Kaiseraugst
«Kabuli Palau»: Er kocht das afghanische Reisgericht jetzt virtuell – wegen Corona

Bei einem digitalen Event lädt Aref Schahi Mohammed aus Kaiseraugst zum Mitkochen ein. Er macht sich wegen des Kochens keine Sorgen, dafür aber um die Internetverbindung.

Hans Christof Wagner
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Aref Schahi Mohammed steht gerne am Herd.

Aref Schahi Mohammed steht gerne am Herd.

zvg

Die Coronakrise – für die Aktion «Grenzenlos geniessen im Fricktal» ist sie Problem und Chance zugleich. Natürlich macht es mehr Spass, gemeinsam in der Küche zu stehen, Düfte und Aromen zusammen zu erleben. Jetzt findet der Kochevent, der am Sonntag, 6. Dezember, zum zweiten Mal im Fricktal durchgeführt wird, virtuell statt. Der Coronapandemie wegen live im Internet übertragen, könnten sich so ganz viele zuschalten, weit über das Fricktal hinaus. Also eben auch Chance.

Aref Schahi Mohammed heisst der Koch. Er ist 25, stammt aus Afghanistan und lebt in Kaiseraugst in einer Wohngemeinschaft. Entschieden hat er sich für das Reisgericht Kabuli Palau, was für Afghanistan und andere zentralasiatische Länder typisch ist. Es besteht aus gedämpftem Reis, gemischt mit Rosinen, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch, und kann wahlweise mit oder ohne Fleisch zubereitet werden. «Ich werde es am Sonntag ohne Fleisch kochen», verrät der 25-Jährige, der vor fünf Jahren in die Schweiz gekommen ist und bei einem grossen Möbelhaus in Pratteln arbeitet.

Leistungsschwankungen – aber nicht beim Kochen

Wenn am «Samichlaustag» sich womöglich weltweit Menschen über die Videokommunikationssoftware Zoom einklinken und einen Blick in seine Küche werfen, will Schahi Mohammed vorbereitet sein. Bei einer Probe ging es darum, abzuklären, ob das Gericht in der vorgesehenen Zeit zubereitet werden kann, wie lange die Vorbereitung dauern darf und ob nach dem Kochen noch genug Zeit bleibt, Kabuli Palau auch gemeinsam zu sich zu nehmen. «Alles hat super geklappt», berichtet der Hobbykoch, der von sich sagt: «Aufgeregt bin ich wegen Sonntag überhaupt nicht.» Aufnehmen wird er die Kochaktion mit seinem Smartphone. Nur ob die Internetverbindung schnell genug sein wird, um alles flüssig zu übertragen, macht ihm ein wenig Sorgen. «Die Leistung schwankt, manchmal ist es gut, manchmal weniger.»

«Ich will am Sonntag mit dem Kochen den Leuten mein Land und meine Kultur näherbringen», nennt er als Motiv für seine Teilnahme. Er will Menschen dazu bringen, mit ihm zusammen ein Gericht zu kochen, das sie noch nicht kennen. Das sie sonst wohl nicht zubereiten würden.

«Mit dabei Fricktal» hat den Koch vermittelt

«Jass mit», ein Verein mit Sitz in Zürich, ist der Veranstalter des digitalen Kochevents. Den Koch vermittelt aber hat «Mit dabei Fricktal», eine in Rheinfelden angesiedelte Fachstelle, welche die Integration von Migranten durch Begegnung und interkulturellen Austausch mit Einheimischen fördert. Irina Schuppli, Fachverantwortliche Integration bei «Mit dabei Fricktal», berichtet davon, dass die Kochevents ursprünglich nicht hätten virtuell stattfinden sollen, sondern leibhaftig in Küchen im Fricktal. Aber im Coronajahr gelte es, flexibel zu sei. «Wir hatten im Sommer schon einmal einen solchen Event», erzählt sie. «Da hat eine Frau aus Somalia gekocht, die in Rheinfelden lebt.»

Auch bei der zweiten Auflage von «Grenzenlos geniessen im Fricktal» sollen Teilnehmer aktiv mitkochen. Was sie alles zur Zubereitung von Kabuli Palau brauchen, listet der auf der Website der Fachstelle abgespeicherte Flyer auf. Auf dem ist auch vermerkt, wie man sich via Zoom einloggt.

Wie viele das am Sonntag in der Zeit von 11 bis 13 Uhr tun werden, vermag momentan niemand vorauszusagen. Aref Schahi Mohammed und Irina Schuppli hoffen auf viele.