Die beiden arbeiten im «Tal der Glücklichen» (Ait Bougmez) mit der école vivante, einer Grund- und Oberstufenschule, zusammen. Diese setzt mit einer fortschrittlichen Pädagogik einen Kontrapunkt zum traditionellen Schulsystem in der Region. Die Schule, die jetzt im achten Jahr unterrichtet, zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Eigeninitiative der Kinder fördert und sie gleichzeitig praktisch in die Projekte einbezieht, die rund um die Schule vorangetrieben werden.

So werden die Kinder gruppenweise ganz praktisch mit ihren Lehrpersonen mit einbezogen, wenn der Garten bebaut, Hänge mit Bäumen bepflanzt und Kompost produziert wird. Die Permakultur zeichnet sich dadurch aus, dass die Natur imitiert wird, indem natürliche Kreisläufe aktiviert werden. Abwasser und Rückstände aus Küche und WC werden entweder gereinigt und wieder verwendet oder zu Kompost verarbeitet.

Mit einem selbst gebauten einfachen «Raketenofen» werden Abfälle, insbesondere auch Plastik, sauber verbrannt. Die Schlacke kann so leicht gesammelt und entsorgt werden. Die Kohle, ein «Abfallprodukt» des Pyrolysenkochers, der zum Heizen und Kochen verwendet wird, kann im Garten unter die Erde gemischt oder wieder zum Kochen verwendet werden. Dies ermöglicht eine doppelte Nutzung des Holzes, eine knappe Ressource in Marokko.

Idealismus und Eigeninitiative

Der gelernte Polymechaniker Lukas Müller und die Ethnologin Joana Baumann betreiben das Projekt in eigener Initiative ohne Unterstützung durch ein Hilfswerk. Zwar ist es ihnen gelungen, Geld von Stiftungen zu erhalten, doch wird ein beträchtlicher Teil der Aufwendungen durch verschiedene Projekte wie Rohbrett.com aufgebracht. Das Paar möchte mit dem Projekt eine Vorbildwirkung im Tal und der Region erreichen und hofft auf Nachahmung durch die Bevölkerung. Um die Nachhaltigkeit zu fördern, ist auch ein Berufsausbildungsprojekt geplant, da bald die ersten Kinder die Schule abschliessen werden. (fiz)