Zeiningen

Familienmitglied mit Corona-Virus infiziert – zwei Aargauer Schüler bleiben vorerst zu Hause

Zwei Kinder bleiben dem Unterricht derzeit fern.

Zwei Kinder bleiben dem Unterricht derzeit fern.

Sie zeigen aktuell keine Symptome. Dennoch werden zwei Zeininger Kinder die nächsten beiden Wochen den Unterricht nicht besuchen. Ein Familienmitglied hat sich mit dem Corona-Virus angesteckt.

Das war kein Tag wie jeder andere an der Zeininger Schule. Mitte Woche wurden die Eltern in einem Brief von der Schulleitung darüber informiert, dass sich ein Familienmitglied zweier Schüler mit dem Corona-Virus angesteckt habe. «Wir wussten bereits, dass es einen Verdachtsfall gibt, und konnten uns vorbereiten. Die betroffene Familie hat dann direkt nach der Bestätigung mit uns Kontakt aufgenommen», sagt Schulleiterin ­Simone Kohler.

In Absprache mit dem Kantonsärztlichen Dienst sei daraufhin entschieden worden, dass die beiden Kinder den Unterricht während der nächsten beiden Wochen nicht besuchen werden. Damit folgt die Schule den Bestimmungen des Bundesamts für Gesundheit beziehungsweise der Verfügung des Kantonsärztlichen Dienstes.

«Es handelt sich dabei um eine reine Vorsichtsmassnahme», betont Kohler. Die beiden Kinder zeigten aktuell keine Symptome. «Deshalb gibt es derzeit keinen Anlass, weitere Massnahmen an der Schule durchzuführen», so Kohler. Den Unterricht in den betroffenen Klassen ausfallen zu lassen oder gar die ganze Schule vorübergehend zu schliessen, sei nie in Betracht gezogen worden, sagt auch Ines Fichera, Präsidentin der Schulpflege.

Den Gerüchten mit einem Brief verbeugen

Im Gegenteil, die Devise in Zeiningen ist klar: «Es handelt sich sicherlich nicht um eine alltägliche Situation. Trotzdem ist es unser Ziel, Ruhe zu bewahren. Das ist jetzt wichtig», sagt Kohler. «Hysterie wäre nicht der richtige Weg», sagt auch Fichera. Vielmehr wollen die Verantwortlichen gegenüber den Mitarbeitenden, der Schülerschaft und gegen aussen Ruhe ausstrahlen und vermitteln.

Auch deshalb wurde – ebenfalls in Absprache mit dem Kantonsärztlichen Dienst – der Elternbrief verfasst. «Wir möchten damit eine möglichst hohe Transparenz schaffen und allfälligen Gerüchten vorbeugen», erklärt Kohler. Die Rückmeldungen dazu seien bisher ausschliesslich positiv ausgefallen. «Die Eltern schätzen es, dass wir offen kommunizieren und sie die Informationen aus erster Hand erhalten.»

Von einer Verunsicherung sei unter den Eltern und Erziehungsberechtigten dagegen bisher kaum etwas zu spüren, sagt Kohler. Eltern und Erziehungsberechtigten, die sich von der aktuellen Situation trotzdem verunsichert fühlen, bringen die Verantwortlichen Verständnis entgegen. «Wir beantworten gerne offene Fragen», sagt Fiche­ra. Und: Es gilt zwar weiterhin die Schulpflicht. «Falls jemand aber Bedenken hat oder sein Kind lieber zu Hause behalten möchte, dann besprechen wir die Situation und verzichten auf Strafen», so Kohler.

Der Alltag in der Schule geht weiter

In der Schule soll derweil – trotz nicht alltäglicher Situation – möglichst der Alltag aufrecht­erhalten werden. Die Klassen­kameraden der betroffenen Kinder wurden persönlich darüber informiert, weshalb ihre Schulkollegen derzeit nicht im Unterricht erscheinen. «Wir kommunizieren auch gegenüber den Schülerinnen und Schülern ­offen und versuchen gleichzeitig, ihnen die Angst zu nehmen», sagt Simone Kohler.

Der Thema Gesundheit würde derzeit im Unterricht ausserdem verstärkt behandelt – «wie dies bei einer stärkeren Grippewelle ebenfalls der Fall wäre», so Kohler. So erhalten die Kinder Tipps zum Hände­waschen und zur Hygiene im Umgang miteinander. «Etwa, dass man immer in ein Nastuch oder in die Armbeuge husten und niesen sollte», sagt Kohler. Auch unter den Kindern sowie in der Lehrerschaft macht die Schulleiterin derzeit kaum Verunsicherung aus. «Die Kinder bleiben locker und setzen die empfohlenen Massnahmen super um», freut sie sich. So seien beispielsweise neue Begrüssungsrituale eingeführt worden. «Statt sich die Hand zu geben, begrüssen sich Lehrpersonen und Schüler etwa mit einer lockeren Fuss­berührung», erklärt Kohler.

Die Hände werden nicht mehr geschüttelt

Gemeindepräsidentin Gisela Taufer wurde per Mail über den Corona-Fall im Umfeld der Schule informiert. Wie die Verantwortlichen der Schule plädiert auch sie dafür, Ruhe zu bewahren. «Wir halten uns an die Bestimmungen von Bund und Kanton, wobei es sich um Vorsichtsmassnahmen handelt», sagt Taufer. Dasselbe gelte auf der Gemeindeverwaltung, wo unter anderem ebenfalls aufs Händeschütteln verzichtet wird. «Wir versuchen aber, unser normales Leben weiterzuleben.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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