Rheinfelden
"Geschichten erfahren und erzählen": Die Region von anno dazumal

Im Fricktaler Museum werden bei der Veranstaltung «Geschichten erfahren und erzählen» Erinnerungen geweckt.

Ingrid Arndt
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Die gezeigten Bilder weckten bei den Teilnehmern lebhafte Erinnerungen.

Die gezeigten Bilder weckten bei den Teilnehmern lebhafte Erinnerungen.

Ingrid Arndt

«Museen haftet manchmal die Aura von heiligen Hallen an. Wir möchten, dass dies ein Ort für jedermann, für alle Generationen ist. Ein Ort, an dem Spannendes zu erleben ist, an dem in gemütlicher Runde frei von der Leber weg erzählt und viel gelacht wird, wo Menschen sich kennen lernen», sagte Ute W. Gottschall, Kuratorin des Fricktaler Museums Rheinfelden, bei der ersten Veranstaltung zum Thema «Geschichten erfahren und erzählen – Treffen der Generationen». Gemeinsam mit der Leiterin des Museums, Kathrin Schöb, hatte sie diese Zusammenkunft organisiert.

Mit einer etwas grösseren Bandbreite an Generationen klappte es nicht ganz bei diesem Anlass, der Jüngste war vier Jahre alt, alle anderen Besucher waren dann eher im Seniorenalter. Aber dafür hatten sie jede Menge interessanter Erinnerungen und erfrischend fröhliche Geschichten aus Rheinfelden von anno dazumal mitgebracht, die beim Betrachten der alten Fotografien der Ausstellung wieder sehr präsent waren.

Bilder wecken Erinnerungen

Ein zufriedenes Lächeln zauberte eine alte Stadtansicht mit Villa und Lustgarten ins Gesicht von Hansjörg Brun. Aus dieser Villa wurde später das renommierte Hotel «Schwanen», das seine Eltern 1950 kauften. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend, dort musste er mithelfen in der Küche und im Service, aber er hatte auch unendlich viele Freiheiten. Seine Freunde kamen zu ihm, mit grossem Gaudi gondelten sie im Fahrstuhl auf und ab und ganz selbstverständlich halfen sie ihm auch bei seinen Tätigkeiten. Zusammen unternahmen sie wilde Schnitzeljagden durch die Altstadt, in der sie jeden Winkel kannten, und behaupteten sich tapfer und meist erfolgreich gegen «feindliche Banden». Zwar sind für den nun 60-Jährigen moderne Kommunikationsmittel nützliche Hilfsmittel, aber anderseits bedauert er auch, dass damit ein Teil des unmittelbaren Miteinanders verloren gegangen ist.

Ein altes Foto vom ehemaligen Zollübergang und eines Bauernhauses an der Ostecke brachten bei Anna Wanner ebenfalls so manche Erinnerungen zurück. In diesem Haus wohnte einst eine gute Bekannte, die bei jedem Hochwasser mit einem total überschwemmten Garten zu tun hatte. Wanner zog mit ihrer Familie 1978 nach Rheinfelden, doch das Einleben war für sie schwer. Richtigen Kontakt habe sie sie erst nach ihrer Pensionierung gefunden, meinte sie rückblickend, doch das sei sicher mit ihrem Engagement im Beruf ausserhalb von Rheinfelden und der Familie zu erklären. Rheinfelden ist für sie eine Stadt mit ganz viel Atmosphäre geworden.

Veranstaltung wird fortgesetzt

«Mit diesem ersten Zusammensein sind wir recht zufrieden», so das Museumsteam. «Die Besucher haben sich lebhaft unterhalten, miteinander über die enormen Veränderungen gesprochen und vor allem die Gemütlichkeit gepflegt bei Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltungsreihe werden wir fortsetzen.» Alle Geschichten, die an diesem Nachmittag zu hören waren, wurden aufgezeichnet, denn es sei enorm wichtig, sie zu bewahren und weiterzugeben.

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