Fricktal
Die Jugendtreffs kämpfen sich durch den zweiten Coronawinter – und setzen dabei auf kreative Lösungen

Jugendtreff-Organisatoren müssen teilweise kreative Lösungen finden, wollen sie auch im Winter bei einschneidenden Massnahmen weiterhin Angebote für Jugendliche anbieten. Während die einen Online-Gruppenstunden in Erwägung ziehen, organisieren andere sogenannte Mitmach-Treffs.

Nils Hinden
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Nur draussen gilt aktuell keine Maskenpflicht.

Nur draussen gilt aktuell keine Maskenpflicht.

Symbolbild/Getty Images

Jugendorganisationen bieten im Fricktal diverse Angebote für Heranwachsende. Besonders jetzt im Winter, wenn strengere Coronamassnahmen gelten, sind die Verantwortlichen gefordert, Lösungen zu finden, um den Fortbetrieb zu gewährleisten. Das gelang dank einiger Kreativität bei der Programmgestaltung.

Alternativkonzepte wurden erarbeitet

Die offene Jugendarbeit Möhlin (Jam) ist ein grösseres Jugendhaus im Fricktal – und ein Beispiel, wie Jugendarbeit in Pandemiezeiten funktionieren kann. Auch zu Coronazeiten können sich Jugendliche dort nämlich mehrmals in der Woche treffen.

Um den Fortbetrieb zu gewährleisten, wurden einerseits Alternativkonzepte erarbeitet. Ein Beispiel dafür sind sogenannte Mitmach–Treffs. Unter dem Motto «Wir bauen ein Iglu» stünde auch diese Woche ein solcher an. «Das könnte allerdings schwierig werden», wie Jugendarbeiter Benjamin Neale mit einem Lachen meint. Denn:

«Viel Schnee liegt nicht.»

Andererseits wurden Schutzmassnahmen ergriffen. Seit letztem Sommer gilt im Jam-Zentrum eine Maskenpflicht bis hinunter zu den Drittklässlern. Neale sagt dazu: «Um die Massnahmen nicht dauernd anpassen zu müssen, haben wir uns freiwillig für eine Maskenpflicht entschieden.» Und weiter:

«Bei uns kommen Jugendliche aus verschiedenen Klassen und Altersgruppen zusammen, deswegen halten wir solche Massnahmen für sinnvoll.»

Zudem gilt seit Dezember für über 16-Jährige eine 2G-Pflicht. Das sei eine grössere Herausforderung, so Neale. Denn: «Wir verstehen uns als offene Jugendorganisation.» Da sei es schwierig, Zertifikatslose in Innenräumen abzulehnen.

Jugendliche beeindrucken Jugendarbeiter

In Gipf-Oberfrick musste man vorübergehend schliessen. Angelo Zurlino ist mit seinem Team für den Jugendtreff Freakhall in Gipf-Oberfrick verantwortlich. Weil das Coronavirus letzten Herbst an den Schulen Gipf-Oberfrick und Frick herumgegangen ist, wurde der Jugendtreff Freakhall vorübergehend geschlossen. Seit Neujahr biete man aber wieder regelmässig Treffs an.

Wenn sich die Coronasituation im Sommer wieder entspanne, wolle man auch wieder grössere Events organisieren. An die Jugendlichen gerichtet, sagt er:

«Mich beeindruckt, wie sie mit der Pandemie umgehen.»

Erfinderisch zeigte sich auch die Jubla Frick. «Im letzten Winter haben wir Online-Gruppentreffs durchgeführt», sagt Jubla-Leiter Elias Stäuble. Aktuell finden die Gruppenstunden noch vor Ort statt. Dabei gilt Maskenpflicht. Das gemeinsame Essen in Innenräumen oder das Popcorn zum Film falle so weg, sagt Stäuble. Mit einiger Kreativität könne man mit Abstand und Maske allerdings vieles machen.

Ein Zelt für Jugendliche ohne Zertifikat

Ähnlich sieht es in den Jugendhäusern, vom Trägerverein für Schüler-, Jugend- und Kinderkultur Schjkk in Rheinfelden, aus. Auch dort gelten Abstandsregeln, Masken- und eine Zertifikatspflicht für über 16-Jährige.

Dazu sagt die Leiterin Liliane Regitz: «Gemeinsames Kochen und Schminken entfällt, aber wir lassen uns Alternativen einfallen.» Um den Jugendlichen ohne Zertifikat trotzdem etwas zu bieten, habe man im Aussenbereich ein Zelt und eine Feuerstelle aufgebaut.

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