Laufenburg
Die neu gewählte Stadträtin scheut die Dreifachbelastung nicht

Rebecca Melton will frischen Wind nach Laufenburg bringen und die Stadt familienfreundlicher gestalten. Einen kühlen Kopf behält die studierte Betriebsökonomin und Mutter, die gerne die Herausforderung sucht, auch bei Finanzthemen.

Dennis Kalt
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Strahlte am Sonntag bis über beide Ohren: Rebecca Melton, neu gewählte Stadträtin von Laufenburg.

Strahlte am Sonntag bis über beide Ohren: Rebecca Melton, neu gewählte Stadträtin von Laufenburg.

Bild: hcw (26. September 2021)

Rebecca Melton sucht die Herausforderung und lässt sich gern auf Unbekanntes ein. So hat es die 34-Jährige etwa zu Studienzeiten nach Hongkong und Peking verschlagen, um eine fremde Sprache zu lernen und eine neue Kultur zu verstehen. Bald wird die studierte Betriebsökonomin abermals eine Herausforderung meistern müssen: eine politische, in ihrem Amt als gewählte Stadträtin von Laufenburg. Am Sonntag schaffte sie als parteilose Kandidatin gleich im ersten Wahldurchgang deutlich den Sprung in die Exekutive.

Melton, Mutter eines knapp einjährigen Sohnes, zog vor vier Jahren mit ihrem Partner von Stein nach Laufenburg in ein Eigenheim. Sie sagt:

«Wir lebten beide zuvor in einer kleinen Wohnung, haben uns ein Auto geteilt, waren sparsam unterwegs.»

Melton bezeichnet sich als «junge und dynamische Mutter», die Laufenburg familienfreundlicher machen will. «In meinen Augen ist das Angebot an Kinderbetreuung ausbaufähig», sagt sie etwa. Dies habe sie auch in Gesprächen mit Familien aus dem Quartier und der Stadt bestätigt.

Den nötigen Biss, um sich zu behaupten

Melton arbeitet in einem 100-Prozent-Pensum für ein internationales Pharmaunternehmen in Basel als stellvertretende Direktorin der Finanzen – ein Bereich, in dem fast nur Männer tätig sind, wie sie sagt. Da brauche es schon «den nötigen Biss», um sich zu behaupten. Durch ihren Beruf könne sie auch bei Finanzthemen einen kühlen Kopf bewahren.

Melton beschreibt sich als jemand, der Spass an der Diskussion hat, aber keine sei, die auf ihrem Recht beharre. Sie sagt:

«Wenn mich die Argumente des Gegenübers überzeugen, habe ich keine Probleme, meine Sichtweise zu ändern.»

Dies sei ja auch für ihre Arbeit in einer Behörde, die dem Kollegialitätsprinzip unterliege, in gewisser Weise erforderlich. Erst recht in einem Gremium, das durch einen knallharten Wahlkampf durchgerüttelt wurde.

Melton arbeitet derzeit vom Homeoffice aus. Morgens arbeitet sie eine Stunde, macht danach ihren Sohn für die Kita parat, arbeitet anschliessend weiter und holt ihn um 16 Uhr wieder ab, um mit dem Sohnemann am späten Nachmittag Zeit zu verbringen. «Hinterher wäre dann die Zeit, die ich für meine Arbeit als Stadträtin zur Verfügung hätte», sagt Melton.

Natürlich würde es sich dann im nächsten Jahr weisen, ob sie ihr Stellenpensum reduzieren müsse. Sie sagt:

«Am wichtigsten bei all der Arbeit ist, dass es meinem Sohn damit gut geht.»

Verwunderlich ist es denn auch nicht, dass Melton die wenige Freizeit, die ihr bleibt, am liebsten mit ihrer Familie verbringt. Dies am Wochenende in der Natur beim Wandern oder Fahrradfahren. «Wir haben uns hierzu letztens einen Kinderanhänger gekauft», sagt Melton, deren Mutter aus Bayern und deren Vater aus Wales stammt. Am Fricktal schätzt Melton die Idylle und die Weitläufigkeit der Natur, zu der auch das pittoreske Rheinufer gehöre. Zu Laufenburg sagt Melton:

«Hier haben wir uns niedergelassen, hier wollen wir bleiben.»

Nicht zuletzt sei das Mitwirken am Gestalten der Zukunft ihrer Wahlheimat ein Grund, weshalb sie sich auf die Arbeit als Stadträtin freue.

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