Magden
«Bünn»-Bebauungsgegner ärgern sich über Vorlage des Gemeinderats

2016 setzte sie sich erfolgreich gegen eine Umzonung des Areals ein. Und auch mit dem nun vorgestellten neuen Vorschlag zum «Bünn» ist die Gruppe «4312» nicht zufrieden. Sie will, dass das Gebiet der Grün- und Landwirtschaftszone zugeteilt wird.

Nadine Böni
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Am Gebiet Bünn in Magden scheiden sich die Geister: Soll es überbaut werden oder grün bleiben?

Am Gebiet Bünn in Magden scheiden sich die Geister: Soll es überbaut werden oder grün bleiben?

Dennis Kalt (17. Februar 2021)

Ein Satz missfällt der Gruppe «4312» besonders. Gesagt hat ihn der Magdener Gemeindeammann André Schreyer zu den überarbeiteten Plänen betreffend des Gebiets Bünn. Nachdem 2016 eine erste Vorlage für die künftige Nutzung des rund drei Hektaren grossen Areals südöstlich des Ortskerns abgelehnt wurde, präsentierte der Gemeinderat vergangene Woche eine überarbeitete Version.

Das «Bünn» soll einer eigens dafür geschaffenen Spezialzone zugewiesen und mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt werden. «Ich bin sicher, dass der neue Vorschlag im Dorf auf breite Akzeptanz stösst, wobei es nach wie vor Gegner gibt», sagte Schreyer.

Es ist jener Satz, der Regula Bachmann und Marion Eschler, Vertreterinnen der Gruppe 4312, missfällt. «Wir wissen nicht, wie der Gemeindeammann darauf kommt, von einer breiten Akzeptanz zu sprechen», sagt Eschler. Dem Komitee sei es wichtig, die Relationen klar zu stellen. Bachmann:

«Drei Viertel der Eingaben im Mitwirkungsverfahren haben sich für eine Zuweisung des <Bünn> in die Landwirtschafts- und Grünzone ausgesprochen.»

Tatsächlich: 169 Eingaben gingen im Verfahren ein, 123 davon über ein Formular, welches die Gruppe «4312» zuvor zur Verfügung gestellt hatte – eben mit der Forderung, das Gebiet der Landwirtschafts- und Grünzone zuzuweisen. Das sei in der vergangene Woche in Magden verteilten Broschüre zum Thema allerdings nicht ersichtlich, kritisieren die Projektgegner. «Das ist einfach nicht transparent», sagt Eschler.

Wachstum ist wichtigstes Argument

Die Gruppe «4312» hatte sich bereits vor fünf Jahren gegen die Einzonung des Gebiets Bünn eingesetzt. Damals wie heute wichtigstes Argument der Gruppe ist das Wachstum. «Als Hauptanliegen aus der Zukunft 2007 ging hervor, dass sich die Bevölkerung ein moderates, überlegtes, qualitatives und gebremstes Wachstum wünscht. Daran hat sich nichts geändert», sagt Marion Eschler. Der Gemeinderat sieht im «Bünn» hingegen Potenzial für bis zu 300 Einwohnerinnen und Einwohner – wobei das Gebiet in Etappen bebaut werden soll. Eschler sagt trotzdem:

«Das ist nicht moderat.»

Dass die Bevölkerungszahl in Magden in den vergangenen Jahren stagnierte und zuletzt gar rückläufig war, ist für sie kein Problem, im Gegenteil: «Wir dürfen diese Entwicklung mit einem solchen Projekt nicht wieder aushebeln», sagt Eschler.

Auch Regula Bachmann sieht das so und verweist auf das revidierte Raumplanungsgesetz. Ziel sei die «qualitativ gute Verdichtung». Die Gruppe «4312» sieht dafür auch in Magden verschiedene Möglichkeiten. Etwa in der Umgebung des Werkhofs. «Dieses Areal ist – im Gegenteil zum «Bünn» – zentral gelegen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen. Es wäre somit ideal geeignet für gemischtes Wohnen von Jung und Alt sowie günstigen Wohnraum», so Bachmann.

Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft

Das Vorgehen für den Abstimmungskampf wird die Gruppe in den nächsten Wochen besprechen. «Man wird uns hören und sehen», kündigt sie an. Am 3. Dezember entscheidet die Gemeindeversammlung über das Vorhaben. Wird es abgelehnt, so bleibt das «Bünn» in der Landwirtschaftszone.

Besteht da nicht die Gefahr, sich langfristig die Möglichkeiten zur Entwicklung des Areals zu verbauen? Marion Eschler und Regula Bachmann schütteln den Kopf. «Verbauen würden wir uns nur etwas, wenn das Gebiet jetzt bebaut wird. So aber lassen wir kommenden Generationen noch Entwicklungsmöglichkeiten», sagt Bachmann.

Immerhin in einem Punkt sind sich die Gruppe und der Gemeinderat einig: Bei der Versammlung kommt es vor allem darauf an, welche Seite besser mobilisieren kann. Prognosen seien daher schwierig. Die Chancen, dass die Einzonung des «Bünn» abgelehnt und das Gebiet somit der Landwirtschaftlichen Zone zugewiesen wird, schätzen Bachmann und Eschler aber als «durchaus realistisch» ein.

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