer können auf eine Wand mit mittelalterlichen Fabelwesen zielen.

Schiessübungen ausserhalb der Stadt: Heute ist das ein Freizeitvergnügen für 15 Franken Teilnahmegebühr. Schiessübungen in Mittelalter und früher Neuzeit, so die These von Wiktor Sendecki, Praktikant am Fricktaler Museum, waren Bürgerpflicht zwecks Verteidigung der Stadt. Sendecki hat die Gruppe zu Beginn in der Ringmauerscheune begrüsst und sie die Sonderausstellung zum Eidgenossen-Jubiläum anschauen lassen – pädagogischer Hintergedanke einer aktionsreichen Mittelalter-Darbietung auf dem Inseli.

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