Fricktal

Jetzt also doch: Rheinfelder Marktfahrer darf seine Waren in der Stadt verkaufen

Ein Marktstand ist nun doch kein Markt.

Ein Marktstand ist nun doch kein Markt.

Hanspeter Blösch kann seine Backwaren nun doch in Rheinfelden anbieten. Sein Marktstand fällt unter die Sonderregelung.

Happy End für den Marktfahrer in Rheinfelden: Er darf seine Backwaren nun doch wie bisher zweimal pro Woche in der Innenstadt verkaufen, denn er fällt unter die Sonderregelung des Bundes. Danach sind zwar sämtliche Märkte wegen der Coronakrise verboten, ein einzelner ­Lebensmittelmarktstand wird aber einem Lebensmittelladen gleichgestellt und kann somit betrieben werden.

Am Mittwoch tönte es noch anders. Während sich Stadtschreiber Roger Erdin ebenfalls auf die Sonderregelung berief und den Marktstand für regelkonform hielt, sagte ihm die Kantonspolizei laut seiner Aussage, in der Innenstadt verstosse auch ein einzelner Marktstand gegen die Regeln.

Auf nochmalige Nachfrage der AZ sagt Kapo-Sprecher Bernhard Graser nun: «Da der Marktfahrer in der Rheinfelder Innenstadt seit vielen Jahren einen Marktstand betreibt und da es sich um einen einzelnen Marktstand handelt, trifft auf ihn die Ausnahmeregelung zu. Er darf den Marktstand weiterhin betreiben. Das gilt für alle bestehenden Einzelmarktstand-Angebote auf Kantonsgebiet.»

Ein Freipass für alle Landwirte, die nun in einem Marktstand eine zusätzliche Verkaufsmöglichkeit während der Coronakrise wittern, ist dies indes nicht. «Nicht erlaubt ist es hingegen, wenn ein Landwirt ein neues Marktangebot schaffen und in einem Dorf oder einer Stadt einen neuen Stand aufstellen will», so Graser.

Denn so könnte eine Gleichbehandlung aller Interessenten nicht gewährleistet werden. «Der eine dürfte, der andere nicht.» Um diese Ungleichbehandlung zu verhindern, sind neue Marktstände nicht erlaubt, auch wenn sie einzeln aufgestellt werden. «Hier würde die Kantonspolizei gegebenenfalls eingreifen», so Graser.

Bei der Stadt ist man froh um die positive Wendung in der Marktfahrer-Frage. «Dass der einzelne Marktstand weiterhin betrieben werden kann, erachten wir als der Situation angemessen und den Bestimmungen des Bundes entsprechend», sagt Stadtschreiber Roger Erdin.

Glücklich darüber, dass er nun weiterhin am Mittwoch und Samstag in der Rheinfelder Altstadt seinen Stand aufbauen kann; ist vor allem auch Marktfahrer Hanspeter Blösch. Er sei erleichtert über den Entscheid, sagt er auf Anfrage. Besonders auch, weil drei andere Märkte, an denen er sonst regelmässig teilnimmt, wegen der Coronakrise derzeit nicht stattfinden können. Rheinfelden sei für ihn ein wichtiger Standort, so Blösch. Er wird seine Backwaren, verschiedene Brote und Süsses, nun wie gewohnt am Samstag feilbieten. Ende gut, alles gut.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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