Fricktal

Einbruchsopfer: «Ich denke immer wieder an die Täter»

Diebe brachen letztes Jahr in mehrere Veloläden im Fricktal ein. (Symbolbild).

Diebe brachen letztes Jahr in mehrere Veloläden im Fricktal ein. (Symbolbild).

Die Einbrüche im letzten Jahr haben bei den Velogeschäften im Fricktal Spuren hinterlassen. Die Polizei ermittelt weiter. Dass es innert kurzer Zeit gleich mehrere Fälle im Kanton gab, war wohl kein Zufall.

Es ist mittlerweile fast sieben Monate her, aber manchmal holt sie das Erlebnis auch heute noch ein. Im Juli letzten Jahres brachen Unbekannte in das Velogeschäft von Fredy und Renate Geisseler in Gansingen ein, stahlen Zweiräder im Wert von 75'000 Franken. «Das war ein Schock», sagt Renate Geisseler.

Die schlechten Erinnerungen schleichen sich noch immer ab und zu in den Alltag. Vor allem der Gedanke, dass die Einbrecher den Laden vor der Tat wohl auskundschafteten, lässt sie nicht los. «Ich denke immer wieder an die Täter.» Manchmal ertappe sie sich dabei, dass sie Autonummern aufschreibe von Fahrzeugen, die ihr verdächtig vorkommen, erzählt Geisseler. «Wir sind wachsamer und vorsichtiger geworden.»

Erneut Velodiebe im Fricktal unterwegs

Der Beitrag von TeleM1 vom Juli 2018: Erneut Velodiebe im Fricktal unterwegs

Schon zum dritten Mal in kürzester Zeit wurden im Fricktal Fahrräder gestohlen. Die Diebe nahmen Zweiräder im Wert von 75‘000 Franken mit.

Es ist ein Satz, wie ihn Hubi Guthauser vom «Bike Point» in Zeiningen und Sabine Füchter vom gleichnamigen Velogeschäft in Rheinfelden fast im selben Wortlaut ebenfalls sagen. Auch bei ihnen wurde im vergangenen Jahr eingebrochen und Ware im Wert von jeweils über 100'000 Franken gestohlen. «So etwas hinterlässt schon Spuren», sagt Füchter. «Wir sind nicht mehr so locker, müssen aber gleichzeitig aufpassen, dass wir uns gegenüber unseren Kunden nicht übertrieben misstrauisch verhalten», sagt Guthauser.

Velos im Wert von 200‘000 Franken geklaut

Der Beitrag von TeleM1 vom Mai 2018: Velos im Wert von 200‘000 Franken geklaut

Fast 40 hochwertige Fahrräder haben Unbekannte in Kleindöttingen im Velo-Geschäft von Walter Keller gestohlen.

Geholfen hätten in der Zeit nach dem Einbruch die Ermutigungen, auch von Aussenstehenden. «Wir mussten mehrmals Kunden vertrösten», sagt etwa Renate Geisseler. Es habe einige Wochen gedauert, bis der Laden nach dem Einbruch mit neuer Ware habe voll bestückt werden können. «In dieser Zeit haben wir viel Zuspruch bekommen.» Einerseits von Kunden, die sich verständnisvoll zeigten, andererseits von Lieferanten, die helfen wollten. «Das hat uns in der Zeit sehr geholfen.» Auch Hubi Guthauser spricht von grossem Mitgefühl, das sie erfahren hätten. «Das hätten wir so nicht erwartet. Es hat uns aber gefreut und aufgebaut.» 

Spur in Rheinfelden

Die gestohlene Ware hat allerdings keiner der Velohändler je wieder gesehen. Immerhin: «Im Fall Rheinfelden gibt es eine Spur und der wird nachgegangen», sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft. Mehr kann sie derzeit dazu nicht sagen, der Fall sei bei der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg hängig. In Zeiningen und Gansingen hingegen bestehen keine Täterhinweise. «Die Ermittlungen führten noch nicht zum Erfolg», sagt Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei, gegenüber der AZ.

Die Kapo vermutet hinter der Täterschaft organisierte Banden. Die Ermittlungen in solchen Fällen «sind langwierig und gestalten sich oft schwierig», sagt Pfister. Dies auch, weil es oftmals eine Zusammenarbeit mit ausländischen Strafverfolgungsorganen brauche. «Diese Ermittlungen nehmen viel Zeit in Anspruch», so Pfister.

Dass innert kurzer Zeit gleich mehrere Fälle im Kanton verübt wurden, sei aussergewöhnlich. Aber: Es ist wohl kein Zufall. Gestohlen wurden viele teure E-Bikes und Mountainbikes. «Der Wert der Fahrräder ist oft beträchtlich und die Beute kann im Ausland abgesetzt und so zu Bargeld gemacht werden», sagt Pfister. «Offenbar besteht ein Absatzmarkt für hochpreisige Fahrräder, die aus Fachgeschäften entwendet werden.»

Bauliche Massnahmen

Die Kantonspolizei berate Fachgeschäfte gerne im Thema Einbruchschutz, sagt Pfister. «Es gibt verschiedene bauliche Möglichkeiten, was natürlich finanzielle Aufwendungen erfordert.» Sowohl Geisseler als auch der «Bike Point» haben in der Zwischenzeit solche baulichen Massnahmen umgesetzt. Aber den Velohändlern ist auch bewusst: Wer genug kriminelle Energie an den Tag legt, wird wohl einen Weg finden, Velos zu stehlen. Renate Geisseler weiss, wovon sie spricht. Ihr Mann hatte jeweils sogar seinen Lieferwagen direkt vor die Eingangstür zum Laden gestellt, um einen Einbruch zu erschweren – die Täter brachen das Fahrzeug kurzerhand auf und schoben es weg.

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