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Auch Hackschnitzel der Fricktaler Forstbetriebe landen im Holzheizkraftwerk Sisslerfeld – allerdings nur über einen Zwischenhändler

Weil die Offerte zur Lieferung der Menge zu gering war, gingen die Fricktaler Forstbetrieb bei der Auftragsvergabe zunächst leer aus. Dennoch wird nun Holz aus dem Fricktaler Forst im Ofen der Anlage verfeuert.

Dennis Kalt
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Pro Jahr werden für das Holzheizkraftwerk Sisslerfeld rund 110'000 Tonnen Holzschnitzel benötigt.

Pro Jahr werden für das Holzheizkraftwerk Sisslerfeld rund 110'000 Tonnen Holzschnitzel benötigt.

Zvg

Mit dem Holzheizkraftwerk Sisslerfeld steht eines der grössten Biomasse-Kraftwerke der Schweiz auf dem Areal der DSM. 60 Millionen Franken investierten DSM, Engie und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich in das Projekt. Mittlerweile sind knapp zwei Jahre vergangen, seit dem die Anlage den Betrieb aufgenommen hat.

Für den Betrieb des Holzheizkraftwerks werden pro Jahr rund 375'000 Schüttkubikmeter Holz benötigt; das entspricht rund 110'000 Tonnen an Holzschnitzeln», sagt Senta von Dach, Kommunikationsmanagerin von Engie. Die Anlage produziert 267 Gigawattstunden Dampf und 42 Gigawattstunden Strom. Mit Dampf versorgt werden neben der DSM auch die umliegenden Werke von Syngenta und Novartis. Im Gegensatz zum alten, mit fossilem Brennstoff betriebenen Kraftwerk liefert das neue Kraftwerk CO₂-neutrale Energie. Von Dach sagt:

«Die CO₂-Emissionen sinken durch das neue Holzheizkraftwerk um 50'000 Tonnen pro Jahr.»

Die Holzschnitzel, die im Kraftwerk im Sisserfeld verfeuert werden, stammen aus Wäldern, die in einem Radius von 80 bis 100 Kilometer liegen und vom Lieferanten aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz bezogen werden. «Rund 50 Prozent stammen von Schweizer Lieferanten», sagt von Dach.

60 Millionen Franken investierten DSM, Engie und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich in das Holzheizkraftwerk.

60 Millionen Franken investierten DSM, Engie und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich in das Holzheizkraftwerk.

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Fricktaler Forstbetriebe liefern Holzschnitzel über einen Zwischenhändler

Auch die Fricktaler Forstbetriebe wollten Schnitzel auf direktem Weg an das Holzheizkraftwerk liefern, ihre Offerte berücksichtigen die Betreiber wegen der zu geringen Liefermenge jedoch nicht. Doch immerhin wird Holz aus dem Fricktaler Forst nun über einen Zwischenhändler – einer Holzvermarktungsorganisation und einem Hackholzunternehmer, der bei der Auftragsvergabe berücksichtigt wurde – im Kraftwerk verfeuert, wie Andreas Bühler, Förster von «Forst & Dienste Laufenburg-Gansingen», sagt.

«Einerseits sind wir zufrieden, weil wir dadurch unser Holz absetzen können, andererseits möchte man als Produzent natürlich immer direkt an den Endkunden liefern.»

Hintergrund ist, dass der Preis, den man für die Lieferung über den Zwischenhändler erhalte, tiefer sei, als wenn man die Schnitzel direkt lieferte.

Es braucht Konzentration, Kraft und gutes Schuhwerk

Derzeit ist Bühler damit beschäftigt, das durch die Schneemassen abgebrochene Holz aus den Wäldern und an den Strassen aufzurüsten und zu beseitigen. Bühler schätzt, dass knapp zehn Prozent des Hiebsatzes der eigenen Waldungen des Forstbetriebs durch die Schneemassen Schaden genommen haben. Das Gros des «abgebrochenen und knorrigen Holzes» müsse man zu Hackschnitzel verarbeiten. Bühler sagt;

«Da lässt sich kaum ein schönes Stück aussägen.»

Die Aufräumarbeiten, mit denen der Betrieb wohl noch bis Ende Februar beschäftigt ist, seien Schwerstarbeit. «Bei der Witterung braucht es hohe Konzentration, Kraft und gutes Schuhwerk, damit man am Hang nicht abrutscht.»

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