Sommersaison

Glace-Bilanz fällt zweigeteilt aus: In Frick lief das Geschäft gut, doch in Rheinfelden fehlten die Touristen

Federico Hochreuter, Inhaber vom «Che Lati» in Frick, produziert in Spitzenwochen bis zu 300 Kilogramm Glace.

Federico Hochreuter, Inhaber vom «Che Lati» in Frick, produziert in Spitzenwochen bis zu 300 Kilogramm Glace.

Das Fricker «Che Lati» lieferte die Kaltspeise kiloweise aus – den Gelatieri in Rheinfelden fehlten die Touristen. Die Bilanz der sich zu Ende neigenden Saison fällt deswegen gemischt aus.

Das Verlangen nach der süssen Köstlichkeit hat auch diesen Sommer so manch einen in die Fricktaler Gelaterias getrieben. Mit dem aktuellen Herbstumschwung schwindet die Lust auf Glace – bei den meisten jedenfalls. Zeit also für die Fricktaler Gelatieri, die Saison Revue passieren zu lassen.

Als «gut und aussergewöhnlich» bilanziert Federico Hochreuter vom «Che Lati» an der Fricker Hauptstrasse die Saison 2020. Aussergewöhnlich, weil er in Zeiten des Lockdown zahlreiche Bestellungen von ­Familien erhielt, welche die Kaltspeise kiloweise orderten. «Da sind schon mal 50 Fahrten die Woche zusammengekommen», sagt er. Diese gingen von Stein bis Effingen, von Kaisten bis Wölflinswil, quer durch das obere Fricktal.

In der Gelati-Hochphase habe er bis zu 300 Kilogramm der Kaltspeise pro Woche hergestellt. So stand der gebürtige Argentinier in diesen Phasen denn auch bereits um fünf Uhr früh an der Glacemaschine und produzierte bis mittags durch. Profitiert hat Hochreuter auch davon, dass im Sommer viele Menschen coronabedingt nicht verreist sind. Die Daheimgebliebenen hätten sich dann bei ihm in der Gelateria ein kleines Stück Ferien-Feeling geholt.

Neue Kreation als Verkaufsschlager

Zu den Verkaufsschlagern in diesem Sommer gesellte sich neben dem Klassiker Stracciatella die neue Kreation «Crazy Rouge» – eine Kombination aus Vanille, Himbeere, Schwarzem Holunder und Rhabarber. So stand denn Hochreuter auch vor dieser Saison an der Gelatimaschine und hat allerhand Ingredienzien ins Rührwerk geworfen, um an neuen Geschmacksrichtungen zu tüfteln. «Man muss den Leuten immer etwas Abwechslung bieten», sagt er.

Neu hinzugekommen ist diese Saison etwa eine Gin-Tonic-Glace. Hier kommt es darauf an, dass richtige Verhältnis zwischen den Zutaten sowie dem Alkohol zu treffen. Letzterer gefriere nicht gut, erklärt Hochreuter. Als Cool-Downer für Hitzetage hat Hochreuter die Sorte «Vasubeda» kreiert. In dieser Gelati hat er die fruchtige Säure von Zitronen und Orangen mit den ätherischen Ölen von Basilikum und Ingwer gepaart. «Ein echter Hitzekiller», wie er sagt.

Weniger Touristen – ­geringer Gelati-Absatz

Unterdurchschnittlich lief der Gelati-Verkauf bei Raffaele Marino, der in der Rheinfelder Marktgasse einen Feinkost-­Laden führt. 55 Prozent weniger als in einem gewöhnlichen Jahr habe er abgesetzt. «Corona hat dafür gesorgt, dass die Stadt wie ausgestorben war», so Marino. Negativ bemerkbar habe sich gemacht, dass der «Rhystärn» erst zwei Monate später in Rheinfelden angelegt habe. «Es sind nur wenige Touristen über den Sommer gekommen.»

«Unzufrieden» mit der Saison ist auch Giovanni Torio, der in der Marktgasse seit September 2019 das «Mona Lisa» führt. Während des Lockdown schloss er das Eiscafé für rund zwei Monate. «Die Frühjahrsphase wäre für uns jedoch wichtig gewesen, damit die Leute uns auf dem Radar haben», sagt Torio. Immerhin konnte auch er besonders im August von der Kundschaft profitieren, die nicht in die Ferien gereist ist.

Autor

Dennis Kalt

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