Herznach
Kavalleristen: Aufgesessen! Treue Eidgenossen versammelten sich zum Fricktalritt

Gegen 40 ehemalige Kavalleristen fanden sich am Sonntag in Herznach zum Herbstritt des Kavallerie- Schwadrons 1972 ein. Der Herbstritt des Kavallerie- Schwadrons 1972 führte von Herznach durch Feld und Flur bis zum Eichwald in Zeihen

Peter Bicher
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Der Herbstritt des Kavallerie-Schwadrons 1972 führte von Herznach durch Feld und Flur bis zum Eichwald in Zeihen. BI

Der Herbstritt des Kavallerie-Schwadrons 1972 führte von Herznach durch Feld und Flur bis zum Eichwald in Zeihen. BI

Es tönte schon etwas «vaterländisch», wenn man sich unter die muntere Seniorengruppe mischte, die sich in alter Dragoner-Tradition zu einem Ausritt versammelte. Im Vorstand der «Formation Mitte», zu der auch das Fricktal gehört, wirken Thomas Deiss, Herznach und Bruno Hossle, Ueken mit. Unter den Gästen war Oberst Rolf Stäuble vertreten, der im Aargau als Kreiskommandant fungiert. Er betonte, dass er keine vergleichbare, freiwillige ehemals militärische Formation kenne, die einen solchen Zusammenhalt und so verlässliche Kameradschaft kenne. Zum Auftakt spielten die Fricktaler Jagdhornbläser.

Enge Beziehung zum Tier

«Familie, Pferd und Land» bildeten die Leitworte für den Traditionsverein, wie ein ehemaliger Vollprofi und Zureiter erläuterte. Die Beziehung zum Tier spiele eine dominante Rolle. Der aktuell starke Trend zur zivilen Pferdehaltung stütze auch die Organisation, was sich beim 40-Jahr-Jubiläum des Freiwilligen-Schwadrons 2002 in Aarau zeigte. Das jeweils vom Bund ersteigerte Pferd, ein Bundespferd, ein «Eidgenoss», galt es zu unterhalten, zu pflegen, zu trainieren und in militärischer Bereitschaft zu halten. Das färbte oft auf die ganze Familie ab.

Und die Liebe zum Detail konnte man auch in Herznach beobachten: Da wurden tüchtig gestriegelte, gepflegte Pferde gezeigt, mit dem «Sonntagsanstrich» an den Hufen, wie ein Familienmitglied erläuterte.

Kleiner Rückblick

Das Jahr 1874 war das Geburtsjahr der Schweizer Armee. Die Kavallerie hatte damals 3500 Mann. 1924 hatte sich diese Zahl schon fast verdoppelt. Einer Schwadron gehörten rund 150 Reitpferde und ein Dutzend Tragpferde an. Der Bestand fiel stufenweise auf die ursprüngliche Zahl zurück und 1972 hat die Bundesversammlung die Auflösung beschlossen.

Damit die Tradition der Kavallerie weiterlebt, gründeten 1995 ehemalige Kavalleristen die Schweizer Kavallerie- Schwadron 1972. Das ist eine militärische, ausserdienstliche Gesellschaft, welche als Traditionseinheit unter dem Ehrenpatronat des Chefs der Armee steht. Sie tritt an öffentlichen, zivilen und militärischen Anlässen in Uniform und zum Teil auch in der Ausrüstung auf. Ein Museum und eine Depot des umfangreichen Materials ist im Zeughaus Aarau untergebracht. Den Link zur Website finden Sie hier.

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