Frick
«Die Leute sind ausgehungert nach Live-Erlebnissen»: So will der Circus Medrano die Leute zurück ins Zelt locken

An diesem Wochenende, vom 16. bis 18. September, hat der Circus Medrano seine Zelte auf der Ebnet-Wiese in Frick aufgeschlagen. Die Macher versprechen ein Erlebnis für die ganze Familie: So heisst denn auch das 2022er-Programm «Family Time». In der ersten Nach-Corona-Saison will man wieder live und nahe bei den Menschen sein.

Hans Christof Wagner
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Regenverhangen ist der Himmel über Frick, als der Circus Medrano auf dem Ebnet-Areal aufbaute.

Regenverhangen ist der Himmel über Frick, als der Circus Medrano auf dem Ebnet-Areal aufbaute.

Hans Christof Wagner

Schulkinder fahren auf ihren Velos vorbei, recken die Hälse. Derweil rammen Arbeiter mit Presslufthämmern die Fundamente für die Zeltmasten in den regennassen Boden des Ebnet-Areals in Frick. Bis Freitagnachmittag, 15 Uhr, muss alles bereit sein: Der Zirkus ist im Dorf.

Und der heisst, schon wie im Herbst 2021 bei der Premiere, Circus Medrano. Dort, wo bis 2019 der Circus Nock traditionell den Start seiner Tournee abhielt, heisst es jetzt wieder: Manege frei, hereinspaziert ins Chapiteau.

Truppe bietet sechs Shows an drei Tagen

28 Mitarbeitende bieten bei Medrano an den drei Tagen total sechs Shows. Schon seit dem 25. Februar auf Tour de Suisse, gehört Frick zu den letzten Stationen der 2022er-Tournee. Am 16. Oktober ist laut Oliver Skreining, als Sprechstallmeister Ansager und Regisseur der Show, Schluss. Skreining sagt zur ersten Nach-Corona-Saison:

«Wir haben das extrem gemerkt: Die Leute sind ausgehungert nach Live-Erlebnissen.»

«Family Time» heisst das Motto der für 2022 eigens zusammengestellten Show. Höhepunkt dürfte sein, wie sich mit Rauch, Blinklichtern und Lasern ein Auto in eine meterhohe Monstermaschine verwandelt – einen Transformer: Laut Skreining ist das die erste Transformer-Nummer in der Schweiz.

Bei einer Tierdressur zeigen Tibet-Terrier ihr Können.

Bei einer Tierdressur zeigen Tibet-Terrier ihr Können.

Picasa

Aber auch einen Jö-Effekt dürfte das Programm haben, wenn bei der Tierdressur Tibet-Terrier ihr Können zeigen. Mit den afrikanischen Zwergziegen sind es die einzigen Tiernummern.

Sonst herrschen Akrobatik, Shows und Clownereien vor. Kinderlieblinge aus dem Fernsehen, wie die Eiskönigin Elsa oder die Meerjungfrau Arielle seien zu sehen: Das macht für Skreining die Ausrichtung des Programms auf die Zielgruppe Familie deutlich.

Aus diesem gelben Sportwagen wird in der Manege ein Transformer.

Aus diesem gelben Sportwagen wird in der Manege ein Transformer.

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Indes ist der Circus Medrano, entgegen vieler anderer, kein Familienunternehmen. Eigentümer und Geschäftsführer Davide Trentini muss jedes Jahr eine neue, externe Showtruppe engagieren. Die Künstlerinnen und Künstler kämen aus Europa, Nordafrika sowie Nord- und Südamerika. Sie zu gewinnen, sei weniger ein Problem. Mehr Schwierigkeiten mache die Suche nach Personal für den Aufbau und die Technik, so der Zirkussprecher.

Neugründung mitten in der Coronapandemie

Trentini habe den Circus Medrano 2020 neu gegründet, erzählt Skreining, mitten in der Coronapandemie. 1800 Gäste habe sein Zelt bei der ersten Tournee 2020/21 fassen können. Dabei seien der Pandemie wegen nur bis 50 erlaubt gewesen.

Aber jetzt, in der Saison zwei im Jahr 2022, gibt es keine Auflagen und Beschränkungen mehr. Und mit dem aktuellen Zelt mit 800 Plätzen sei man flexibler, erklärt Skreining.

Dafür werde die Nutzung der Zirkusplätze immer teurer, sagt er. Und viele Städte und Gemeinden freuten sich nicht schon nicht mehr über den Zirkus. Auf Frick trifft das nicht zu, wenn Gemeindeschreiber Michael Widmer sagt:

«Es ist eine Bereicherung des kulturellen Angebots, dass der Medrano hier gastiert.»