Kaisten
Katholische Kirche wird für Sanierung leergeräumt – Material lagert im Postgarage

Bevor die 1716 erstellte Kirche St. Michael in Kaisten für 3,1 Millionen Franken saniert werden kann, muss sie leer geräumt werden. Dafür waren am Freitag Zivilschützer, freiwillige Helfer und Fachleute im Einsatz.

Susanne Hörth
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Katholische Kirche wird für Sanierung leergeräumt – Material lagert im Postgarage
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Erst jetzt wird deutlich, wie verfärbt die Wände sind.
Was nicht aus der Kaister Kirche ausgeräumt werden kann, wird in Schutzfolien gehüllt.

Katholische Kirche wird für Sanierung leergeräumt – Material lagert im Postgarage

Zwölf Uhr. Und das schon seit Pfingstdienstag. Die Zeiger der Kaister Kirchenuhr stehen still. Keineswegs still ist es hingegen im Innern des Gotteshauses. Im Gegenteil. Es wird emsig gearbeitet. Zivilschutzangehörige und freiwillige Helfer tragen am gestrigen Freitagmorgen Kirchenbänke, Altartisch, Türen und vieles mehr aus der Kirche St. Michael. «Es ist Zügeltag», so Gaby Merkofer. Die Präsidentin der Baukommission «Kirchensanierung» blickt im mittlerweile schon stark geräumten Gebäude um sich. Dort wo die Heiligenfiguren – sie wurden zu Revision in eine Fachwerkstatt gebracht – machen dunkle Schatten darauf aufmerksam, wie verschmutzt die Wände sind.

Auf drei Orte verteilt

Das Kaister Gotteshaus ist gross, vieles hat darin Platz. Erst mit dem Ausräumen wird das wirklich deutlich. Wohin wird all das bewegliche Mobiliar während der rund ein Jahr dauernden Sanierung gebracht? «Wir können es an drei verschiedenen Orten lagern. In der ehemaligen Postgarage, im Zivilschutzraum unter dem Feuerwehrmagazin und im Dachstock des Pfarrheims», erklärt Baukommissionsmitglied Simon Merkofer. Nicht nur das sichtbare Material muss aus der Kirche geräumt werden. Im Keller und im Estrich lagern viele Schätze – etwa alte Kirchengewänder oder Kreuzweg-Tafeln.

All diese historischen Zeugen der Kaister Kirchengeschichte müssen ebenfalls sorgfältig verpackt und temporär ausgelagert werden. Nicht alles, was zurzeit die Kirche verlässt, wird auch wieder zurückkommen. Was nicht mehr brauchbar ist, wird entsorgt. Auch die fünf vorderen Kirchenbankreihen finden nach der Sanierung keinen Platz mehr. An ihrem bisherigen Standort wird das Podest vom Chor her angehoben. Altar, Seitenaltäre und ganz besonders die grosse Kirchenorgel müssen für die kommenden Bauarbeiten mit Folien geschützt werden.

Wie geht es weiter? «Nächste Woche werden die Böden herausgerissen», so Simon Merkofer. Der Ort der Andacht der Ruhe wird in den nächsten Monaten von viel Baulärm erfüllt sein. Unter anderem wird eine neue Bodenheizung eingebaut, die Elektroanlagen erneuert, Wände und Decken renoviert und vieles mehr. Erst in einem Jahr wird die 1716 erstelle Kirche St. Michael wieder benutzbar sein. Dann aber mit einem neuen, strahlenden Innenkleid.

Die Kosten

Mit 3,1 Millionen Franken sind die Kosten für die mehrheitlich im Innern stattfindende Kirchensanierung veranschlagt. Kurz vor der Kirchgemeindeversammlung, an der über die Sanierungssumme beschlossen wurde, konnte die politische Gemeinde Kaisten wie auch die Kirchgemeinde dank nachträglichen Steuereinnahmen gemeinsam zusätzliche 5 Millionen Franken in der Kasse verbuchen. Durch den Anteil von 900'000 Franken für die Kirchgemeinde konnte diese auf die Aufnehmung eines Darlehens in fast gleicher Höhe verzichten. «Ein Segen», tönte es damals an der Versammlung.

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