Rhein
Es soll die Attraktion in Laufenburg werden: Die Pläne für das neue Floss stehen – die Finanzierung noch nicht

Hochwasser und die Pandemie sorgten dafür, dass die Saison 2021 für den «Löwen von Laufenburg» und Kapitän Marcus van Nijenhoff zum Verlustgeschäft wurden. Entmutigen lassen will er sich davon nicht – im Gegenteil: Er will schon bald auf ein Solar-Floss als neue Attraktion setzen. Grösste Hürde: die Finanzierung.

Hans Christof Wagner
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Marcus van Nijenhoff will auf dem Rhein bei Laufenburg ein Floss betreiben.

Marcus van Nijenhoff will auf dem Rhein bei Laufenburg ein Floss betreiben.

Reinhard Herbrig (12. Januar 2022)

Es wäre ein Alleinstellungsmerkmal - das solarbetriebene Floss, mit dem Marcus van Nijenhoff bald über den Hochrhein schippern will. Der Kapitän und Inhaber des Fahrgastschiffs «Löwe von Laufenburg» will dieses in der Werft Ritzdorf Schiffs- und Industrietechnik mit Sitz im deutschen Remagen bauen lassen.

Deren Geschäftsführer Rainer Ritzdorf bestätigt das Alleinstellungsmerkmal, das van Nijenhoff damit hätte. Er sagt:

«Ein Floss in dieser Grössenordnung gibt es beispielsweise in Deutschland sonst nur noch an einem weiteren Standort.»

In der Schweiz seien einige kleinere Flosse unterwegs. Aber in ihren Dimension reichten sie nicht an das heran, was für die «Laufenbummler», wie van Nijenhoff das Floss taufen will, geplant ist: 27 Meter lang, acht Meter breit und mit Platz für mehr als 200 Passagiere und Passagierinnen.

Bauvertrag mit der Werft noch nicht unterschrieben

Wann es in Laufenburg einsatzbereit wäre, ist aber offen. Denn laut Ritzdorf ist der Bauvertrag zwischen ihm und dem Laufenburger Skipper noch nicht besiegelt. Gerechnet wird mit einer mehrmonatigen Bauzeit. Ritzdorf sagt auf Nachfrage, dass es womöglich auch schneller gehe. Dass die «Laufenbummler» aber schon im Sommer am Hochrhein ablegt, hält er für «sehr sportlich».

Ohnehin gibt es noch Fragen zur Finanzierung. 2,4 Millionen Euro kostet das Floss. Um diese aufzubringen, müsste van Nijenhoff sein am Niederrhein fahrendes Frachtschiff verkaufen, EU-Fördergelder beantragen und einen Bankkredit aufnehmen. Gegenüber der Zeitung Südkurier räumte er ein:

«2,4 Millionen Euro sind nicht wenig. Doch wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Das ist meine Devise.»

Er sei entschlossen, die Investition zu wagen, gerade aufgrund einer eher durchzogenen vergangenen Saison, sagt der Deutsche. Denn die war laut «Südkurier» mit nur insgesamt 360 Passagieren bei den Rundfahrten ein Verlustgeschäft.

Der Kapitän hält das Schiff für zu klein

Trotz des Umstands, dass er die 75 Sitzplätze, die das Schiff «Löwe von Laufenburg» maximal bietet, 2021 kaum voll hat auslasten können, hält er das Schiff für zu klein, um damit kostendeckend unterwegs zu sein.

Mit dem Floss könnte er Passagierinnen und Passagiere aus zwei Bussen auf einmal an Bord nehmen, wie er erklärt. Damit hätte er bei den Gesellschaftsfahrten – sollten sie nach Corona irgendwann wieder anziehen – eine gute Ausgangslage.

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