Auch die Ausstellung des ebenfalls aus Wil stammenden Malers Ernst Wülser (1898 bis 1992) in einem separaten Raum stiess auf reges Interesse.

Die Räume, in denen die Post bis 2018 eine Filiale betrieb, hat die Gemeinde Mettauertal als Hauseigentümerin umgebaut. Die Idee, dort ein Café einzurichten, kursierte schon seitdem 2013 bekannt wurde, dass die Post ihre Filiale in Mettau schliessen will. Doch deren Umsetzung klappte nicht auf Anhieb – bis im November 2018 die Gemeindevertreter und Armando Filippi einen Mietvertrag unterzeichneten.

Für Treffpunkt entschieden

Der Zeitplan, die neue Einrichtung nach dem Rückbau der Post-Infrastruktur und dem Umbau (neue Böden, neuer Anstrich) im März darauf zu öffnen, wurde eingehalten. Am Freitag konnten die Gäste erstmals einen Blick in das neue Café werfen – laut Gemeindepräsident Peter Weber «ein wahrhaft freudiger Tag für die Gemeinde».

Zuvor habe sich der Gemeinderat in unzähligen Gesprächen überlegt, was damit gemacht werden soll. Die Frage lautete: «Verkaufen, umbauen zu Wohnungen oder doch wieder dafür schauen, dass an bester Lage ein Treffpunkt für Menschen aus dem Tal als auch für Gäste entsteht?» Die Entscheidung fiel zugunsten des Treffpunkts. «Armando Filippi war es dann letztlich, der den Mut und das unternehmerische Denken mitbringt, dieses Abenteuer zu wagen», blickte Peter Weber zurück. Für die Gemeinde Mettauertal bedeutet dies, dass eine zusätzliche Attraktivität entsteht – «und für den Pächter hoffentlich ein neuer guter Erwerbszweig», so Weber.

Ein Besuch des neuen Cafés lohnt sich auch aus einem anderen Grund, als sich kulinarisch etwas Gutes zu tun: Im Nebenraum sind 46 Bilder von Ernst Wülser ausgestellt.

Er galt als Naturfreund

Organisiert hat die kleine, aber feine Schau Verwaltungsleiter Florian Wunderlin zusammen mit den Auszubildenden Jasmin Müller und Jamie Roth. Bei den Bildern handelt es sich um Leihgaben aus Privatbesitz. Wülser war über 45 Jahre lang als Lehrer in Will tätig. 1921/22 besuchte er die Kunstgewerbeschule Basel, 1922 erwarb er das aargauische Zeichenlehrerpatent. 1929 übernahm er neben seiner Stelle in Wil den Zeichenunterricht an der Bezirksschule Frick. Sein Studium in Landschaftsmalerei in Basel führte er bis 1931 fort.

Wülser, er war Orts- und Ehrenbürger von Wil, galt als Naturfreund – was in seinen Bildern mit Motiven aus seiner Heimat zum Ausdruck kommt. Wülser hat sich Landschaften aus Wil, Mettau und Umgebung angenommen. Auch Gebäude wie die Kirche Mettau, die alte Trotte oder die Kapelle Wil setzte er meisterhaft in Malerei um. Daneben sind Stillleben und andere stimmungsvolle Darstellungen seines Umfelds zu sehen. Dieser kleine Teil seines Schaffens ist bis zum 4. Mai in der «Caffetteria Filippi» ausgestellt.