Wallbach
Hochwasser-Lage entspannt sich – doch Feuerwehr wagt keine Prognose

Die Gemeinde Wallbach liegt direkt am Rhein und ist besonders betroffen vom Hochwasser. Aktuell hat sich die Lage aber wieder entspannt. Doch das könnte sich über Nacht wieder ändern.

Nadine Pfeifer
Drucken
Teilen
In Mumpf kam das Rheinwasser auch am Dienstag noch bis zu den Gärten.

In Mumpf kam das Rheinwasser auch am Dienstag noch bis zu den Gärten.

Nadine Pfeifer

Nach dem Höchststand am Montagabend ist der Pegelstand des Rheins am Dienstag wieder gesunken. «Im Moment ist die Lage entspannt, wir warten jetzt ab, was die Nacht bringt», sagt Andy Bussinger, Kommandant der Feuerwehr Unteres Fischingertal. In Wallbach wurden Beaversäcke aufgestellt und die Strasse den Rhein entlang war bis Dienstag gesperrt. Auch in Mumpf wurden Wege den Fluss entlang gesperrt.

Wallbach ist neben Brugg die am meisten gefährdete Gemeinde im Kanton. Zwischen dem Rhein und den Wohnhäusern ist kein Damm. Dazu kommt die ungünstige Lage in einer Kurve des Rheins. Wegen der Fliehkräfte steht das Wasser auf der Seite Wallbachs zum Teil bis zu 20 Zentimeter höher als auf der gegenüberliegenden Seite. «Ausserdem schwemmt es deswegen alles Treibholz zu uns», fügt Andy Bussinger an. Das wird dann zum Problem, wenn das Treibholz die mit zwölf Tonnen Wasser gefüllten Beaverschläuche aufsticht.

Schläuche statt Säcke

Die Beaverschläuche sind 150 Meter lang. Sie sind so schwer, dass sie bis zu 45 Zentimeter über dem Boden abdichten. Die Sperren sind die weit praktischere Methode als Sandsäcke. Andy Bussinger veranschaulicht: «Für die gleiche Länge bräuchten wir mehrere tausend Sandsäcke. An Lager haben wir aber nur 200.» Der Aufwand für die Beaver kostet rund 25'000 Franken, laut Bussinger gerade mal ein Zehntel davon, was allfällige Gebäudeschäden kosten würden.

Am Donnerstag können die Beaverschläuche voraussichtlich wieder abgeräumt werden. Zuerst hiess es, die mobilen Sperren würden über Wochenende montiert bleiben. Nun sieht es aber so aus, als würde der Rhein die für Wallbach kritischen 3100 Kubikmeter pro Sekunde nicht erreichen.

Am Dienstag betrug die Wassermenge ungefähr 2350 Kubikmeter pro Sekunde. Das kann sich aber rasch ändern, am Montag wechselte der Pegel in zehnminütigen Abständen. «Ich kann nicht hellsehen, ob das Wasser über Nacht noch kommt», erklärt Andy Bussinger auch allen Bewohnern, die nach seiner Prognose fragen. Im Falle des Falles würde die Feuerwehr aber rechtzeitig über einen unerwarteten Hochstand im Bielersee informiert. Dann bleiben noch etwa 10 Stunden, bis das Hochwasser auch in Wallbach ankommt.

Während des Hochwassers ergeben sich auch stimmungsvolle Bilder am Rhein - zum Beispiel hier in Stein, gegenüber von Bad Säckingen (D):

In Wallbach bieten die Beaver Schutz
5 Bilder
Fricktal: Stand Dienstagnachmittag in Wallbach

In Wallbach bieten die Beaver Schutz

AZ

Aktuelle Nachrichten