Laufenburg

Farbenfrohe Treppe erinnert daran, was die Stadt einst prägte

Die bunten Keramik-Masken und Ornamente machen die ehemals graue Treppe zu einem Hingucker.

Schüler verzieren in Laufenburg 128 Stufen mit Ornamenten und Plaketten – Hannes Burger kam die Idee zu den «Salm-Stufen» auf Sizilien.

Wer die letzten Tage die Wasenhaldenstrasse entlang ging, dem dürften vermutlich die bunten Ornamente und Plaketten an der Treppe aufgefallen sein, die sich den Hang zur Panoramastrasse hinaufzieht.

Gestern Vormittag klebten Schüler der Bezirksschule Blauen die letzten kleinen Keramik-Masken der Narro-AltFischerzunft an.

Die Idee für die Gestaltung der Treppe, die fortan offiziell den Namen «Salm-Stufen» trägt, hatte der alt Gemeinderat und Präsident des Museumsvereins Hannes Burger bei einem Besuch der sizilianischen Töpferstadt Caltagiron, als er die Scalinata di Santa Maria del Monte betrachtete, «eine farbenfrohe Treppe, die mit wunderschönen Fliesen besetzt ist», wie er sagt.

Zum Gedenken an das Ende des Salmfangs

Der Grund, weshalb Burger auf den Namen «Salm-Treppe» kam, erklärt er aus der Historie der Stadt. So gehörte einst die Salmfängerei zur Haupteinnahmequelle der Laufenburger. Auf ihrem Weg zum Meer mussten die Salme – so heissen die Lachse beim Aufstieg – auch die Stromschnellen, genannt Laufen, passieren.

Mit dem Kraftwerkbau von 1906 bis 1914 verschwand der Beruf des Salmfischers und damit eine Jahrhunderte lange Erwerbs- und Nahrungsgrundlage der Laufenburger Bürger.

Schüler und Schülerinnen aus den dritten Klassen der Bezirksschule Blauen haben Burgers Idee innert drei Tagen umgesetzt. Sie brachten über 500 Plaketten der Narro-Alt-Fischerzunft an den 128 Treppenstufen an.

Die Sika Schweiz AG beriet die Schüler beim Anbringen und stellte den Spezialklebstoff gratis zur Verfügung. «Wir mussten einige Labor-Versuche durchführen, um herauszufinden, wie zwischen Keramik und Beton eine optimale Haftung garantiert werden kann», sagt Thomas von Känel, Technischer Verkaufsberater von der Sika Schweiz AG.

Dadurch, dass der Leim U-förmig auf die Plaketten-Rückseite aufgetragen wurde, kann die Feuchtigkeit zwischen dem Beton und der Keramik-Maske immer abfliessen. «So gibt es keine Gefahr, dass es zu gefrierender Nässe kommt und die Masken dadurch absprengen», sagt von Känel.

Erforderlich vor dem Anbringen war es, die Treppe zunächst mit dem Kärcher zu reinigen, was Burger, zusammen mit dem Bauamt, selbst in die Hand nahm. «Da musste ich ständig hoch und runter laufen. Das war wie im Fitnessstudio», sagt er mit einem Schmunzeln.

Das Groteske als Brücke zwischen Salm und Maske

Burgers Intention war es auch, die Schüler künstlerisch mit einzubeziehen. Unter Anleitung von Kunstlehrer Florian Streit zeichneten diese 140 Entwürfe und schnitten diese in Kartonschablonen aus. Schliesslich haben es 70 Ornamente, die mit Acryl- und Sprayfarbe aufgetragen wurden, auf die Treppe geschafft.

«Die Gestaltungen nehmen einerseits das Motiv des Salms auf, andererseits haben wir uns mit der Erweiterung der Motive ins Groteske den Masken thematisch angenähert», sagt Streit.

So zieren nun auch Mischwesen oder pflanzliche Motive die Treppe. «Wir haben uns dafür entschieden, Pastell-Töne zu verwenden, damit die Motive und Plaketten sich nicht konkurrenzieren», so Streit.

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Autor

Dennis Kalt

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