Fusion im Staffeleggtal
Warum Stephan Gemmet erster Präsident von Herznach-Ueken werden will und wie er zwischen Amt, Beruf und Privatem jongliert

Am 25. September findet die Wahl für den Präsidenten und dessen Vize für die fusionierende Gemeinde Herznach-Ueken statt. Stephan Gemmet, Gemeindeammann von Herznach, wirft als Einziger seinen Hut in den Ring. Sein Wunsch: ein möglichst reibungsloser Start und «mindestens die Erhaltung des Status quo».

Dennis Kalt
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Stephan Gemmet, Gemeindeammann von Herznach, kandidiert als Einziger für das Amt des Gemeindepräsidenten von Herznach-Ueken.

Stephan Gemmet, Gemeindeammann von Herznach, kandidiert als Einziger für das Amt des Gemeindepräsidenten von Herznach-Ueken.

Bild: zvg (28. April 2022)

Das Ziel für den Fusionszug Staffeleggtal rückt in Sichtweite. Doch bevor er am 1. Januar 2023 seine Endstation erreicht – dann, wenn Herznach und Ueken rechtlich zu einer Gemeinde verschmelzen – folgt am 25. September noch ein kurzer Zwischenhalt: Die Bevölkerung wählt dann den Präsidenten und Vizepräsidenten der neuen Fusionsgemeinde.

Lange stehen bleiben dürfte der Fusionszug dazu nicht: Die Wahl ist reine Formsache. Anders als in der fusionierten Gemeinde Böztal, in der es 2021 im ersten Wahlgang zur Kampfwahl um den Posten des Ammanns und Vizeammanns kam, kandidiert für Herznach-Ueken je nur ein Kandidat als Präsident und dessen Vize.

Ein einvernehmlicher Entscheid

Robert Schmid, Gemeindeammann von Ueken, kandidiert als Vize; Stephan Gemmet, seit 2014 im Gemeinderat von Herznach und seit 2022 Gemeindeammann, strebt das Präsidium an. Wie Gemmet sagt, sei der Entschluss, wer für das Präsidium und Vizepräsidium kandidiere, unter allen neugewählten Gemeinderäten von Herznach-Ueken diskutiert und dann als Vorschlag gemeinsam entschieden worden. Gemmet schiebt nach:

«Es war schön zu sehen, dass der Vorschlag von allen mitgetragen und unterstützt wurde.»

Zwei Gründe haben Gemmet zu der Kandidatur bewogen. Einerseits das Interesse an der Arbeit für die Gemeinde, anderseits das Verantwortungsgefühl dieser gegenüber.

Das Jonglieren zwischen dem politischen Amt, jenem als Geschäftsführer eines ICT-Unternehmens sowie dem Privaten, bereitet Gemmet keine Bedenken. Einerseits fänden Gemeinderatssitzungen abends statt, sodass er die Geschäftsführerfunktion nicht vernachlässigen müsse. Anderseits habe er bei Besprechungen während der Bürozeiten in der Firma die notwendige Flexibilität und könne sich auf «ein super Team» verlassen. Gemmet sagt:

«Beim Privaten ist meine Frau sehr tolerant.»

Einen Ausgleich zu Beruf und politischen Wirken findet Gemmet beim Sport. «Den kann ich auch frühmorgens ausüben, wenn es sowieso am schönsten für sportliche Aktivitäten ist», sagt er.

Beim Energiethema will er etwas bewegen

«Mindestens den Status quo zu erhalten», das ist eines der grundlegenden Ziele von Gemmet als angehender Präsident der Fusionsgemeinde. Konkret bedeutet dies für ihn, eine gute Schule und Infrastruktur, eine intakte Umwelt und eine sichere Wasser- und Energieversorgung. «Mein persönliches Interesse gilt auch dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Energie – wenn möglich, ohne Komforteinbussen», sagt Gemmet, der in dieser Hinsicht in der Gemeinde, «das eine oder andere bewegen und unterstützen» möchte.

Doch als Erstes, so Gemmet, werde eine Klausur abgehalten, damit die Ressorts im Gemeinderat verteilt sowie Prioritäten und Entwicklungsrichtungen für diese definiert werden können. Gemmet sagt:

«Um meine Prioritäten, die ich sicherlich vorbringen und vertreten werde, geht es nur am Rande. Schlussendlich legen wir als Gemeinderat die Richtung fest.»

Zum Start der neuen Gemeinde, so Gemmet, sei angedacht, dass dieser so reibungslos wie möglich verläuft. Denn so arbeiten in der Umsetzungskommission bereits im Vorfeld der Fusion alle neuen Gemeinderäte zusammen. Auch die gemeinsame Verwaltung ist bereits seit rund zwei Jahren für die beiden fusionierenden Gemeinden zuständig. «Dies begünstigt den Start enorm», sagt Gemmet.

Wichtig als erster Präsident der Fusionsgemeinde ist für Gemmet, dass er als langjähriger Herznacher Gemeinderat den Ortsteil Ueken mit seinen Einwohnerinnen und Einwohnern besser kennen lernt. «Ich hoffe dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung sowie die ‹Ueker Gemeinderäte›», so Gemmet.