Laufenburg
Gefahr am Fluss: Eine Ausstellung erzählt die Geschichte eines Schiffs, das nie am Ziel ankam

Am 5. Februar eröffnet das Laufenburger Museum Schiff die Türen mit seiner neuen Ausstellung. Es geht um die Tücken und Gefahren von Flüssen im Fricktal, insbesondere des Rheins in der Region Laufenburg. Beleuchtet werden die Risiken von damals bis heute – erzählt in Hörgeschichten, Fotos und Malerei.

Andrea Worthmann
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Hannes Burger und Ariane Dannacher im Museum Schiff mit einem Bild des Malers Wilhelm Friedrich Gmelin für die kommende Ausstellung.

Hannes Burger und Ariane Dannacher im Museum Schiff mit einem Bild des Malers Wilhelm Friedrich Gmelin für die kommende Ausstellung.

Andrea Worthmann

Das Laufenburger Museum Schiff setzt wieder die Segel. Diesmal mit einer Ausstellung rund um das Thema «Gefahr am Fluss», genauer: am Rhein. Die Kuratorin Ariane Dannacher und Museumspräsident Hannes Burger führen wenige Tage vor Ausstellungsbeginn durch jene Räume, in denen diese gerade im Aufbau ist.

Jeder Raum im Museum Schiff wird anders bestückt und aufeinander aufbauend sein. So erfährt man im ersten Raum viel über den Handel im 18. und 19. Jahrhundert, explizit über den Schiffhandel. Einerseits über die Zurzacher Messe, die sehr wichtig war in der Region von Basel bis zum Bodensee. Aber auch über den Handel mit Salz und Öl als wichtige Güter.

Hörstationen bieten spannende Geschichten

Zwischendrin ist der Raum gespickt mit Bildern und Geschichten über besagte Gefahren oder aber Unfälle im Zusammenhang mit den Schiffhandelsfahrten.

Einer Geschichte über einen Schiffsunfall 1626 bei Brugg kann man an einer Hörstation im ersten Ausstellungsraum lauschen. Das Schiff war auf dem Weg nach Zurzach, als es in Brugg auseinanderbrach. 80 Menschen sind ertrunken, nur ein paar überlebten. Die Schilderungen von Geschichten sind Teil der gesamten Ausstellung und machen diese lebendig und spannend.

Der Handel in Laufenburg wird separat beleuchtet auch im Hinblick auf Landwege, Wasserwege, aber auch wie das mit den Zöllen funktioniert hat und die damaligen Abläufe im Allgemeinen.

Schiffsnachbauten und Fotos sollen die Ausstellung beleben

Im nächsten Raum ist noch nicht viel zu sehen, auffällig ist jedoch ein buntes Bild, auf dem ein Boot zu sehen ist, dessen Schiffer von zwei Meerjungfrauen umgarnt wird, während man unter Wasser weitere Nixen und einen Wassermann mit Dreizack neben einigen Knochen und Totenschädeln sieht.

Damit wollte der Maler, der Grenzzöllner war, wohl auf die Gefahren des Flusses aufmerksam machen, wenn auch mit naiver Malerei. Weitere Exponate werden aus zeitgenössischen Dokumenten, wie beispielsweise der Flösserordnung oder anderem Regelwerk, bestehen. Auch Weidlinge – so nannte man gängige Boote damals – werden in kleinem Massstab als Nachbau zu sehen sein.

Hochwasser, Strömungen und Strudel

Der letzte und grösste Raum soll vor allem den neuen Medien gewidmet sein. Es gibt Filme und Interviews auf mehreren Bildschirmen und zahlreiche Fotos vom Hochwasser, dem überfrorenen Rhein 1964 oder der sogenannten «Rhygfrörni» von 1929. Ariane Dannacher sagt:

«Das waren dann richtige Spektakel. Die Leute haben das gefeiert und sind auf das Eis gegangen und haben ein Fest daraus gemacht.»

Damals wie heute gibt es Gefahren auf dem Rhein, sei es durch Hochwasser, aber auch durch starke Strömungen vor allem nach extremen Wetterverhältnissen. Der wilde Rhein ist zwar nach dem Bau des Wasserkraftwerkes 1914 gezähmt, aber Geschichten gibt es dennoch unzählige.

Einige davon wird die Ausstellung erzählen. Weitere kann man in der eigens dafür erstellten 80-seitigen, bebilderten Broschüre lesen. Das Museumsteam freut sich auf interessierte Besucherinnen und Besucher und bittet um Anmeldung für die Vernissage, da ein Coronakonzept noch auszuarbeiten ist.

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