Oeschgen

Ein Pneufachmann über die anstehende Wechselsaison und den Trend hin zu Ganzjahresreifen

Für Pneufachmann Thomas Schweizer steht eine intensive Zeit bevor: Rund um Ostern wechseln viele die Autoreifen.

Für Pneufachmann Thomas Schweizer steht eine intensive Zeit bevor: Rund um Ostern wechseln viele die Autoreifen.

Thomas Schweizer weiss genau, welches Auto welche Reifen braucht. Kein Wunder, er ist auch schon 40 Jahre im Geschäft.

Ein Blick reicht und Thomas Schweizer weiss, was es braucht. Genauer: Welche Reifen auf den alten VW-Bus passen, dessen Lenker gerade bei AutoPneu Schweizer in Oeschgen vorgefahren ist. Schweizer ist seit knapp 40 Jahren in der Branche tätig, leitete während 16 Jahren die Filiale von Adam Touring in Eiken, übernahm das Pneuhaus dann 2002 als selbstständiger Unternehmer und zog damit 2007 an den heutigen Standort in Oeschgen.

Jetzt steht für den Pneufachmann wieder einmal die Hochsaison bevor. Denn rund um ­Ostern wechseln viele von den Winter- auf die Sommerpneus. «An den Spitzentagen wechseln wir an zwischen 40 und 50 Autos die Bereifung», sagt Schweizer. Das Pneuhaus hat in den Monaten April und Mai sowie im Oktober, November und Dezember extra auch an Samstagen geöffnet, um der grossen Nachfrage gerecht zu werden. «Viele Kunden schätzen dieses zusätzliche Angebot», sagt Schweizer. Ziel sei es dabei immer, dass die Kunden innerhalb weniger Minuten bedient werden können. Besonders in der Hochsaison sei man daher froh, wenn die Kunden sich anmelden und einen Termin abmachen, sagt Schweizer.

Weniger Winterpneus wegen milder Winter

Die milden und in der Region schneearmen Winter der vergangenen Jahre haben dabei einen Einfluss auf Schweizers Arbeit. Auch er kann die Geschichte erzählen vom ersten Schneefall im Herbst und dem darauffolgenden plötzlichen Ansturm auf die Pneuhäuser. «Das gab es tatsächlich», sagt er. Allerdings wird die Geschichte mehr und mehr eben dazu: Geschichte. «Schon allein, weil wir in der Region kaum mehr Schneefall haben», sagt Schweizer mit einem Lachen. So verteile sich der Pneuwechsel im Herbst mittlerweile ganz gut über mehrere Wochen. «Im Frühjahr dagegen gibt es immer noch klare Spitzenzeiten», so Schweizer. Dann, wenn das Thermometer erstmals die 20-Grad-Marke knackt.

Allerdings: Geht es mit den milden Wintern weiter wie in den vergangenen Jahren, so wird es dereinst wohl deutlich weniger Pneuwechsel brauchen. Schon jetzt sei spürbar, dass weniger Lenker auf echte Winterreifen wechseln, sagt Schweizer. Stattdessen fahren sie ganzjährig mit Sommerreifen – oder schaffen sich Ganzjahresreifen an. «Noch sind das nur einzelne Fälle», sagt Schweizer. Er spricht von einer einstelligen Prozentzahl. «Aber die Tendenz ist klar steigend.»

Je nach Bedürfnis reichen Ganzjahresreifen

Das haben mittlerweile auch die Hersteller erkannt und arbeiten an der Weiterentwicklung der Technologie sowie an einem breiteren Angebot. Thomas Schweizer ist offen – so richtig Freude kann er an dieser Entwicklung nicht haben. Zwar verkauft er deswegen nicht unbedingt weniger Pneus. Das Geschäft mit den halbjährlichen Wechseln aber fällt mit Ganzjahresreifen natürlich weg. Trotzdem sagt er ehrlich: «Je nach Bedürfnis reichen Ganzjahres­reifen mit guter Qualität völlig aus.»

Thomas Schweizer hat auch nach all den Jahren Freude an seinem Beruf. «Die Arbeit ist vielfältig», sagt er. Neben dem Geschäft mit den Pneus bietet das Unternehmen etwa mechanische Arbeiten sowie Reparaturen an, nimmt Lenkeinstellungen vor oder übernimmt das Vorführen von Anhängern.

Schweizers Blick schweift durch die Werkstatt­halle. Hoch unter dem Dach hängt ein VW Golf GTI, Baujahr 1977. Schweizer arbeitet für einen Kunden daran. Das Ziel: das Auto wieder in seinen Originalzustand zu versetzen. Schweizers Augen leuchten. Das Auto stammt aus seiner Zeit als Lehrling. «Daran kenne ich fast jede Schraube», sagt er mit einem Lachen. Ein Blick reicht und er weiss, was der Golf noch braucht, um wieder ein Original zu sein.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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