Fricktal

Kopfweh am Tag danach ist eine häufige Fasnachts-Verletzung

Umstrittene Aktion: Zuschauerinnen werden in Rheinfelden von Fasnächtlern im Konfetti-Zuber gebadet. ach (Archiv)

Umstrittene Aktion: Zuschauerinnen werden in Rheinfelden von Fasnächtlern im Konfetti-Zuber gebadet. ach (Archiv)

Die Zahl der Verletzten an Fasnachtsveranstaltungen im Fricktal ist sehr klein geblieben: Schnittwunden, Kopfschmerzen nach übermässigem Alkoholkonsum oder Übelkeit waren bei Narren zu verzeichnen. Zum Glück nichts Gravierendes.

Ein Vorfall, der in Fricktaler Narrenkreisen aufhorchen liess, hat sich dieser Tage an der Ostschweizer Fasnacht ereignet und für Schlagzeilen gesorgt: Verletzungen an einem Fuss zog sich eine junge Frau zu, die von einer Clique gepackt und in eine Konfetti-Badewanne gesteckt wurde. Ein Unbekannter hatte in dem Augenblick einen grossen Böller in die Wanne geworfen.

Die Konfettiwäsche in der Wanne sei Tradition, sagen die Fasnächtler. Doch der Brauch ist umstritten und wurde in einer der betreffenden Ostschweizer Gemeinden bereits verboten. Denn es muss nicht sein, dass Blaulichtorganisationen in jedem Fall alle Hände voll zu tun haben, wo Narrenvolk unterwegs ist.

Auch an Fasnachtsumzügen im Fricktal gab es schon Konfettibäder: Cliquen führten Zuber mit, in die sie Zuschauer setzten. Verletzte gab es keine.

Die Bilanz der diesjährigen Fasnacht fällt positiv aus, wie eine Umfrage ergab. Während der närrischen Zeit kam es zu keiner Zunahme von Notfällen aufgrund der Fasnachtsveranstaltungen; die Arztpraxen und Ärztezentren im Fricktal verzeichneten keine Konsultationen von Patienten, die sich an der Fasnacht verletzt haben. Dennoch waren die Organisatoren der verschiedenen Veranstaltungen gewappnet und das Gesundheitszentrum Fricktal über die grösseren Veranstaltungen informiert.

Samariter auf Pikett

In Laufenburg waren die Samariter auf Pikett. «Unser Verein zählt zehn Mitglieder, von denen einige bei der Fasnachtsgesellschaft Salmfänger aktiv sind. In der Salmi-Grotte war der Samariter-Posten eingerichtet, das heisst, diverses Sanitätsmaterial griffbereit», sagte Margrith Güttinger vom Samariterverein. Es seien meistens Kühlbeutel gefragt «und beruhigende Worte, die wirken schon sehr viel», wie die Samariterin weiter erwähnte.

«Wir waren bei den grossen Veranstaltungen präsent und registrierten bei niemandem grosse Verletzungen», so Margrith Güttinger. «Einige klagten über Kopfschmerzen, einer hatte den Fuss verstaucht. Es gab auch Leute mit kleinen Schnittwunden. Wer übermässig Alkohol konsumiert hatte, dem wurde unter Umständen übel. Auch solche ‹Kundschaft› gab es diesmal», sagte sie. «Ich bin jetzt mehr als 40 Jahre dabei, aber noch nie mussten wir jemanden von der Fasnacht ins Spital einliefern.»

Anita Schraner, die Sprecherin der Salmfänger, wies auf die Nähe des Spitals Laufenburg hin und auf die Tatsache, dass Verletzte direkt in die Notaufnahme gebracht werden können. Nur leichte Fälle landen jeweils in der Salmi-Grotte, dem Vereinslokal der Fasnächtler. Dort kümmerten sich drei ausgebildete Samariter, zwei Krankenschwestern und eine Kinderkrankenschwester, alle Mitglieder der Salmfänger, um die leicht Verletzten.

«An der Fasnacht ist die Security im Einsatz, es gibt den Samariterposten bei uns und das nahegelegene Spital. Dennoch sind wir froh, dass sich keine schweren Verletzungsfälle ereignet haben», sagte Anita Schraner. «Das ist eigentlich verwunderlich, bei Tausenden von Leuten am Guggen-Open Air.» Auch eine Keilerei unter Narren sei glimpflich ausgegangen.

Keine Gläser an der Fasnacht

Die Laufenburger Fasnachts-Organisatoren sind bemüht, den Teilnehmern optimale Rahmenbedingungen zu bieten. «Damit die Leute irgendwann von der Strasse zu bringen sind, ist immer eine Fasnachtsbeiz die ganze Nacht geöffnet. Ausserdem ist die Verwendung von Glasbehältnissen verboten», sagte Anita Schraner. Dass sich einige Narren aber dennoch Schnittwunden zuzogen, konnte auch das Dispositiv der Salmfänger nicht verhindern.

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