Laufenburg
Eine schöne Erinnerung an Bleibuchstabe und Abziehpresse

Laufenburg Mit seinem Tod hinterlässt Richard Hofmanneine Buchdruckerei. Derzeit sind die alten Schätze bei seiner Witwe in guten Händen. Das Museum Schiff möchte das Vermächtnis Hofmanns gerne auch in Zukunft erhalten.

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Hanny Hofmann (83) vor einer Heidelberger Buchdruck-Abziehpresse, auf der ihr im September 2012verstorbener Mann Richard Hofmann viele Druck-Erzeugnisse über die Stadt Laufenburg druckte. sk

Hanny Hofmann (83) vor einer Heidelberger Buchdruck-Abziehpresse, auf der ihr im September 2012verstorbener Mann Richard Hofmann viele Druck-Erzeugnisse über die Stadt Laufenburg druckte. sk

Das Vermächtnis des Laufenburger Originals Richard Hofmann, der am Ende September im Alter von 81 Jahren verstarb, ist bei seiner Witwe, Hanny (83), in guten Händen. Ob es die drei alten Heidelberger Buchdruck-Abziehpressen, die Handheftmaschine, die Tausenden von Schriften im Bleisatz für den Buchdruck, die wertvollen Metall- und Zinkklischees, die vielen Auszüge aus Zeitungen und Zeitschriften, sowie die Narrenplaketten der Narro-Alt-Fischerzunft 1386 Laufenburg sind – sie bleiben, solange Hanny Hofmann lebt, in der Kaplanei-Druckerei, Herrengasse 111, in ihrem Haus und können auch weiterhin von Schulklassen oder Besuchern nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.

«Was danach kommt, ist mir ziemlich wurscht», erklärte Hanny Hofmann. Den Umzug ins Altersheim möchte sie jedoch so lange wie möglich hinauszögern. Trotz steiler Treppe im Haus kommt sie noch gut zurecht, wie sie versicherte.

Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins Schiff in Laufenburg, wird mit ihren Kindern Richard Hofmann jun. und Brigitte Fanara-Hofmann Kontakt aufnehmen, die beide mit ihren Familien im Baselbiet wohnen, um das Vermächtnis von Richard Hofmann der Stadt Laufenburg zu erhalten und später, wenn möglich, im Museum Schiff unterzubringen. Dies wäre, wie Hanny Hofmann versicherte, auch im Sinne ihres verstorbenen Mannes. Hanny Hofmann stammt ursprünglich aus Norddeutschland, wurde aus Stettin vertrieben, war später in Wolfsburg/Fallersleben zu Hause und als Sekretärin im Volkswagenwerk beschäftigt.

Bei einer Ferienreise nach Laufenburg lernte sie Richard Hofmann im Restaurant Meerfräulein beim Tanz zu Klängen aus der Musikbox kennen. Dieser überredete sie dazu, nach Laufenburg zu kommen. Anfänglich hatte sie noch arges Heimweh, was aber dank der guten nachbarschaftlichen Kontakte schnell nachliess.

In all den Jahren hat sie ihren Mann, der eine vierjährige Ausbildung als Buchdrucker bei der Buchdruckerei Binkert in Laufenburg absolvierte, bei seiner beruflichen Tätigkeit unterstützt.

Er war 38 Jahre als Buchdrucker bei der Basler Zeitung tätig. Als Pensionär hat er viele Broschüren über Laufenburg in Auflagen von 220 Exemplaren auf eigenen Heidelberger Buchdruck-Abziehpressen gedruckt und geheftet. 2004 und 2005 erschienen die Broschüren: «Laufenburg anno dazumal» mit Vorwort von Regierungsrat Victor Rickenbach und «Die Stadt Laufenburg 1386 bis 1486» mit Vorwort von Bundespräsident Samuel Schmid.

Seine Liebe galt seiner Ehefrau und seinen drei Kindern, sodass er sich im Vereinsleben von Laufenburg zurückhielt. Lediglich im Altersheim von Laufenburg spielte er seit 16 Jahren regelmässig auf seiner Handorgel und war bei den Bewohnern und dem Personal sehr beliebt. Erst im Jahre 2007 wurde er als Zunftfreund der Narro-Alt-Fischerzunft 1386 Laufenburg. (sk)

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