In Frick ist die Zahl der Sozialhilfebezüger in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Aktuell hat die Gemeinde mit rund 5500 Einwohnern 86 Fälle mit rund 150 Personen, davon rund 35 Kinder. Das ist ein Drittel mehr als noch vor zehn Jahren. Laut Gabriela Reimann, Leiterin der Abteilung Soziales der Gemeinde Frick, arbeiten die Betroffenen in 45 Fällen derzeit nicht – Aus verschiedenen Gründen wie Krankheit oder mangelnden Deutschkenntnissen.

Oder aber weil sie einfach keinen Job finden. So suchen Klienten derzeit Jobs als Detailhandelsfachmann im Elektrohandel, als Coiffeuse oder Maschinenzeichner. Personen Anfang 30 sind ebenso betroffen wie Mittfünfziger. In den übrigen 41 Fällen arbeiten die Betroffenen zumindest Teilzeit oder besuchen Beschäftigungsprogramme oder Schulen. Vielen von ihnen hat die Abteilung Soziales in irgendeiner Art geholfen.

Mehr Betreuung am Anfang

In den letzten fünf Jahren sind in Frick verschiedene Konzepte entstanden, um Sozialhilfebezüger bei der Stellensuche wirksam unterstützen zu können. Die Gemeinde bietet Betroffenen zum Beispiel die Möglichkeit, bei Arbeitgebern in der Region ein dreimonatiges Arbeitstraining zu machen um sich wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen.

Oder sie zahlt Arbeitgebern, die einem Sozialhilfebezüger eine feste Anstellung von mindestens zwölf Monaten in Aussicht stellen, Einarbeitungszuschüsse – in den ersten beiden Monaten 60 Prozent des Bruttolohns, im dritten und vierten Monat 40 Prozent und im fünften und sechsten Monat 20 Prozent.

Das Konzept zeigt Wirkung. «Gut 20 Personen konnten wir auf diese Art bereits vermitteln», sagt Gabriela Reimann. Einigen bietet die Gemeinde selber Anstellungen, etwa beim Bauamt, andere konnten in Restaurants oder zu Coiffeuren vermittelt werden.

Seit letztem Sommer arbeitet der Fricker Sozialdienst auch mit der Jehle AG in Etzgen zusammen. Sechs Personen wurden seither an die Firma vermittelt – vier haben mittlerweile einen befristeten Arbeitsvertrag als Produktionsmitarbeiter, eine beginnt eine Lehre, bei einer musste das Experiment abgebrochen werden. Hier habe die Konstellation nicht gestimmt, sagt Martin Baksa, Leiter Finanzen, Human Resources und IT der Jehle AG.

Grundsätzlich zieht Baksa aber ein positives Fazit. «Es hat sich gelohnt, einige sind richtiggehend aufgeblüht.» Gerade am Anfang «und weil wir die Vorgeschichten kennen», bräuchten die Arbeitnehmer nach ihrer längeren Absenz vom Arbeitsmarkt mehr Betreuung, gibt er zu. Dann gelte es, auch negative Punkte anzusprechen und ehrlich zueinander zu sein. «Und es ist auch wichtig, zu wissen, dass der Sozialdienst bei allfälligen Problemen als Ansprechpartner da ist.»

Auch Gabriela Reimann sieht das Projekt als Erfolg. «Je früher wir einen Klienten wieder in den Arbeitsmarkt integrieren können, desto besser.» Während für die Arbeitnehmer der Job ein geregeltes Einkommen bedeutet, profitiert auch die Gemeinde, die keine Sozialhilfe mehr ausrichten muss. Und: «Die meisten Vermittelten haben bereits mit Rückzahlungen begonnen», so Reimann. «Wir hoffen, dass wir weitere Arbeitgeber finden, die am Projekt teilnehmen», sagt die Sozialdienst-Leiterin.