Frick
Die SVP will zurück in den Gemeinderat – schafft sie den Sprung und auf wessen Kosten?

Seit acht Jahren sitzt die wählerstärkste Partei nicht mehr in der Fricker Regierung. Nun tritt sie mit einem starken Kandidaten an – bekommt es aber mit einem ebenso starken Gegenkandidaten der Mitte zu tun.

Thomas Wehrli
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Die spannendste Frage bei den Gemeinderatswahlen in Frick lautet: Schafft die SVP nach acht Jahren den Sprung zurück in den Gemeinderat – und wenn ja: auf Kosten von wem oder von welcher Partei? Seit dem Abgang des legendären Gemeindeammanns und heutigen Ehrenbürgers Anton Mösch Ende 2013 ist die wählerstärkste Partei nicht mehr in der Regierung vertreten.

Vor acht Jahren fehlte ihr schlicht ein geeigneter Kandidat, vor vier Jahren hatte Ortsparteipräsident Adrian Speckert das Nachsehen gegen Eugen Voronkov, der zwar damals schon FDP-Mitglied war, im Wahlkampf aber als Parteiloser antrat. Heute ist er neben Gemeindeammann Daniel Suter der zweite FDP-Vertreter im Rat.

Für die Wahlen in diesem Jahr ist die SVP besser gewappnet und hat mit Robert Weniger einen starken Kandidaten. Weniger ist Unternehmer und seine Firma, «Heizöl-Fredy», kennt man in der Region bestens. Er bekommt es bei den Wahlen allerdings mit einem Schwergewicht aus der Wirtschaft zu tun: Franz Ruder, Direktor bei der Underberg-Gruppe. Ruder soll den zweiten Sitz von Die Mitte verteidigen, der nach dem Rücktritt von Vizeammann Christian Fricker frei wird.

Die Frage ist also: Kann Die Mitte ihre beiden Sitze behalten oder gelingt der SVP das Comeback? Mit Blick auf die Wähleranteile bei den Nationalratswahlen 2019 – die SVP kam auf nicht ganz 30 Prozent – müsste der Fall klar sein. Allerdings bekundet die SVP bei Exekutivwahlen vielfach Mühe, ihre Kandidaten in die Räte zu hieven.

Hier kommt ein zweites Szenario ins Spiel, das im Dorf unter der Hand ebenfalls herumgeboten wird. Das da lautet: Ruder und Weniger schaffen den Einzug – auf Kosten eines Bisherigen.

Mit anderen Worten: Es bleibt spannend. Weit weniger umstritten scheinen da Ammann- und Vizeammannwahl. Der bisherige Ammann, Daniel Suter, kandidiert erneut und er hat, dies wird im parteiübergreifend attestiert, in den letzten acht Jahren einen guten Job gemacht. Seine Wiederwahl dürfte demnach Formsache sein.

Vizeammann und damit Nachfolger von Christian Fricker will der einzige SP-Vertreter im Rat, Gunthard Niederbäumer, werden. Er gilt als ruhig und zielorientiert. Seine Wahl scheint im Dorf trotz SP-Parteibuch wenig umstritten. Auf jeden Fall hört man bislang nichts anderes munkeln. Aber eben: Bei den Wahlen ist erst der Wahltag der Zahltag.

Was finden Sie an Frick cool?

Daniel Suter, Gemeindeammann FDP.

Daniel Suter,
Gemeindeammann FDP.

Zvg / FRI

Daniel Suter, Gemeindeammann, FDP: «Einfach alles! Wir haben so vieles zu bieten. Sei es das Kulturangebot, Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, verkehrstechnische Erschliessung, Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine intakte Vereinslandschaft und zweckmässige Infrastrukturen. Vom Angebot her sind wir beinahe eine Stadt, in Sachen Natur und Landschaft ländlich geprägt.»

Gunthard Niederbäumer, Gemeinderat, SP, kandidiert als Vizeammann: «Ich bin immer wieder erstaunt, welch hervorragendes Angebot Frick bietet, sei dies bezüglich Einkaufsmöglichkeiten, Sportanlagen oder Kulturbetrieben. Für eine Gemeinde von 5700 Einwohnern ist dies aussergewöhnlich. Ganz besonders cool finde ich die Umgebung von Frick, die zu jeder Jahreszeit unvergessliche Naturerlebnisse bietet.»

Susanne Gmünder, Gemeinderätin, Die Mitte: «Ich bin immer noch begeistert von den vielen engagierten Vereinen, welche Frick in Kultur und Sport bereichern und einiges zu bieten haben. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist ein grosser Gewinn für Frick und trägt wesentlich zum aktiven Dorfleben bei.»

Eugen Voronkov, Gemeinderat, FDP: «Die Lebensqualität in Frick ist sehr hoch. Es ist ländlich gelegen - trotzdem hat es in Frick alles, was man zu Leben braucht. Cool finde ich das lebendige Vereinsleben im Dorf und natürlich meinen Herzensverein, den FC Frick.»

Robert Weniger, Kandidiert neu, SVP: «Wir haben hier alles, was man zum Leben und Wohnen braucht. Ein Strassennetz und öffentlicher Verkehr, die von fünf Richtungen direkt nach Frick führen. Dazu kommt auch das kulturelle Leben, welches nach Seinesgleichen sucht und nicht zu vergessen: eine schöne, bewaldete Umgebung. Alles in Allem: Es gefällt mir in Frick.»

Franz Ruder, Kandidiert neu, Die Mitte: «Frick ist eine Gemeinde, in der man sich wohlfühlt. Frick bietet für seine Grösse sehr viel: alle Schulen bis zur Oberstufe, eine grosse Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten, Gewerbe, Ärzte und nicht zuletzt den Markt und viel Kultur. Frick hat eine Geschichte, von den Dinosauriern über Kelten, Römer, Habsburger bis in die moderne Zeit, mit vielfältigem Gewerbe.»

Was stört Sie an Frick, wo drückt der Schuh?

Gunthard Niederbäumer, Gemeinderat SP.

Gunthard Niederbäumer, Gemeinderat SP.

Zvg / FRI

Daniel Suter: «Unsere sehr guten Verkehrsanbindungen bringen leider auch Emissionen mit sich, die im Laufe der Jahre immer stärker wurden. Denen gilt es entgegen zu wirken und nach Lösungen zu suchen.»

Gunthard Niederbäumer: «Der Verkehr ist eine der grossen Herausforderungen in unserer Gemeinde. Zum einen der tägliche Verkehr auf der Hauptstrasse während den Spitzenstunden und zum anderen der Ausflugsverkehr, insbesondere Motorräder, an schönen Wochenenden. Die Lärmbelastung ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner von Frick ein grosses Problem. »

Susanne Gmünder: «Da fällt es mir schwer etwas zu finden. Ich habe die vergangenen Amtsjahre genutzt mich so einzubringen, damit der ‘Schuh Frick’ nicht drückt. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Frick weiterhin als innovative, weitsichtige und auch mutige Gemeinde wahrgenommen wird. Es wird eine Herausforderung, die anstehenden Investitionen zu stemmen.»

Eugen Voronkov: «Es stehen einige wichtige Projekte an, die es zu bewältigen gibt: Mehrzweckhalle, Schwimmbad und der Bahnhof. Der finanzielle Schuldenabbau ist weiterhin unsere Priorität.»

Robert Weniger: «Es wurde in der Vergangenheit zu viel Geld ausgegeben. Über eine Million Franken wurde in Projektierungskosten gesteckt, für Projekte, die teilweise wieder verworfen wurden. Einige Projekte hätten günstiger realisiert werden können.»

Franz Ruder: «Die in Aussicht gestellte Steuerfuss-Erhöhung zeigt: Die Gemeindefinanzen sind nicht in einem optimalen Zustand. Ich sehe für Frick als zentrale Herausforderung der nächsten Jahre, die Finanzen auf eine gesunde Basis zu stellen. Das Hauptstrassen-Projekt hat bewiesen, dass wir auch Anwohner und Interessengruppen stärker und früher einbinden müssen.»

Welches Projekt muss 2022 unbedingt an­gegangen werden?

Susanne Gmünder-Bamert, Gemeinderätin Die Mitte.

Susanne Gmünder-Bamert,
Gemeinderätin Die Mitte.

Zvg / FRI

Daniel Suter: «Projekte bestehen aus Ideen, Entwicklung, Projektierung und Umsetzung. Dies braucht dementsprechend auch Zeit. Ich freue mich, dass die Sanierung der Zwidelle im 2022 nun in die Umsetzungsphase geht.»

Gunthard Niederbäumer: «Die an der letzten Gemeindeversammlung zurückgewiesene Sanierung der Hauptstrasse. Die Gemeinde Frick hat es verdient, dass das Zentrum freundlicher gestaltet wird, so dass insbesondere die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer erhöht wird. Ich bin überzeugt, dass von einer solchen Aufwertung auch das Gewerbe sehr profitieren würde.»

Susanne Gmünder: «Die Projekte Mehrzweckhalle 58 und Badi haben für mich hohe Priorität. Dann gibt es noch mein Herzensprojekt: Schon seit längerem bin ich auf der Suche nach mehr Raum für die Jugend. Es ist mir wichtig, die Jugend zu unterstützen und vom Handy wegzulocken. Ein Pilotprojekt läuft seit 2021 im leerstehenden Haus gleich neben der Schule Dorf.»

Eugen Voronkov: «Es wäre schön, wenn wir bei der Weiterentwicklung des Bahnhofs einige Schritte voran kämen. Der Bahnhof in Frick ist zentral für die ganze Region und ist eine wichtige Visitenkarte von Frick.»

Robert Weniger: «Für das Projekt Hauptstrasse muss bald eine Lösung gesucht werden. In Zusammenarbeit mit dem Gewerbe und den Parteien lassen sich die strittigen Punkte lösen, da bin ich überzeugt.»

Franz Ruder: «Als vorerst erstes wird sicher das Thema der Sanierung der Hauptstrasse und der Gemeindefinanzen anzupacken sein. Wir müssen auch weiter an einem nachhaltigen Entwicklungskonzept 2035 arbeiten mit den Themen Wachstum, Zentrumsgemeinde und Lebensqualität. Frick soll für die Einwohner, Gewerbebetriebe und Industrie interessant bleiben.»

Wenn Sie 5 Mio. Steuerfranken zur freien Verfügung für Frick hätten – was würden Sie tun?

Eugen Voronkov,Gemeinderat FDP.

Eugen Voronkov,
Gemeinderat FDP.

Zvg / FRI

Daniel Suter: «Wir haben viele notwendige Projekte, wie Schwimmbad, Hauptstrasse, Schule, Bahnhof usw. Sie alle sind auf Grund ihrer Dringlichkeit in der Investitionsplanung auf die nächsten zehn Jahre verteilt. Deshalb würde ich das Geld für den Schuldenabbau einsetzen.»

Gunthard Niederbäumer: «Ich würde eine Stiftung gründen mit dem Zweck der Frühförderung von Kindern, die in einem schwierigen Umfeld aufwachsen oder mangelnde Deutschkenntnisse haben. Ich bin überzeugt, dass jedes Kind eine gute Startchance in seine Schulkarriere verdient hat, unabhängig von seiner Herkunft oder seinem sozialen Status.»

Susanne Gmünder: «Ein neues Sauriermuseum! Heute wissen wir, dass Frick einen der grössten und dichtesten Saurierfundorte der Welt vorzuweisen hat. Dies soll mittel- bis langfristig mit einem Museum in Fundnähe gewürdigt werden. Dies beschäftigt uns schon länger, jedoch gestaltet sich die Suche nach dem optimalen Standort sowie die Finanzierung nicht einfach.»

Eugen Voronkov: «Ich würde diesen Teil in den Bau einer neuen Mehrzweckhalle oder eines Schwimmbades investieren.»

Robert Weniger: «In die Bildung. Das ist die Ressource der Zukunft.»

Franz Ruder: «Meine Priorität ist glasklar: Wir müssen zuallererst die Schulden abbauen. Die Aufgaben der öffentlichen Hand werden steigen und wir müssen in der laufenden Rechnung alles unternehmen, um eine weitere Erhöhung des Steuerfusses zu verhindern. So gewinnen wir Gestaltungsspielraum für eine Gemeindeentwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit.»

Weshalb sind Sie/wollen Sie in die Politik?

Franz Ruder, Gemeinderatskandidat Die Mitte.

Franz Ruder,
Gemeinderatskandidat Die Mitte.

Zvg / Aargauer Zeitung

Daniel Suter: «Ich schätze es, etwas bewegen zu können, bei Problemlösungen aktiv dabei zu sein und in einem guten Team lösungsorientiert arbeiten zu dürfen. Als Gemeinderat bearbeitet man ein enorm breites Spektrum. Dies bedeutet zwar sehr viel Arbeit, ist jedoch hoch interessant und macht mir einfach Spass.»

Gunthard Niederbäumer: «Ich wollte immer verstehen, wie unsere Gesellschaft funktioniert und wie unser Staat regiert wird. Mit der Zeit wuchs das Bedürfnis, dies nicht nur zu beobachten sondern selber mitzugestalten. In der Zwischenzeit habe ich durch die Politik viele spannende Menschen kennen und schätzen gelernt und freue mich, mit ihnen weiter zusammenzuarbeiten.»

Susanne Gmünder: «Als Gemeinderätin kann ich Sachpolitik machen, mich wirkungsvoll für Projekte einsetzen und zum Gelingen beitragen. Es liegt mir am Herzen, Frick mitzugestalten. So konnte ich mit meinem Engagement beim Aufbau des Schülermittagstisch Frick, der heute nicht mehr wegzudenkenden ist, einen Beitrag leisten, um Frick attraktiver für Familien zu machen.»

Eugen Voronkov: «Ich schätze das Amt des Gemeinderates sehr, da man viele interessante Projekte betreuen darf, mitgestalten kann und sich in den Dienst der Bevölkerung und der Gemeinde stellen darf. Die letzten vier Jahre konnte ich viel Erfahrung und Know-how sammeln, welche ich sehr gerne weiterhin für unsere wunderbare Gemeinde einsetzen möchte.»

Robert Weniger: «Als Unternehmer ist es mir eine Herzensangelegenheit. Es soll den Unternehmen und der Bevölkerung gut gehen. Das bedeutet aber Arbeit und ich bin bereit, einen Teil davon zu tragen.»

Franz Ruder: «Die Fricker haben meine Familie mit den vier Kindern und mich als gebürtigen Bayern herzlichst empfangen und bestens integriert. Das möchte ich nun der Gemeinde mit meinem Wissen aus meiner Berufspraxis aus den Bereichen Finanzen und Strategie und meiner Lebenserfahrung zurückgeben. Ich möchte Frick dienen und unterstützend beraten.»

Das Smartphone/Handy ist für mich…

Daniel Suter: «ein multifunktionelles Werkzeug, worin der Terminkalender das wichtigste ist.»

Gunthard Niederbäumer: «ein wichtiges Werkzeug, um meine Korrespondenz und Termine im Griff zu haben. Aber auch in der Freizeit ein unverzichtbares Hilfsmittel, sei es als Wanderkarte, als Zahlungsmittel oder zum Musik hören.»

Susanne Gmünder: «Segen und Fluch zugleich. Ich geniesse die flexiblen Arbeitsmöglichkeiten dank der Verfügbarkeit von Informationen und dem unkomplizierten Austausch, kämpfe jedoch immer wieder mit mir, um der Ablenkung durch das Handy nicht zu erliegen.»

Eugen Voronkov: «Arbeit, Kommunikation, Information, Organisation und Zeitvertreib.»

Robert Weniger: «Mittel zum Zweck.»

Franz Ruder: «ein äusserst praktisches Werkzeug im Beruf und im Austausch mit Familie und Freunden, mehr nicht.»

Was soll die Hauptstrasse in Frick künftig sein – Durchfahrtsstrasse oder Flaniermeile?

Robert WenigerGemeinderatskandidat SVP.

Robert Weniger
Gemeinderatskandidat SVP.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Daniel Suter: «Beides! Die Hauptstrasse ist der Lebensnerv unserer Gemeinde. Wir brauchen einen flüssigen Durchfluss für den Verkehr unter Einbezug von Sicherheitsmassnahmen (besonders für die schwächeren Nutzer der Strasse) und gleichzeitig eine Attraktivitätssteigerung des Strassenraums für das Gewerbe und die Bevölkerung.»

Gunthard Niederbäumer: «Sie muss beide Funktionen erfüllen. Die Durchfahrt muss gewährleistet sein, da wir keine Möglichkeit haben, eine Umfahrung zu realisieren. Aber soweit möglich muss sie auch eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Nur so haben die Läden und Restaurants genügend Kundschaft, um weiterhin das sehr gute Angebot anzubieten. Dem müssen wir Sorge halten.»

Susanne Gmünder: «Ich wünsche mir, dass die Hauptstrasse als Lebensader von Frick die Lebensqualität der Bevölkerung positiv beeinflusst. Nur durch eine hohe Aufenthaltsqualität gibt es Leben und Betrieb im Dorf. Dies schätze ich sehr und setze mich dafür ein.»

Eugen Voronkov: «Sichere Durchfahrtsstrasse mit motorisiertem Individualverkehr und Langsamverkehr mit vielfältigen Flaniermöglichkeiten für die Fussgänger.»

Robert Weniger: «Solange keine Umfahrung realisiert werden kann, bleibt die Hauptstrasse eine Durchfahrtsstrasse, ob wir wollen oder nicht. Deshalb möchte ich, dass die Fahrzeuge möglichst zügig wieder weg sind.»

Franz Ruder: «An dieses Thema werden wir mit noch mehr Fantasie und Hirn herangehen müssen. Es gibt fast immer irgendeine Lösung mit einem sowohl als auch. Alles kann man besser machen – ein Motto in unserem Unternehmen. Gerne freue ich mich hier auch über die Ideen der Leser.»

Kommt für Sie Tempo 30 auf der Hauptstrasse in Frage?

Daniel Suter: «Diese Frage stellt sich nicht, da es gesetzlich gar nicht möglich ist. Es braucht jedoch Massnahmen, die den Verkehr verlangsamen, damit sich Verkehrsteilnehmer einfacher in den Verkehrsfluss der Hauptstrasse einfügen können. Denn ein langsamer aber flüssiger Verkehr hat eine grössere Kapazität als Stopp and Go und ist sicherer für alle.»

Gunthard Niederbäumer: «Grundsätzlich schon, aber aus meiner Sicht ist das kein dringliches Anliegen, da das Durchschnittstempo während dem Tag schon heute nur knapp über 30 km/h liegt. Die Strasse sollte so gestaltet werden, dass automatisch nicht viel schneller als 30 km/h gefahren wird, unabhängig von der Tempovorschrift.»

Susanne Gmünder: «Es gibt bereits viele Beispiele, wie mit Tempo 30 positive Effekte erzielt wurden. So ziehen auch grössere bekannte Städte nach, wie unlängst sogar Paris. Ich bin überzeugt, dass über kurz oder lang vermehrt Tempo 30 eingeführt wird. Ob Tempo 30 jedoch auf Hauptstrassen im Kanton Aargau je mehrheitsfähig wird, wage ich aktuell zu bezweifeln.»

Eugen Voronkov: «Tempo 30 auf der Hauptstrasse ist aktuell gesetzlich nicht erlaubt. Für die Sicherheit der Fussgänger braucht es eine Drosselung des Tempos zu gewissen Zeiten, diese möchten wir mit Massnahmen im Hauptstrassen-Projekt erreichen. Einfach ist das nicht, aber der Gemeinderat ist zuversichtlich, dass die Hauptstrasse in naher Zukunft aufgewertet werden kann.»

Robert Weniger: «Wir müssen sehen, was durch eine Reduktion der Fahrtgeschwindigkeit passiert. Die Fahrzeuge werden nicht weniger, aber sie befinden sich länger in dieser Zone. Deshalb ist für mich Tempo 30 in Wohnzonen mit wenig Verkehr ok. Stark befahrene Strassen müssen leistungsfähig bleiben. Ansonsten behindern sie Fussgänger und Autofahrer.»

Franz Ruder: «Nein, denn bei starkem Verkehr ist der Fluss sowieso behindert.»

Wächst Frick zu schnell?

Daniel Suter: «Es gab schon immer Phasen, in denen Frick stärker gewachsen ist. Nun stehen wir wieder vor solch einer Phase. Dies entspricht der Nachfrage nach Wohnraum und kann von den Behörden nur bedingt beeinflusst werden. Jedoch ist die Infrastruktur vorhanden. Wegen dem Zuwachs werden keine Sprunginvestitionen erwartet und den Steuerzahler freut es.»

Gunthard Niederbäumer: «Nein, denn Frick ist auf dieses Wachstum vorbereitet. Die Infrastruktur wie beispielsweise Wasser und Abwasser oder die Schulen sind auf das Wachstum vorbereitet. Einzig der Verkehr könnte zu einem noch grösseren Problem werden. Darum soll in den nächsten Jahren Frick für den Langsamverkehr und ÖV attraktiver gemacht werden.»

Susanne Gmünder: «Frick ist ein attraktiver Wohnort und bietet viel. Es erstaunt mich nicht, dass viele Leute nach Frick ziehen möchten. Dies empfinde ich grundsätzlich als positives Zeichen. Es stimmt zwar, dass aktuell einige grosse Bauprojekte in Planung oder kurz vor der Ausführung sind. Ich sehe im Wachstum Chancen.»

Eugen Voronkov: «Es kommt viel neuer Wohnraum auf den Markt. Der freie Markt schafft neuen Wohnraum, solange dieser nachgefragt ist. Ich wünsche mir sehr, dass Frick trotz des Tempos das Ländliche beibehalten kann.»

Robert Weniger: «Mir selber gefällt es so, wie es ist, aber wir können nicht alles verbieten. Die Grenzen des Wachstums sind durch Gesetze und Bauzonen begrenzt und daran möchte ich auch nichts ändern.»

Franz Ruder: «Hier gilt es zu unterscheiden zwischen vergangenem Wachstum und zukünftigem. Das zukünftige Wachstum muss aktiver Probleme sehen, wie die Verkehrsbelastung und die Organisation des öffentlichen Verkehrs. Mich beunruhigen die vielen Wohnbauprojekte, die fast alle gleich aussehen und wenig Individualität ausstrahlen.»

Weshalb soll ich Sie wählen, was zeichnet Sie aus?

Daniel Suter: «Weil ich als Teamplayer mit meiner Erfahrung als Unternehmer und Exekutiv-Politiker viel dazu beitragen kann, unsere Gemeinde weiter zu entwickeln. Mich zeichnet sicher die Dossier-Festigkeit, meine Führungsfähigkeiten, wie auch der Respekt vor anderen Meinungen aus, ohne ein «Fähnlein im Wind» zu sein.»

Gunthard Niederbäumer: «Nach acht Jahren im Rat bin ich bereit, als Vizeammann mehr Verantwortung zu übernehmen. Als Klimatologe und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung des Schweizerischen Versicherungsverbands bringe ich berufliche Erfahrung mit in das Amt. Gleichzeitig setze ich mich als Sozialdemokrat für eine gerechtere und nachhaltige Gesellschaft ein.»

Susanne Gmünder: «Gerne setze ich mich weiterhin für eine hohe Lebensqualität in Frick ein und führe meine angefangenen Projekte zu einem erfolgreichen Ende. Im Besonderen möchte ich mein Know-how bei den beiden Projekten neue Führungsstrukturen an der Volksschule und Schulraumplanung einbringen. Und nicht vergessen: das Jugendprojekt, die Saurier und…»

Eugen Voronkov: «Ich verspüre weiterhin grosse Leidenschaft und Motivation für den Einsatz als Gemeinderat in Frick. Dazu kommen wichtige vier Jahre Erfahrung in den Ressorts Bau, Energie, Kultur, Feuerwehr und Zivilschutz. Konstanz und Qualität bringen unsere Gemeinde aktuell weiter - ich möchte meinen Teil dazu beitragen.»

Robert Weniger: «Ich würde die Finanzen, die ich zu verantworten habe, massvoll verwenden.»

Franz Ruder: «Ich stehe zuallererst für gesunde Gemeindefinanzen und eine stärkere Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen an grösseren Projekten. Dies habe ich in der Zwidelle-Kommission als sehr positiv und lösungsorientiert erlebt. Ich trete für eine lebhafte Gemeinde ein. Weiter bringe ich meine gesamte Erfahrung aus über 20 Jahren Unternehmensführung ein.»

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