Kaisten
Heizung in Kirchenbänken soll für mehr Wärme beim Gottesdienst sorgen

Bei der 3 Millionen Franken teuren Kirchensanierung in Kaisten wird auch dem Wunsch nach mehr Wärme Rechnung getragen. Am 24. Februar stimmen die Stimmberechtigten an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung über die Renovationskosten ab.

Susanne Hörth
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Die barocke Kirche St. Michael in Kaisten ist während der Sanierung rund ein Jahr nicht benutzbar.

Die barocke Kirche St. Michael in Kaisten ist während der Sanierung rund ein Jahr nicht benutzbar.

Susanne Hörth

3,1 Millionen Franken, basierend auf Richtofferten und Erfahrungswerten, soll die geplante Renovation der katholischen Kirche in Kaisten kosten. Die Nennung dieser Summe durch Kirchenpflegepräsidentin Iris Rehmann liess am Montagabend an der sehr gut besuchten Orientierungsversammlung ein Raunen durch die Anwesenden gehen.

Die umfassende Innensanierung der 1716 erstellten barocken Dorfkirche St. Michael – «die Kirche ist neben der Wendelinskapelle das einzige Kulturgut im Dorf. Wir müssen dafür Sorge tragen», so ein Versammlungsteilnehmer» – wurde nicht infrage gestellt, die hohen Kosten hingegen gaben Anlass für verschiedenste Wortmeldungen und kritische Fragestellungen.

Sparen seit über zehn Jahren

Bereits seit 2003 wird für die Renovation gespart. Dank dieser Ersparnisse kann die Kirchgemeinde rund 1,4 Millionen Franken in die Renovationskosten einbringen. Rund 400 000 Franken haben Landeskirche und Denkmalpflege bereits zugesichert. Weitere 400 000 Franken sollen durch Spendenaufrufe an weitere Institutionen und Privatpersonen in die Kasse fliessen. Dass dies durchaus realistisch sei, betonten auch Castor Huser und Herbert Schwitter vom Architekturbüro C. Huser in Baden. Sie haben schon zahlreiche Kirchenrenovationen betreut, können daher auch bei der Spendefreudigkeit bei auf Erfahrungswerte zählen. Eine Erhöhung des Steuerfusses von heute 24 Prozent ist nicht geplant.

Beheizte Kirchenbänke

Zu den umfassenden baulichen Massnahmen zählt auch der Ersatz der bestehenden Heizung. Dafür muss der Kirchenboden herausgespitzt werden. Das neue Heiznetz wird mit entsprechender Isolation eingelegt, ein Natursteinboden ist als Abschluss angedacht. Für die Wärmegewinnung ist eine Luft-Wärme-Pumpe (Kosten 150 000 Franken) vorgesehen.

Mit diesem System kann die Grundlast des Kirchengebäudes von 12°Grad erreicht werden. Damit bei Gottesdiensten kurzzeitig eine Temperatur von circa 16° Grad erzielt werden kann, soll eine Sitzbankheizung installiert werden. Dafür soll die bestehende Ölheizung durch eine kleinere, modernere ersetzt werden. Für die Wärmeerzeugung in den Sitzbänken, den Radiatoren in den Fensternischen «benötigt es durchschnittlich 2100 Liter Öl pro Jahr», so der Kirchenbauspezialist Herbert Schwitter. «Das ist 35 Prozent günstiger als heute.»

In der Diskussionsrunde wurde die Sitzbankheizung unter anderem als unnötiger Luxus bemängelt, näher zusammenrücken der Gottesdienstbesucher im Gegenzug vorgeschlagen. Der anwesende Denkmalpfleger Philipp Schneider bestätigte auf entsprechende Frage aus der Versammlung, dass Kirchenorgeln bei zu grossen Temperaturschwankungen tatsächlich Schaden nehmen könnten. «Die Orgeln sind ursprünglich auf eine Raumtemperatur um 12° Grad ausgelegt.»

Abstimmung am 24. Februar

Es wurde aus der Versammlung angeregt, bei den Kosten, nochmals über die Bücher zu gehen. Die Zeit dafür dürfte knapp werden, denn bereits am 24. Februar stimmen die Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde Kaisten an ihrer ausserordentlichen Versammlung über den Renovationskredit ab. Läuft alles nach Plan, wird nach Pfingsten mit den rund ein Jahr dauernden Sanierungen begonnen. Die Kirche bleibt während der ganzen Bauzeit geschlossen. Gottesdienst finden je nach Grösse im Pfarrheim, in der Mehrzweckhalle oder in der Kirche Ittenthal statt.

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