Fünfte Jahreszeit

Littering an der Fasnacht: Mehrwegbecher sollen gegen das Problem helfen

Nach den Umzügen in Möhlin werden jeweils zwischen 10 und 14 Tonnen Konfetti und Abfall eingesammelt.

Nach den Umzügen in Möhlin werden jeweils zwischen 10 und 14 Tonnen Konfetti und Abfall eingesammelt.

Fricktaler Fasnachtshochburgen gehen das Littering mit Mulden, Mülltonnen und neu auch mit Mehrwegbechern an.

In den letzten Jahren landete an der Luzerner Fasnacht stets Abfall in der Reuss, sodass vergangene Woche alle grossen Fasnachtsorganisationen zusammen mit der Stadt in einer Medienmitteilung an die Vernunft der Fasnächtlerinnen und Fasnächtler appellierten.

Der Rhein sei bisher von massivem Littering während der Fasnacht verschont geblieben, sagen sowohl Roger Wendelspiess von der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden (FGR) als auch Roman Maier, zuständig für die Sicherheit an der Laufenburger Fasnacht.

Sowohl die Fasnacht in Rheinfelden als auch jene in Laufenburg sind grenzüberschreitend und empfangen viele deutsche Fasnächtler. Das Littering gehen beide Städte mit grossen Mulden beziehungsweise mit 40 bis 50 Mülltonnen und Big Bags, grossen Müllsäcken, an.

Neues Litteringkonzept in Laufenburg

Neu in Laufenburg sind dieses Jahr Mehrwegbecher. «Nach der Fasnacht lagen in den vergangenen Jahren unzählige Pappbecher und viel Plastik herum. Mit dem Einsatz von einheitlichen Mehrwegbechern, die man in allen Beizen beziehen und auch zurückgeben kann, rechnen wir mit bis zu 60 Prozent weniger Abfall am Ende der Fasnacht», schildert Roman Maier, Mitglied der Narro-Alt-Fischerzunft 1386 Laufenburg.

In Rheinfelden ist es Sache der Betreiberinnen und Betreibern der rund 15 Essensstände, Private und Vereine, ob sie Mehrwegbecher einführen. «Ein besonderes Litteringkonzept gibt es nicht», sagt Roger Wendelspiess, seit 44 Jahren aktiver Fasnächtler. «Um gegen den Abfall der Umzugswagen wie zum Beispiel Schachteln vorzugehen, stellen wir im Vorfeld zwei Mulden auf, und zwar eine vor dem Mädchenschulhaus und eine vor der Schützenmattturnhalle», sagt Roland Wendelspiess, seit vier Jahren Präsident der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden (FGR).

Der diesjährige grenzüberschreitende Umzug am Sonntag, 23. Februar, führt um 14.11 Uhr vom Obertorturm durch die Geiss- und die Marktgasse hin zur Brücke. Für die Entsorgung der Fackeln, mit denen im Anschluss an das grosse Guggenkonzert vom Samstagabend, 22. Februar, vom Zoll zum Obertorturm gezogen wird, werden Fässer aufgestellt.

In Möhlin sind Mehrwegbecher noch kein Thema

Roman Maier vom Fasnachtsorganisationskomitee in Laufenburg erwähnt verschiedene Litteringkonzepte, die in den letzten Jahren erarbeitet wurden. «Schon länger tabu sind Glasflaschen und Trinkgläser. Alle Beizer wissen um diese Richtlinie, deren Einhaltung zusätzlich von der Security kontrolliert wird», schildert Maier.

Auf der deutschen Seite gebe es ein Pfandsystem mit zwei Euro pro Flasche, das gut funktioniere. «Da einige deutsche Fasnächtler mit Glasflaschen über die Brücke ins schweizerische Laufenburg kommen, stellen wir am Brückenkopf eine grosse Mülltonne auf, die ebenfalls von Security bewacht wird», sagt Roman Maier.

Dieses Jahr noch nicht Thema sind Mehrwegbecher in Möhlin, schildert Renate Erni, Vize-Zunftmeisterin der Fasnachtszunft Ryburg und OK-Präsidentin des diesjährigen internationalen Narrentreffens vom 15. und 16. Februar. «Wir wissen von Auflagen diesbezüglich und im nächsten Jahr wird es auch in Möhlin Thema sein.»

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