Laufenburg
Bilanz 2020: Die Energiedienst Holding AG steigert ihr Ergebnis um fast zehn Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr

Der Energieversorger verkaufte im vergangenen Geschäftsjahr mit 8960 Millionen Kilowattstunden rund sieben Prozent mehr Strom als 2019. Die Vertragszahlen im Strom- und Gasvertrieb konnten um vier Prozent gesteigert werden. Die Dividende soll mit Fr. 0.75 je Aktie unverändert bleiben.

Dennis Kalt
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Die Energiedienst-Gruppe produzierte mit dem Wasserkraftwerk in Laufenburg im Jahr 2020 rund 700 Millionen Kilowattstunden Strom.

Die Energiedienst-Gruppe produzierte mit dem Wasserkraftwerk in Laufenburg im Jahr 2020 rund 700 Millionen Kilowattstunden Strom.

Bild: zvg (9. Juli 2013)

Die Energiedienst Holding AG mit Sitz in Laufenburg hat im Geschäftsjahr 2020 ihr adjusted Ebit – das um nicht operative Effekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern – deutlich gesteigert. Mit 50,9 liegt es um 9,5 Millionen Euro über jenem des Vorjahres. Der Verwaltungsrat hat entschieden, der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von Fr. 0.75 je Aktie vorzuschlagen.

Zwar habe man einen deutlichen Rückgang des Stromabsatzes im Geschäftskundenbereich während des Lockdowns erfahren, aber viele positive Effekte hätten die Folgen der Coronapandemie auf das Geschäftsergebnis kompensiert, bilanzierte Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung, das Jahr 2020 an der Medienkonferenz am Montag. Er sagte:

«Trotz der Pandemie haben wir ein relativ gutes Ergebnis erzielt und konnten unsere Ebit-Erwartung fast realisieren.»

Gesteigert werden, so Klaus Müller, Leiter Finanzen und Services, konnte auch der Betriebsertrag gegenüber dem Vorjahr um 97 auf 1065 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von rund zehn Prozent. Die Erlöse aus dem vertrieblichen Stromgeschäft erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 34 Millionen Euro.

Vertragszahlen im Strom- und Gasvertrieb um je vier Prozent gesteigert

Den Absatzrückgang wegen Corona beziffert der Energiekonzern in den Segmenten der Geschäftskunden und Weiterverteiler auf 200 Gigawattstunden. Müller sagt:

«Aufgrund von Kundenzugewinnen und Mehrabsatz bei bestehenden Kunden reduziert sich der tatsächliche Absatzrückgang gegenüber dem Vorjahr auf 150 Gigawattstunden.»

Die übrigen Erlöse im Strombereich erhöhen sich um 53 Millionen Euro gegenüber 2019. Dahinter stünden positive Mengeneffekte im Stromhandel und eine deutliche Zunahme der durchlaufenden Weitergabe der Einspeisungen, so Müller.

Insgesamt belieferte die Energiedienst Holding AG bei Strom und Gas rund 279'000 Verträge. Dies entspricht einem Anstieg von rund 9'000 gegenüber dem Vorjahr. Reichert hielt fest:

«Sowohl im Strom- als auch Gasvertrieb konnten wir die Vertragszahlen um jeweils rund vier Prozent steigern.»

Die Energiedienst-Gruppe verkaufte im Geschäftsjahr 2020 mit 8'960 Millionen Kilowattstunden rund sieben Prozent mehr Strom als 2019.

Mit 54 Wasserkraftwerken erzeugte das Unternehmen 2020 über 3,1 Milliarden Kilowattstunden an Ökostrom. Insgesamt stieg die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Prozent. «Wir haben von einer sehr guten Wasserführung profitiert», sagte Michel Schwery, Mitglied der Geschäftsleitung. Am Hochrhein mit den grossen Wasserkraftwerken etwa in Rheinfelden und Laufenburg lag die Produktion um rund ein Prozent unter dem zehnjährigen Mittel; im Wallis hingegen mehr als zehn Prozent darüber.

Anteil der Industriekunden, die Ökostrom beziehen, soll erhöht werden

Die Energiedienst-Gruppe, so Reichert, wolle die Umsetzung der Unternehmensstrategie 2030 mit Fokus auf Klimaneutralität und Infrastruktur weiter forcieren. Er sagte:

«Eines unserer Ziele ist es, den Anteil der Industriekunden, die Ökostrom beziehen, weiter zu erhöhen.»

Bei durchschnittlicher Wasserführung und stabilem Kapitalmarkt erwartet die Energiedienst-Gruppe einen Ebit, der mindestens auf dem Niveau von 40 Millionen Euro liegt, so Reichert mit Ausblick für das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021.