Rheinfelden
Hier werden Erinnerungen wach

Grosses Besucherecho: Vernissage zu «Rheinfelden – anno dazumal und heute. Menschen und Erinnerungen» musste spontan in die Kapuzinerkirche verschoben werden.

Horatio Gollin
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Historische Aufnahmen vom ‹Strampi› wecken bei Ruth Wagner-Rosenthaler sofort Erinnerungen an die Kindheit. Horatio Gollin

Historische Aufnahmen vom ‹Strampi› wecken bei Ruth Wagner-Rosenthaler sofort Erinnerungen an die Kindheit. Horatio Gollin

Horatio Gollin

«Ich kann mich an einen grossen Sandhaufen erinnern», meint Ruth Wagner-Rosenthaler beim Betrachten der Schwarz-weiss-Fotos des Strandbads. Dann entdeckt sie den grossen Sandspielplatz auf einer Aufnahme vom ‹Strampi›. «Da mussten wir in den 1950ern und 1960ern immer Schulweitsprung machen», erzählt die Rheinfelderin. Auch Daniel Vulliamy wird an seine Kindheit und Jugend erinnert. «Ich habe viele schöne Stunden im Strandbad verbracht, aber auch eine nicht so gute Erfahrung gemacht», sagt Vulliamy und zeigt beim Erzählen auf eine Aufnahme. «Das Foto zeigt genau die Stelle.»

Auf zwölf blauen Litfasssäulen werden verschiedene Themen in Text und Bild präsentiert und regen die Betrachter zum Erinnern an. Eine Säule trägt den Titel ‹Planschen im Strampi› und eine weitere zeigt verschwundene oder veränderte Orte wie das Casino Rheinfelden, das Grand Hôtel de Saline oder die frühere Cardinal-Brauerei. Themen sind auch die Bezirksschule, die Fischerei am Rhein oder historische Ansichtskarten.

Die Vernissage der Ausstellung ‹Rheinfelden – anno dazumal und heute. Menschen und Erinnerungen› wird spontan in den grösseren Veranstaltungsraum in der Kapuzinerkirche verlegt, da der Besucherandrang für den Raum im Fricktaler Museum zu gross ist. Museumskonservatorin Kathrin Schöb und Museumskuratorin Ute W. Gottschall führen in die Ausstellung ein. Schöb führt aus, dass die Ausstellung Menschen und Erinnerungen in den Fokus nehme, da auch emotional gefärbte, persönliche Erinnerungen einen Sammelwert haben.

Kuratorin Gottschall ordnet die Ausstellung in die Ausstellungsreihe Zeitenwende des trinationalen Netzwerk Museen ein, bei der 30 Museen aus drei Ländern die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren thematisieren. Im Fricktaler Museum greifen zwei Säulen das Thema auf. Eine Litfasssäule auf der alten Rheinbrücke zwischen den beiden Rheinfelden nähert sich dem Thema grenzüberschreitend. Der Cellisten Alexandre Foster umrahmt die Reden der beiden Museumsleiterinnen musikalisch.

Extra ein Museumsbier gebraut

Nach der Einführung spazieren die Besucher durch die Altstadt zurück zum Fricktaler Museum. «Ganz im Sinne der Bierbrauertradition des Hauses zur Sonne haben wir ein Fricktaler Museumsbier gemacht», kündigt Schöb den Apéro mit Verweis auf die Geschichte des Hauses an, das einst die Salmenbrauerei war. Während manche schon einen Blick in die Ausstellung werfen, stossen die anderen mit dem Museumsbier an. Das Bier hatte Richie Waldis von der Rheinfelder Brauerei NordSud nach einem Rezept des alten Salmenbiers gebraut, welches er abwandelte, um ein an den Wappenfarben der Stadt orientiertes, gelblich-rotes Bier zu offerieren. Bei den Besuchern kam das erstmals zur Vernissage ausgeschenkte, geschmacklich sanfte Museumsbier gut an.

Das Fricktaler Museum, Marktgasse 12 in Rheinfelden, hat dienstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung wird mit einem Programm begleitet. Weitere Informationen unter www.fricktaler-museum.ch

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