Laufenburg
Die Stadt will den Marktplatz umgestalten – und weitere Teile der Altstadt mit Fernwärme versorgen

Im nächsten Jahr soll die dritte Etappe der Sanierung der Altstadt starten. Sie umfasst unter anderem den Marktplatz, die Marktgasse und die Flössergasse, wo das Strassenbild verschönert und die Abwasser- und Trinkwasserleitungen sowie die elektrischen Leitungen erneuert werden sollen. Und: Weitere Liegenschaften sollen an den Fernwärmeverbund angeschlossen werden.

Horatio Gollin
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Erklärten die dritte Etappe der Altstadtsanierung: Felix Naef (v.l.), Christian Huber, Emil Schmid und Vizeammann Christian Rüede.

Erklärten die dritte Etappe der Altstadtsanierung: Felix Naef (v.l.), Christian Huber, Emil Schmid und Vizeammann Christian Rüede.

Horatio Gollin / Aargauer Zeitung

Die Sanierung der Altstadt beschäftige ihn als Projekt schon lang, meinte der Laufenburger Vizeammann Christian Rüede, der auch das Bauamt leitet. Nun steht die nächste Etappe an, für die an der Sommergmeind 2021 der Projektierungskredit genehmigt wurde. 40 Interessierte hatten sich am Dienstagabend in der Stadthalle zur Vorstellung der dritten Etappe der Sanierung der Altstadt eingefunden.

Die dritte Etappe umfasst den Marktplatz, die Marktgasse, die Herrengasse sowie das Rossgässli, die Rösslistäge und die Flössergasse, wo nicht nur das Strassenbild verschönert, sondern auch Abwasser- und Trinkwasserleitungen sowie die elektrischen Leitungen erneuert und der Anschluss der Liegenschaften an den Fernwärmeverbund vorbereitet werden soll.

Der Marktplatz wird umgestaltet

«Der Marktplatz ist jetzt eine Strasse. Es ist uns wichtig, eine erlebbare Fläche zu schaffen», sagte Felix Naef von Naef Landschaftsarchitekten. Durch ein Versetzen des Brunnens und das Anpflanzen von vier Schirmplatanen soll ein deutlicherer Platzcharakter und eine höhere Aufenthaltsqualität geschaffen werden. In allen Gassen soll durch neue Pflasterungen ein schöneres Strassenbild entstehen. Dem Gefälle in der Marktgasse wird mit Schleppstufen in der Breite der bisherigen Gehwege Rechnung getragen, sodass Anwohner auch Tisch und Stühle vor das Haus stellen können.

Entlang der Häuser soll ein 50 Zentimeter breiter Streifen ausgesandet werden, damit die Luft zirkulieren und Wasser verdunsten kann und nicht in die Wände zieht. Eine Idee sei es, die Möglichkeit zur Anpflanzung von Kletterpflanzen wie Rosen oder Reben einzurichten. Naef betont, dass dies aber von den Anwohnern freiwillig gemacht werden müsse.

Leitungen werden komplett erneuert

Die Kanalisation, die Wasserversorgung und die Stromleitungen werden komplett neu gemacht. Emil Schmid vom Planungsbüro Koch + Partner führte aus, dass schon die erste und zweite Etappe dadurch erschwert wurden, dass im Boden die verschiedenen Versorgungsleitungen nicht systematisch verlegt waren.

Bei der Stromversorgung sollen anstelle einer Hauptleitung, von der Abgänge zu einzelnen Häusern führen, die Häuser über direkte Leitungen von Kabelkabinen angeschlossen werden. «Das bedeutet, dass für jede Liegenschaft ein separates Röhrchen in den Boden muss», so Schmid. Die alte Stromversorgung wird während der Massnahme aufrechterhalten, aber mit kurzen Stromunterbrechungen sei zu rechnen.

Während Wasser- und Abwasserleitungen nur bis zur Fassade kostenfrei verlegt werden und die Eigentümer die Kosten für den Anschluss tragen müssen, erfolgt die Erneuerung der Stromversorgung kostenfrei.

Kosten für die Wärme werden steigen

Christian Huber von der Energiegenossenschaft ADEV erklärte, dass der Fernwärmeverbund mit dem bestehenden Verbund zusammengeschlossen werden soll. Die bisher kommunizierten Anschlussgebühren blieben bestehen, allerdings würden die Kosten für die Wärme steigen. «Aber nicht so stark wie der Strompreis», sagte Huber. Der Anschluss aller Häuser an die Fernwärme soll vorbereitet werden, wozu die Gemeinde in Vorleistung gehen müsse. Die Mittel dafür sollen auf der Gemeindeversammlung im November beantragt werden, führte Rüede aus.

Der Baubeginn ist für den Frühling beziehungsweise Frühsommer 2023 vorgesehen. Schmid rechnete mit einer Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren. Die vierte Etappe um den Laufenplatz, die Laufengasse und die Fischergasse soll dann 2026 kommen, sagte Rüede. Für die dritte Etappe der Sanierung der Altstadt findet vom 26. September bis zum 26. Oktober die öffentliche Auflage statt.