Frick
Das Kino als Bühne: Zum 20. Mal dient «Fricks Monti» dem Theaterverein Staffeleggtal als Spielstätte

Starker Sound, gutes Licht und die Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen in plüschigen Sesseln – das ist das Spezielle daran, dass die Stücke der Laienschauspieler im Fricker Kino- und Kulturbetrieb aufgeführt werden. Mit der aktuellen Produktion «Diskretion isch Ehresach» feiert die Zusammenarbeit Jubiläum.

Hans Christof Wagner
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Der Theaterverein Staffeleggtal stand 2019 mit «Profässer Wahnsinn» zuletzt auf der Bühne von «Fricks Monti».

Der Theaterverein Staffeleggtal stand 2019 mit «Profässer Wahnsinn» zuletzt auf der Bühne von «Fricks Monti».

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Laientheater im Fricktal – in aller Regel dienen ihnen Dorfturnhallen als Probelokale und Spielstätten. Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen auf Holzstühlen. Dass die Bühnendialoge akustisch bis in die letzte Reihe dringen, ist nicht immer gegeben.

So hat auch der Theaterverein Staffeleggtal, dessen erstes Stück laut Website 1990 aufgeführt worden ist, die erste Zeit abwechselnd in den Turnhallen von Herznach und Ueken gespielt.

Aber dann bot sich 2000 eine neue Option. Hintergrund war, dass Daniel Suter aus Frick, zu der Zeit im Verein Darsteller und Regisseur, den Kontakt zu «Fricks Monti» herstellte. Und die Aussicht, dort, in einem gewerblichen Kino- und Kulturbetrieb, aufzutreten, gefiel im Vereinsvorstand. Präsidentin Claudia Balz erinnert sich:

«Beiden Seiten war damals schnell klar, dass sie von der Zusammenarbeit profitieren können.»
Der Theaterverein Staffeleggtal spielt in Frick, hier war es 2014 die Produktion von «Lüge, Tod und Tüfel».

Der Theaterverein Staffeleggtal spielt in Frick, hier war es 2014 die Produktion von «Lüge, Tod und Tüfel».

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Die Theaterleute kamen in den Genuss des im «Monti» vorhandenen Profi-Equipments: Licht, Sicht und Sound passten. Und statt auf Stühlen zu sitzen, kann sich das Publikum in weiche Kinosessel fläzen. Balz nennt die Sitzverhältnisse im «Monti» denn auch «feudal».

Zusammenarbeit erspart Verein die Festwirtschaft

Und noch etwas kommt dazu: Der Theaterverein kann sich den zeitlichen und personellen Aufwand zum Betrieb einer Festwirtschaft sparen. «Wir sind nicht so viele und haben dafür wenig Ressourcen», erklärt Balz. Die Aussicht, bis zu 177 in den Kinosaal passenden Personen mit Essen und Trinken zu versorgen, war auch für die «Monti»-Betreiber Philipp Weiss und Martina Welti verlockend. Weiss sagt:

«Die Theaterabende sind einer der Highlights unseres Jahresprogramms. Es ist eine gute und freundschaftliche Zusammenarbeit. »

Und die Zusammenarbeit feiert jetzt Jubiläum. Zum 20. Mal, 2011 war das erste Mal, stehen die Staffeleggtal-Mimen auf der «Monti»-Bühne, 2022 mit der Produktion «Diskretion isch Ehresach». Zweimal aber – Corona wegen 2020 und 2021 – fielen die Darbietungen aus.

Ein siebenköpfiges Team wirkt an der neuen Produktion des Theatervereins Staffeleggtal mit.

Ein siebenköpfiges Team wirkt an der neuen Produktion des Theatervereins Staffeleggtal mit.

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Nach «Profässer Wahnsinn» – so hiess das Stück 2019 – kehren sie jetzt, drei Jahre danach, auf die Bühne zurück. Kein Wunder, ist das Team mehr als je heiss auf Rampenlicht und Beifall. Mit sieben Darstellern werden weniger spielen als sonst schon, räumt Balz ein. Aber das Geschehen sei nicht minder turbulent, verspricht sie.

Verwechslungskomödien kommen immer gut an

«Diskretion isch Ehresach» ist eine jener, oft ursprünglich aus britischer Feder stammenden Verwechslungskomödien, die der Theaterverein Staffeleggtal in schweizerdeutscher Bearbeitung traditionell gerne inszeniert. Balz sagt:

«Vergnüglich soll es sein, aber auch anspruchsvoll. Das ist, wofür wir stehen und was das Publikum verlangt.»

Die Aufführungen

«Diskretion isch Ehresach»: Die Premiere findet am 12. Mai statt. Die weiteren Aufführungen sind am 13./14. Mai und 19./20. und 21. Mai jeweils um 20.15 Uhr in Fricks Monti.