Katholische Kirche
Corona bringt die Erstkommunion schon zum zweiten Mal durcheinander

Der kommende Sonntag, der erste nach Ostern, heisst bei den Katholiken der weisse Sonntag. Es ist der Tag, an dem klassischerweise Drittklässler Erstkommunion feien. Auch in Coronazeiten halten katholische Kirchgemeinden im Fricktal an dem Termin fest. Andere verschieben ihn und hoffen, dass im Sommer mehr geht.

Hans Christof Wagner
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In Stein gingen die Kinder 2020 Ende August zur Erstkommunion, auch schon wegen Corona.

In Stein gingen die Kinder 2020 Ende August zur Erstkommunion, auch schon wegen Corona.

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Zu denen, die am weissen Sonntag auch in der Pandemie festhalten, gehört der Seelsorgeverband Eiken–Stein. In Stein gehen am kommenden Sonntag, 11. April, zehn Kinder aus Stein und Sisseln zur Feier ihrer Erstkommunion.

Pfarreiseelsorgerin Christina Kessler.

Pfarreiseelsorgerin Christina Kessler.

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Pfarreiseelsorgerin Christina Kessler hat die zehnköpfige Gruppe auf zwei Termine aufgeteilt – auf 9 und 11 Uhr. Am 2. Mai gehen in Eiken, ebenso aufgeteilt auf zwei Termine, nochmals zehn Kinder aus Eiken und Münchwilen. Fünf Kinder pro Gottesdienst – das heisst auf jedes Kind dürfen im Schnitt zehn Eltern, Verwandte und Gäste kommen, um so die maximal erlaubte Zahl von 50 Gottesdienstbesuchern zu erreichen. «Die Mitwirkenden selbst werden ja zum Glück nicht mitgezählt, darunter fallen auch die Kommunionkinder selbst», berichtet Kessler.

Livestream des Gottesdienstes im Internet

Um noch mehr Angehörige bei dem Sakrament dabei sein zu lassen, gibt es einen Livestream der Eucharistiefeier im Internet. Kessler sagt:

«Viele Familien haben ja auch Angehörige im Ausland, gerade die in Stein. So sollen die auch die Möglichkeit haben, den wichtigen Tag mitzuerleben.»

Die Entscheidung zur Durchführung am 11. April sei Mitte März gefallen, so die Pastoralassistentin. «Ob es im Sommer wirklich entspannter sein wird, weiss ja im Moment niemand. Auch das hat mit zu dem Entschluss beigetragen», sagt Kessler. Eine Familie hätte den Termin nicht akzeptiert, sonst aber stünden alle dahinter und freuten sich. Und das trotz des Umstands, dass das Familienessen zu Hause auf zehn Personen beschränkt ist und in der geschlossenen Gastronomie ganz ausfallen muss. «Dennoch wünsche ich mir, dass die Familien die Feier trotz der bedrückenden Zeit geniessen und dass sie allen Beteiligten in der Seele guttut», sagt Christina Kessler.

In Frick auf den 13. Juni verschoben

Dass das Festessen im Restaurant am weissen Sonntag ausfallen muss, war in Frick mitausschlaggebend dafür, die Erstkommunion auf den 13. Juni zu verlegen, gefolgt von den Terminen am 20. Juni in Gipf-Oberfrick und am 27. Juni in Oeschgen. «Wir haben das Mitte März entschieden, Eltern aber schon zuvor informiert, dass eine Verschiebung kommen könnte», sagt Pfarreiseelsorger Ulrich Feger.

Pfarreiseelsorger Ulrich Feger.

Pfarreiseelsorger Ulrich Feger.

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Höchstens 50 Gottesdienstbesucher, Singverbot, geschlossene Beizen, Obergrenzen beim Familienfest daheim – für Feger allesamt Gründe für den Aufschub der Erstkommunion. 15 Erstkommunionkinder sind es in Frick, 20 in Gipf-Oberfrick und vier in Oeschgen. Wobei in Oeschgen auch nur 25 Besucher auf einmal reindürfen. Dort ist aufgrund der geringen Grösse der Kirche die 50er-Regel zu Gunsten der Mindestabstände nicht gültig. Feger sagt:

«In Frick begrüssen die Eltern die Verschiebung in den Sommer. Wir hoffen darauf, dass bis dahin die 50er-Regel fällt und die Gastronomie wieder geöffnet haben wird.»

Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen – drei Pfarreien von insgesamt neun, die zusammen die katholische Kirche oberes Fricktal bilden. Von den weiteren sechs halten laut Feger die meisten am herkömmlichen Termin der Erstkommunion fest. Überlegungen, die Termine im ganzen Verbund in den Juni zu verlegen, habe es keine gegeben. Feger informiert:

«Das ist schon allein organisatorisch nicht machbar, denn der Priestermangel kommt ja noch hinzu.»

Schon in der Vergangenheit vor Corona sei es kaum möglich gewesen, alle Kinder mit einem einzigen Gottesdienst abzudecken.

Laufprobe auch in den Juni verschoben

Auch in der Erstkommunion-Vorbereitung hat Corona so manches durcheinandergebracht, wie Ingrid Scharf, Katechetin für die Fricker Erstkommunikanten erzählt. In der katholischen Kirche von Frick hätte diese Woche eine Laufprobe stattfinden sollen. Auch die wurde jetzt verschoben – denn sonst hätten es die Kinder bis Juni wieder vergessen.

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