Hochwasser
«Gepokert» und gewonnen: In Wallbach bleibt die Gemeinde auch ohne die Beaver-Schläuche trocken

Obwohl für den Freitagvormittag mit 3300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ein kritischer Wasserabfluss vorausgesagt war, entschied sich das Regionale Führungsorgan Unteres Fricktal gegen die Verlegung der mobilen Hochwasserschutzvorrichtungen. Sandsäcke aber lagen am Rheinufer aus.

Hans Christof Wagner
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In Wallbach wurden aufgrund des Rheinhochwassers Sandsäcke verlegt. Feuerwehrkommandant Daniel Grüter beobachtet die Lage.

In Wallbach wurden aufgrund des Rheinhochwassers Sandsäcke verlegt. Feuerwehrkommandant Daniel Grüter beobachtet die Lage.

Hans Christof Wagner

In Wallbach sorgte einmal mehr der zu einem reissenden Strom angeschwollene Rhein, in dem auch viel Treibgut schwamm, für bange Blicke. Doch zum Schutz vor den Wassermassen die in Wallbach schon vertrauten orangenen Beaver-Schutzschläuche am Rheinufer zu verlegen, darauf verzichtete das Regionale Führungsorgan Unteres Fricktal. Christoph von Büren, Chef des Regionalen Führungsorgans, sagt:

«Für 10 Uhr am Freitagmorgen war mit 3300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde der höchste Pegel vorhergesagt. Das ist die kritische Grenze für die Beaver.»

Dennoch ist dann am Freitagfrüh auch unter Beratung ortskundiger Feuerwehrler aus Wallbach der Entschluss gefallen: Die Beaver-Schläuche bleiben im Depot in Aarau. Von Büren räumt es ein:

«Wir haben damit schon etwas gepokert, aber das Risiko war gering und es hat sich gelohnt. Wir haben mit dem Entscheid auch Geld gespart.»

Brauche es zur Verlegung der Schläuche doch rund 50 Kräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements. Geholfen hat von Büren und seinem Team auch die Tatsache, dass die 3300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde dann doch nicht kamen. Tatsächlich rauschten am Freitagvormittag gegen 10 Uhr nur 3164 Kubikmeter an Wallbach vorbei. Doch auch in diesem Fall war Gefahrenstufe 3 erreicht, die ab 3000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde beginnt.

Sandsäcke an den tiefsten Stellen der Gemeinde

Die Feuerwehr Unteres Fischingertal, zu der die Gemeinden Wallbach und Mumpf gehören, war dennoch im Einsatz. Feuerwehrkommandant Daniel Grüter und seine Leute verlegten an den tiefsten Stellen Wallbachs Sandsäcke und hofften darauf, dass dies ausreicht, das Wasser aus der Gemeinde fernzuhalten. Neben der Verlegung von Sandsäcken wurden aus Sicherheitsgründen auch sämtliche Spazier- und Wanderwege entlang des Wallbacher Rheinufers von Grüter und seinen Leuten abgesperrt.

Entwarnung für das Wochenende – nur noch Gefahrenstufe 1

Von Büren rechnet nicht damit, dass der Pegelstand noch einmal auf die Höhe vom Freitag ansteigen wird. Schon am Wochenende werde er wohl wieder auf Stufe 1 zurückgehen – unter 2500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Doch auch diese Menge sei für den Sommermonat Juli ein hoher Wert.

Am Wallbacher Rheinufer lagen die Beaver-Hochwasserschutzschläuche im Februar 2021 zuletzt aus.

Am Wallbacher Rheinufer lagen die Beaver-Hochwasserschutzschläuche im Februar 2021 zuletzt aus.

Hans Christof Wagner

Zuletzt lagen die Beaver im Februar in Wallbach aus

Als Anfang Februar Wallbach zuletzt von einem Rheinhochwasser betroffen war, hatten die Beaver-Schutzschläuche auf einer Länge von 300 Metern ausgelegen und das über mehrere Tage hinweg. «Wirklich gebraucht hat man sie aber auch im Februar nicht», erinnert sich von Büren.

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