Gerichtsverfahren
Kein Beweis für Autoposing: Das Bezirksgericht Rheinfelden spricht einen Beschuldigten frei

Ein 35-Jähriger aus dem Baselbiet kommt um die Zahlung einer 400 Franken Geldbusse und weiteren Gebühren in Höhe von 500 Franken herum. Dem Gericht ist die Beweislage für den Strafbefehl zu dünn.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Um Autoposing war es beim Bezirksgericht Rheinfelden gegangen.

Um Autoposing war es beim Bezirksgericht Rheinfelden gegangen.

Bild: zvg

Autoposing war vor dem Bezirksgericht Rheinfelden jetzt Gegenstand eines Strafverfahrens. Beschuldigt war ein im Baselbiet wohnhafter Mann wegen Lärmbelästigung in Zusammenhang mit den Artikeln 90 und 42 des Strassenverkehrsgesetzes, nach denen Fahrzeugführer «jede vermeidbare Belästigung von Strassenbenützern und Anwohnern, namentlich durch Lärm, Staub, Rauch und Geruch, zu unterlassen haben».

Lautes Blubbern in bestimmten Fahrsituationen

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg hatte dem 35-Jährigen Autoposing vorgeworfen, also das Tuning der Auspuffanlage seines Wagens, um damit überzogen laute Motorengeräusche hervorzurufen und die Aufmerksamkeit auf sich und seinen Wagen zu lenken. Im Strafbefehl vom 10. November 2020 heisst es:

«Aufgrund des unnötigen Hochdrehens des Motors und des lauten Blubberns in bestimmten Fahrsituationen verursachte der Personenwagen starken Lärm.»

Laut dem Strafbefehl habe der Beschuldigte den Motor seines Mercedes im August 2020 in der Nähe einer Tankstelle an der Zürcherstrasse in Rheinfelden absichtlich laut aufdrehen lassen. Mit diesem Verhalten habe er vermeidbaren Lärm verursacht.

500 PS starker E-Klasse-Mercedes

Wie vor Gericht bekannt wurde, soll es sich bei dem Auto um einen E-Klasse-Mercedes mit 500 PS gehandelt haben, der binnen fünf Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen kann.

Die Staatsanwaltschaft forderte dafür eine Geldbusse in Höhe von 400 Franken. Hinzu kamen die Gebühren für den Strafbefehl in Höhe von 500 Franken. So lautete die Gesamtrechnung für den Mann aus dem Baselbiet 900 Franken.

Video der Regionalpolizei reicht nicht als Beweis

Bezahlen muss der vor dem Bezirksgericht Rheinfelden beschuldigte Mann aber nichts. Die mit dem Fall betraute Bezirksrichterin sprach ihn laut eines Berichts des Fernsehsenders Tele M1 von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg frei. In einem von der Regionalpolizei Unteres Fricktal aufgenommenen Video habe man seitens des Beschuldigten keinen Verstoss gegen das Strassenverkehrsgesetz feststellen können, lautete gemäss Tele M 1 die Begründung für den Freispruch am Bezirksgericht Rheinfelden.

Aktuelle Nachrichten